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12.07.2013

Man muss nicht immer weit weit weg.


...und in Freiberg war ich auch.(< Link zum Fotoalbum)

Am 24. Mai. Ist also schon fast verjährt, dieses Happening, aber ich mag es nicht, wenn Dinge, die mir Freude bereitet haben, einfach unerwähnt bleiben. Und da ja Ziele wie Freiberg sowieso eher selten von privatem Interesse sind, möchte ich an dieser Stelle einfach empfehlen, an Betriebsausflügen teilzunehmen, die einen zu Destinationen führt, auf die man selbst nie gekommen wäre. Nach Bautzen war das nämlich nun schon das zweite Städtchen in direkter Umgebung, das ich dank meines Arbeitgebers kennenlernen durfte.

Sehr charmant.

*plöpp*

26.12.2012

Kraft durch Arbeit.


Hatte ich heute also meinen letzten Arbeitstag in 2012. Und bei so Sachen werde ich immer ein kleines bisschen sentimental. Im positiven Sinne allerdings. Heute zumindest. Denn hätte ich meinen geliebten Arbeitsplatz nicht gehabt, hätte mir in diesem Jahr wahrscheinlich noch häufiger der Sinn gefehlt, als es so schon der Fall war. Sagen zu können, dass man gern auf Arbeit kommt, ist fabelhaft. Und in nichtsoschönen Zeiten sagen zu können, dass man lieber auf Arbeit geht, als frei zu haben, ist ein Segen.

Ich weiß nicht, ob ich nochmal auf das nun fast vergangene Jahr zurück schauen werde. Hier so. Schriftlich. Und gedanklich. Eigentlich hab' ich's mir vorgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Unterfangen sehr schnell in etwas ausartet, was ich nicht möchte, ist allerdings sehr hoch.

Sollte also kein Jahresrückblick kommen: Mein Beruf stand 2012 definitiv auf der Haben-Seite. Und darüber freue ich mich. Sehr. So sehr, dass ich darauf direkt noch ein Gläschen Sekt trinke, bevor ich in 7 entspannte Jahresübergangstage starte.

Der Text gibt nicht viel Sinn, tut er? Auch egal. Ich freu' mich.

*plöpp*

29.03.2012

Haste ma' 400 Euro?

...und dass ich jetzt wieder eine Halbtagskraft bin, das hatte ich ihnen auch noch nicht erzählt, oder? Wie das so ist mit befristeten Verträgen, die nichtmal auf ein konkretes Datum befristet sind, geschweigedenn sonst irgendwelche Konstanten enthalten, macht man sich zum Spielball und bekommt dafür auch nicht mehr als Mitleid und lauter "Ich würde ihnen ja gern mehr anbieten, aber"-s.

Gab es also im Februar und im März schon nur die Hälfte des Geldes, ohne dass mir irgendjemand gesagt hat, dass ich wieder runter gestuft bin, so dass ich weiter fleißig voll arbeiten gegangen bin, und ab April bin ich nun wieder ganz offiziell nur zur Hälfte erwünscht und hab' die andere Hälfte Zeit.

Was an sich schön wäre. Wenn 50% Arbeit so gut bezahlt wären, dass man wenigstens über die Runden kommt. Sind sie aber nicht. Und so befinde ich mich aktuell wieder auf der Suche nach einem brauchbaren Nebenjob.

Bei nebenjob.de habe ich bereits gelernt, dass "Kulis zusammenbauen zu Hause" als Nebenjob nur eine Legende ist und das erfassen von Datensätzen nicht wirklich die Masse einbringt, wenn man nicht Steno schreiben kann. Flaschen sammeln ist für mich keine echte Alternative, vor allem nicht bei der überfüllten Flaschensammler-Szene in der Dresdner Neustadt, und sowas Unsicheres wie "Blog monetarisieren" oder "Geld verdienen bei Fotolia" ist mir irgendwie... zu unsicher.

Einfach wieder zurück in eine Pflegeeinrichtung, wie ich es im November und Dezember schon gelöst hatte, schien mir aber auch irgendwie zu fad. So dass ich nun wieder dazu übergegangen bin, alle möglichen Unternehmensseiten abzuklappern.

