So. 4 Stunden später. Ein Jahresplaner, eine Facebook-Timeline und ein Blog-Verlauf eines gesamten Jahres nehmen dann doch ein bisschen mehr Zeit in Anspruch. Das Traurige ist allerdings, dass ich nach wie vor nicht das Gefühl habe, diesem Jahr einen umfassenden Rückblick widmen zu wollen. Denn unabhängig von den vielen schönen Einzelerlebnissen, die ich hatte, ist retrospektiv doch wieder nur das vordergründig, wovon ich wider besseren Wissens alles abhängig mache: die Liebe. Auch, wenn es in der Liebe noch nie wirklich rund lief, zumindest keine 12 Monate am Stück - dieses Jahr war noch einmal etwas anderes.
Und so gehe ich vor dem Jahr 2012 in die Knie, wie vor keinem anderen Jahr zuvor. Den Menschen, den man drei Jahre lang als den wichtigsten Menschen in seinem Leben empfunden hat, zu verlieren, weil weder die Zeit, noch der Ort, noch die Kommunikation je auf unserer Seite waren, das ist kein schönes Erlebnis. Und wenn man es das erste Mal erlebt, ist es wahrscheinlich noch ein bisschen blöder.
Und auch, was sich im Spätsommer noch so vielversprechend als möglicher Wendepunkt ankündigte, war letztendlich nichts weiter als eine schöne Fata Morgana und die meiner Mutti gegenüber ausgesprochene Befürchtung "Weihnachten sind die eh alle wieder weg und ich sitze einsam weinend bei dir am Kaffeetisch." wurde zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Zwar hab' ich nicht auf meinen Stollen geheult, aber es ging auch mehr um den "Weihnachten sind die eh alle wieder weg."-Part. Ich verrate ja niemandem, dass ich heute mal durchgezählt habe, aber ein bisschen frustrierend ist es schon. Denn irgendwann sind sie alle. Und eigentlich sträube ich mich immernoch dagegen, die Stadt zu wechseln. Aktuell leuchtet zwar ein kleiner Silberstreif am Horizont, aber das habe ich seit August schon zweimal gedacht, und am Kaffeetisch saß ich trotzdem alleine. Wir beschreien also mal lieber gar nichts.
Was schön war, war zu spüren, wie viele Menschen mich trotzdem schätzen. Gerade nach meinem kleinen Totalausfall am 17.08. war ich wirklich beeindruckt, wie dicht das Netz doch war, das mich aufgefangen hat. Und hatte ein noch schlechteres Gewissen, dass ich diese lieben Menschen in schwachen Momenten nicht so sehr schätze, wie sie es verdient haben. Deswegen an dieser Stelle zum wiederholten Mal ein Dankeschön an alle, die mich aushalten, und besonderer Dank an jene, die mich schon länger kennen, und trotzdem immernoch fragen, wie es mir geht. Der Dankeschön-Hund ist übrigens ein anderer, als der bei Facebook ;-)
Die guten Vorsätze halten sich bis jetzt wieder arg in Grenzen. Genauer gesagt gibt es bisher nur einen. Das ist allerdings ein großer, und ich bin selbst gespannt, ob mir das auch nur im Ansatz gelingt: Kein Geflenne mehr im World Wide Web. So schön es ist, das Gefühl zu haben, viele Menschen auf einmal zu erreichen und dann auch die entsprechende Resonanz zu bekommen, aber auf der dunklen Seite der Medaille bilden sich eben auch Vollpfosten ein Urteil, die weder nach ihrer Meinung gefragt wurden, noch den Anstand hatten, mich erstmal persönlich kennen zu lernen oder wenigstens den Versuch zu unternehmen, die Dinge mal aus meiner Perspektive zu betrachten. Und deswegen habe ich mir eigentlich vorgenommen, nur noch denen, die von sich aus danach fragen, zu erzählen, wie's mir geht. Dementsprechend wird dies auch der letzte Post sein, in dem ich Vergangenes beweine. Denn da, wo es aufgehört hat, geht es definitiv nicht weiter.