Ikea hat grad nichts, H&M auch nicht, und überhaupt haben alle großen Häuser zwar an ausgewählten Ärschen der Welt Personalbedarf, aber in Dresden scheinen alle Stellen besetzt. Auch der Zoo, der ja meine allererste Wahl gewesen wäre, selbst für einen Hungerlohn, bietet nichts auf 400€-Basis - alles in allem habe ich in 2 Stunden nur eine einzige Stelle gefunden, auf die ich mich jetzt mal zeitnah bewerben werde, und sonst nichts.

Falls einer von ihnen also noch eine zündende Idee hat: Bitte bitte her damit. Erstaunlicherweise bin ich zwar momentan noch nichtmal im Dispo, aber der Tag kommt auch wieder, und dann brauche ich GELD!

Das dazu.
Jetzt Kaffee.

*plöpp*

17.08.2011

Piff paff aus dem Nichts.


[DJ Fresh - Louder. So schön.]

...und damit wir aktuell bleiben:

Heute den zweiten Vertrag unterschrieben. Mein Ausbildungskrankenhaus möchte mich doch behalten. Befristet, freilich. Und nur auf 50%, freilich. Aber das wussten wir vorher. Ich darf also weiter mit sprechenden Menschen arbeiten, bleibe sogar auf meiner heiß geliebten Station und habe auch ab September einen Arbeitsweg, der sich allmorgendlich zu Fuß genießen lässt.

Das mit den 50% mag die Euphorie des ein oder anderen vielleicht ein bümschen bremsen, aber falls es hilft: Ich freue mich sehr :)

Wissen sie also auch das, jetzt noch Daumen halten für die mündlichen Prüfungen am Montag und dann kann endlich das Leben beginnen.

Darauf ein Schälchen Sekt :D


08.07.2011

Nursing Fail.


[Beyoncé - "Best thing I never had". - Video hier.]

Dieses elende Gefühl des Versagens.
Ich hab's so satt.

Nach Leipzig, zur Sonne.
Dienstag wieder da.

Wunderschönes Wochenende, Welt!

31.05.2011

Keine weiteren Termine.


Ganz klein steht es da. Fast unscheinbar.
"Keine weiteren Termine..."

War's das also mit der Queerbeats. Und auch wenn die vorhergehenden Termine zumindest für mein ungeübtes Auge nicht eben überlaufen waren und die Macher ihre Gründe haben werden, das Projekt einzustampfen, ist es doch traurig. Denn ähnlich erlesenes Klientel findet sich leider nirgendwo anders in Dresden. Ohne jemandem auf den Schlips treten zu wollen. Bärenzwinger, Straße E und Metronom bedienen einfach eine andere Zielgruppe.

Obwohl ja auch die Queerbeats einmal im Metronom stattfand. Wo ich (meiner Meinung nach) anwesend war. Genau wie vorher im U- Boot und nachher in der Scheune. Und auch zur allerletzten Queerbea†s habe ich mich getragen. Einfach, weil es sein musste. Und um den schönen Abenden, die es einst hatte, Tribut zu zollen.
Danken muss ich an dieser Stelle meinem sozialen Umfeld, das geschlossen keine Zeit und/ oder Lust hatte, mich zu begleiten, so dass ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder gezwungen war, allein zum Tanz zu gehen. Denn was trostlos klingt, ward wundervoll. Weil es noch ging. Tapfer habe ich mich an meinem Schöfferhofer Pampelmuse festgehalten, um bis zum Schluss souverän bleiben zu können, getanzt habe ich zur diesmal wieder grandiosen Musik, was die müden Glieder hergaben, unterhalten habe ich mich, wie es meine Small Talk- Fähigkeiten zuließen und zu guter Letzt bin ich sogar gegangen, als es am schönsten war.

Kann ich die letzte Queerbeats also in mehr als lieber Erinnerung behalten, was zwar auch die Wehmut ein bisschen drückender macht, aber das Motiv des Phönix aus der Asche ist sowieso einer meiner großen Motivatoren - vielleicht lässt es sich ja irgendwann auch auf diesen schönen Zielgruppenschwof anwenden.

● ● ●

"Keine weiteren Termine..." gibt es allerdings auch bei mir erstmal nicht. Denn am kommenden Montag ist es so weit - die schriftlichen Prüfungen beginnen. Setzen sich am Dienstag fort, enden am Mittwoch. Und dann war's das schon wieder schriftlich. Heißt also, dass ich nach einer mehr als mäßigen Vorbereitungsphase und einer extrem schwachen, bisherigen Lernphase in den nächsten 5 Tagen Anatomie, Physiologie, Pathologie und Pflege sowie wirtschaftliche, rechtliche und qualitative Aspekte im Pflegeberuf atmen muss und mich deshalb ganz und gar abschotte. So zumindest der gute Vorsatz. Lediglich die Großeltern werden anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit am Freitag kurz mit meiner Präsenz beehrt; ansonsten wird es sein, als wär' ich nicht.

Um ihnen das ein wenig zu erleichtern (als ob Funkstille meinerseits etwas Neues wäre), hier noch ein paar unbeschwerte Bilder von unbeschwerten Vögeln. Sittichcontent war ja auch schon länger gewünscht, und vorgestern waren Bubi und Pitt, oder wie sie noch gleich hießen, tatsächlich mal wieder auf Abenteuertour in der großen, weiten Wohnniesche.



Herzallerliebst.

In diesem Sinne,
wenn sie's gut mit mir meinen, halten sie mir Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils von 8:00 bis 10:00 fest die Daumen, alles weitere wird sich ergeben und im Anschluss an's Ergebnis berichtet werden.

Frohen Junianfang, Welt.

29.04.2011

Vienna calling.


[Radio 1 Live Lounge- Nachtrag #1: Jessie J - Young Blood (The Naked and Famous- Cover) ♥ ]

Yoar. Die guten Vorsätze. Aber diesmal liegt es tatsächlich an absolutem Zeitmangel, dass ich hier nach wie vor nicht so aktiv bin, wie ich's gern wäre. Nicht, weil ich nebem dem Lernen absolut keine Zeit hätte. Aber wenn ich mir den Luxus gönne, über eine gewissen Zeitspanne nicht zu lernen, suche ich meinen Ausgleich dann doch lieber draußen.

So auch Ostern - 2 Tage waren Lerntage, 2 Tage waren freie Tage, und die zwei freien Tage wurden konsequent an der Luft verbracht. Größtenteils zumindest. Schön in der Sonne, auf der Wiese, am Wasser, mit Kaffee, und Bier, und einem zarten Windhauch um die Nase... Genau so, wie eigentlich jeder Tag aussehen sollte. Freitag war jemand sogar so gut, mich mit dem Rad an die Kiesgrube Leuben zu begleiten, denn am Morgen des Karfreitag roch die Luft so gut, dass ich mich direkt in Campingsplatzstimmung versetzt fühlte und unbedingt ins Wasser wollte. Und so war's. 'S ist angebadet :D

Über Ostern hätte ich mich auch ausführlicher ergießen können, aber nun ist's ja auch schon wieder eine Werkwoche her und die Zeit zieht ins Land ohne dass man überhaupt merkt, dass sie so lange da war, wie sie im Nachhinein vorgibt, es gewesen zu sein, und schon kommt der nächste Programmpunkt 2011:


[Radio 1 Live Lounge- Nachtrag #2: Ellie Goulding - Heartbeats (José González- Cover) ♥ ]

Wien. Genauer gesagt die Studienfahrt meiner fröhlichen Krankenpflegeklasse nach Wien. 3 Tage gibt uns die Schule frei, von Montag bis Mittwoch, aber weil wir so reisegeil sind, setzen wir uns schon heute Nacht in den Zug, der dann morgen kurz vor 7 in Wien ankert.

Und so gerne ich mal wieder nach Wien wollte, weil ich so gut wie keine Erinnerungen mehr an meine letzte Reise nach Wien habe und so viel ich dort auch gern beschauen wollte, so sehr nervt es mich auch, dass ich mich noch nie so wenig auf eine Reise gefreut habe, wie auf diese. Heute habe ich es mit Mühe und Not noch geschafft, all meine Bewerbungen abzuschicken, die ich vorgestern und gestern mehr schlecht als recht zusammen gewürfelt habe, damit bis Ende April alle Bewerbungen raus sind, Anfang Juni haben wir 3 schriftliche Prüfungen, für die wir lernen müssen bis zum Erbrechen und auch hauswirtschaftliche Notwendigkeiten und soziale Begehrlichkeiten ruhen ja deswegen nicht in dieser Zeit. Aber "so ein paar Tage Wien tun ihnen bestimmt nochmal gut vor den Prüfungen."