Damit ich hier trotzdem irgendwas posten kann bin ich gerade auf der Suche nach einer neuen Kamera für's Jahr 2013. Das erste Jahr seit 1987, das 4 verschiedene Ziffern hat. Und in den letzten beiden, ungeraden Jahren hatte ich jeweils mehrwöchige, manische Phasen. Die Sterne stehen also günstig.
Auf auf!
...uuuuuuund *plöpp*
30.12.2012
The hardest thing you'll ever learn is to love and to be loved in return.
And shit still doesn't work out.
09.01.2012
Have Yourself a Merry Little New Year.

Guuuten Moorgen und ein gesunnndes, neuuues....
Wie?
Was ist heute?
Der neunte Januar?
Morgen kommt meine Mutter aus Costa Rica zurück und an den Jahreswechsel erinnert sich schon keiner mehr?
Sinnlos.
Ich möchte mich allerdings nicht auf den Schultern der viel beschimpften Schnelllebigkeit ausruhen. Vielmehr muss ich feststellen, dass meine Motivation, die im letzten Quartal 2011 ja immer mal schubweise und dann gleich in manischen Dosen zu spüren war, mein Leben in den letzten Wochen leider gar nicht mehr bereichern konnte. Was an Veränderungen liegen mag, die ich mir so ausgesucht habe... aber wie ich das manisch Fröhlich-Selbstbewusste vielleicht noch irgendwie in meinen aktuellen Lebensabschnitt transportiert bekomme, das muss ich erst noch herausfinden.
Fragt sich nur wie, wenn ich sogar zu faul bin, mir gute Vorsätze auszudenken. Heute habe ich wieder versucht, es mir schön zu reden, indem ich empört festgestellt habe, dass ich ja schließlich im Drei-Schicht-System arbeite und in diesem unstrukturierten Alltag gar keine Möglichkeit besteht, sich mal zu motivieren und zu disziplinieren. Aber irgendwie wurde selbst mir, noch bevor ich den Gedanken groß weiter spinnen konnte, klar, dass das nur eine weitere von vielen Ausflüchten ist, mit denen ich versuche, mir alles schön zu reden und mich um Probleme herum zu manövrieren, denen ich mich nicht gewachsen fühle.
Erster guter Vorsatz für's neue Jahr also: Keine Ausflüchte mehr.
Was mir zumindest subjektiv gerade kein bisschen machbar erscheint. Aber da ich beschlossen habe, das Jahr 2012 erst mit Ende dieses Winters beginnen zu lassen, habe ich noch gute zwei Monate Zeit, mir Strategien zu überlegen, wie ich das in die Tat umsetzen könnte.
Und das Problem mit dem Schichtdienst ist wahrscheinlich wirklich nur ein weiterer Versuch meines Unterbewusstseins, sich heraus zu reden. Zwar kann ich mir nicht vornehmen, jeden Morgen mit einem Glas Orangensaft und 30 Situps zu beginnen, täglich die Tagesschau zu schauen, immer samstags zum Body Mix zu gehen und sonntags grundsätzlich nur Dinge zu tun, die mir Freude bereiten und mir Ausgleich verschaffen, aber wenn man will, kann man all diese Vorsätze ja trotzdem aufgreifen - man muss sie halt nur so anpassen, dass sie an keine festen Zeitpunkte gebunden sind.
Ein bisschen fehlt mir noch der Plan. Aber wie gesagt: Gute zwei Monate bleiben mir noch. Und in dieser Zeit werde ich in mich gehen und schonmal anfangen, Selbstbeherrschung und Selbstachtung zu trainieren, und dann werden sie sich umsehen, wenn ich am 21. März meine guten Vorsätze für's neue Jahr, am 21. Juni einen euphorischen Zwischenbericht, am 21. September eine ausführliche Bilderschau des schönsten halben Jahres meines Lebens und am 21. Dezember ein nicht retuschiertes Foto meines hart erarbeiteten, neuen Astralkörpers präsentiere.
Zumindest das illusorische Denken fern jeder Realität ist mir noch nicht ganz abhanden gekommen.
Guter Vorsatz ab sofort: Mehr ich.
*plöpp*