Duh.

Ich will ja gar nicht bestreiten, dass der Aspekt, einfach weg von zu Hause zu sein, mir bis jetzt immer gut getan hat, aber so eine Abschlussfahrt vor alle Prüfungen zu setzen... Das fällt nur echten Vollzeitpädagogen ein o_O

Naja. Wie(n) auch immer, die Ausflüge zu Sissi nach Haus' und zu Sigmund nach Haus' sind bereits organisiert, und auch sonst machen wir noch irgendwie irgendwas, für eine Besichtigung des Zentralfriedhofes hat sich auch schon eine Mehrheit gefunden, vielleicht noch die Nationalbibliothek, wenn mich jemand begleitet, und unbedingt ein Bier im Riesenrad will ich trinken - das sollte genügen, um wenigstens ein paar Eindrücke zu sammeln und die nächste Wien- Reise zu einem entspannteren Zeitpunkt schonmal zu planen.

Wünschen sie mir also eine gute Reise, viel Glück mit meinen verschickten Bewerbungen, und halten sie die Daumen, dass vielleicht bei meiner Rückkehr schon ein neuer PC auf mich wartet.

Alles Gute derweile!

21.04.2011

1000. Und wieder von vorn.



[Foto by MeinFotostudio | Musik: Frida Gold - Wovon sollen wir träumen? - Live & Acoustic.]

"Wir könn' nicht mehr atmen und vergessen zu essen,
wir trinken zu viel, es bleibt ein Spiel ohne Ziel.
Wan hört das auf? Wann komm' wir hier raus?
Wovon sollen wir träumen? Wo sind wir zu Haus'?"

Da denkst du nach und denkst nach und denkst nach, was einem tausendsten Post gerecht werden würde, um letztlich festzustellen, dass doch alle Ideen zu banal sind, um hier nach 999 Posts den Knallereffekt zu zünden.

Eine lange Abhandlung wollte ich schreiben. Darüber, warum ich gern sterben würde. Und warum es eigentlich gar nicht so verkehrt ist, nicht an seinem Leben zu hängen, und warum der Wunsch nach dem Tod im günstigsten Fall sogar den Weg in ein unbeschwerteres Leben ebnen kann. Aber irgendwie kam mir das dann zu gedrückt vor. So zum Jubiläum. Abgesehen davon, dass ich mich keiner "Dein Leben ist ein Geschenk"- Diskussion stellen möchte. Nicht, dass das nicht eines der wenigen Themen ist, zu denen ich wirklich leidenschaftlich sprechen könnte, aber da fehlt mir grad die Zeit 'zu.

Gibt es also zum 1000sten statt groß inszenierter Lebensmüdigkeit ein Bild. Genauer gesagt mein Berwerbungsfoto 2011, mit dem ich mich statt für eine dunkle Zukunft in einer hölzernen Kiste lieber für ein neues Leben bewerben möchte. Ohne jetzt die Erwartungen an die bald nahenden Veränderungen in meinem Leben zu hoch zu schrauben. Aber allein jetzt stelle ich schon fest, wie wahnsinnig gut es mir tut, eigenverantwortlich arbeiten zu dürfen und endlich einmal das Gefühl zu haben, nicht immer nur der Depp vom Dienst zu sein.

Entsprechend sehen auch die näheren Zukunftspläne aus: So gerne ich auch studieren würde, um in dem Feld, in dem ich mich aktuell bewege, etwas verändern zu können und der psychosozialen Betreuung von Menschen, die nicht zwangsläufig an einer massiven Psychose leiden, die aber einfach aufgrund ihrer gestörten Denkmuster Probleme entwickeln, die bei Anwendung entsprechender Bewältigungsstrategien niemals so tiefgreifend sein müssten, unheimlich gern stärker in den Fokus der Praxis verhelfen würde, so deutlich zeigt sich auch der Mehrwert einer realen Arbeit für mein Selbstwertgefühl. Langer Satz, macht trotzdem Sinn. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, aber ich bin jetzt seit einer Woche wieder in der Schule und fühle mich schon wieder wesentlich schlechter, als noch vor einer Woche, als im Stationsalltag alles schön war. Ehrgeiz hin oder her, aber im direkten Anschluss an diese 3 Jahre der Demut, denen bereits 22 Jahre der Demut vorangingen, nochmal 5 Jahre der Demut hängen, und ich schreibe wirklich einen Aufsatz darüber, warum ich mich dafür entschieden habe, mir 400 Internationale Einheiten Insulin zu spritzen.

Nichts genaues weiß man nicht, und wenn ich ab Oktober 2011 doch immatrikulierter TU- Student bin, steinigen sie mich nicht, aber aktuell sieht die Interessenlage so aus.

Und wen das jetzt so gar nicht interessiert hat, dem teile ich nur noch schnell den weniger psychotischen Rest mit:



[Musik: Clueso - "Herz"]

"Mein Herz auf deinem Beifahrersitz, dort hat es nichts verloren.
Und wenn du jetzt jemand' anderen mitnimmst, sitzt er hoffentlich nicht vorn."

Die Facebook- Freunde wissen es schon länger: Mein Laptop ist kaputt, statt weiß zeigt er nur noch pink, ohne entsprechende Farbeinstellungen entsteht innerhalb kürzester Zeit ein stechender Kopfschmerz und laut Google ist diese pinke Farbstörung wohl das Magen- Carzinom des Computers - wenn nicht schnell und teuer therapiert, dann lethal. Deswegen (mehr oder weniger) schleunigst einen neuen Computer gesucht und nun auch schon komplett bezahlt, weil mich die Targobank für nicht kreditwürdig genug hält, um mir eine 0%- Finanzierung zu gewähren - Eine DELL- Acer- Kombination wird bald Einzug halten in meine bescheidenen 4 Wände.
Wieder Laptop war keine Option, weil ich es hasse, wenn eine einzelne Komponente ausfällt und damit der komplette Komplex nicht mehr brauchbar ist, ohne dass man externe Teile anschließt, und dass diese verfi*kte Sekte mit dem pseudosubkulturellen Obstsymbol keine Option war, dürfte dem geneigten Leser keine Neuheit sein, also fachtechnisch beraten lassen und das kam raus. Hoffen wir, dass es nett aussieht am Platz.



[Musik: Frida Gold - Komm zu mir nach Haus']

Außerdem genieße ich den Frühling, so gut ich es kann mit dem Gedanken im Nacken, dass ich eigentlich 24 Stunden am Tag lernen müsste, aber immerhin: den Augustusgarten, den Schillergarten, den Fährgarten Johannstadt und den Biergarten an Katy's Garage habe ich schon besucht - Biergartenaktivitäten also voll im Soll - muss nur noch jemand zum Angrillen einladen und auch ein erster Sprung in die Kiesgrube wäre bei beständiger Wetterlage mal indiziert, und dann bin ich eigentlich schon voll zufrieden mit meiner Sommerzeit.

Musikalisch höre ich gerade sehr sehr gern deutsche Texte, sowohl das aktuelle Album "Juwel" von Frida Gold ("Zeig mir wie du tanzt", "Komm zu mir nach Haus'", "Wovon sollen wir träumen", "Undercover", "Verständlich sein") als auch das aktuelle Album "An und für Sich" von Clueso ("Herz", "Ich bin für's rollen", "Dreh dich", "Müsste geh'n") kann ich sehr empfehlen - aber an Musi kommt dann wahrscheinlich ab dem 1000understen Post auch wieder mehr... Deswegen... Einfach anhören, was ich hier so reingeklebt habe... Es ist schön ;)

Zwischenmenschlich passiert zwar was, aber aus Respekt vor eventuell Beteiligten bleibt das alles geheim, bis es vorbei ist...

Wissen sie also Bescheid. Tut mir leid, wenn das jetzt jegliche Erwartungen zerplatzen ließ und weder inhaltlich noch in Wortwahl und Ausdruck überzeugen konnte, aber ich wollte die 1000er- Hürde gern überwinden, um danach einfach weiterposten zu können.

Alle Fragen werden gern und ausführlich beantwortet. Hier und jetzt und auch sonst immer.

Und ganz am Schluss, wenn auch von der Wertigkeit eigentlich ganz an den Anfang gehörend, 1 ganz großes Dankeschön an den Herrn Spontiv, der, trotz eigener Sorgen, sowohl durch technisches Know- How als auch durch ein beeindruckendes Einfühlungsvermögen ganz und gar kostenfrei mein Leben zu bereichern wusste - es gibt so Menschen, die sind lieb.

Gute Nacht, Welt.


[Leipzig equals Spaß. Immer wieder.]


01.04.2011

"Sie erwarten zu viel. Erwarten sie doch mal weniger."
oder: Was so geht bei mir.


Ich mache ja jetzt in Psychotherapie. Also, nicht aktiv therapierend. Sondern auf der Couch. Die auch nur ein Sessel ist. Aus rein investigativen Gründen, versteht sich. Aber wenn man einmal da ist, so zum investigieren, kann man ja auch gleich mal ein paar Probleme durchkauen. Soll ja echt wirken.

Und so viel ich mir von dieser Therapie versprochen hatte, so enttäuscht bin ich bisher. Denn alles, was mir diese Frau erzählt, sind Dinge, die ich mir vorher auch schon selbst so reflektiert habe. Und während ich am Anfang noch nicht sicher war, ob ich mich da vielleicht nur wieder selbst überschätze, bin ich inzwischen fast überzeugt, dass mir an dieser Stelle keine neuen Anstöße gegeben werden können.

Ich erzähle ihr, was meine Probleme sind, sie holt weit aus, um meine Aussagen eins zu eins in einen anderen Wortlaut zu verpacken, dann hängt sie ein "Hm, hm, hm..." dran, schaut mich vorwurfsvoll an nach dem Motto "eigentlich wissen sie ja, was sie falsch machen" und dann Schweigen. Und wenn ich das Schweigen nicht durch einen neuen Gedanken breche, dann kommen Tipps wie der in der Überschrift genannte.

Ich habe einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex. Die Lösung? Machen sie sich klar, dass das Unsinn ist.
Ich stelle an meine Beziehung unrealistisch- romantische Ansprüche. Die Lösung? Hören sie auf damit.
Ich sitze zu Hause und komme vor erdrückenden Gedanken weder vor noch zurück. Die Lösung? Suchen sie sich Hobbies.

o_O

Ist vielleicht ein bisschen grob dargestellt, aber darauf läuft alles hinaus. Ungünstige Denk- und Verhaltensweisen bewusst machen und dann aufhören damit. Wenn es so einfach wäre, müsste ich mich allerdings auch nicht zu ihr auf den Sessel setzen. Diese Frau bekommt mein Leben also auch nicht in den Griff für mich. Doof.

So viel dazu, hier der Rest:

Seit dem 21.03. befinde ich mich endlich auf meiner Spezialiesierungsstation im Krankenhaus, also auf der Station, auf der ich nun bis zum Ende meiner Ausbildung bleiben werde und auf der ich auch meine praktische Prüfung ablege. Das ist zum einen schön, weil das elende Gekutsche zu irgendwelchen Außeneinsätzen und das Kennenlernen neuer Arbeitskollegen im 3- Wochen- Takt endlich ein Ende hat und zum anderen, weil ich jetzt unter Menschen, die ich fast ausnahmslos mag, selbstständig arbeiten kann. Das hat schon was für den Selbstwert.

Die praktische Prüfung wird am 8. Juli stattfinden, wenn niemand ausfällt, die schriftlichen Prüfungen allerdings schon am 6., 7. und 8. Juni. Und das ist der Part, der mir momentan täglich Übelkeit beschert. Denn eigentlich wollte ich am 01. Januar anfangen, zu lernen. Heute haben wir den 1. April. Die Hefter stehen noch unangetastet in ihrer Ecke. Und jedes Mal, wenn ich sie ansehe, wieder Übelkeit. Muss ich sehen, wie ich dieses Problem löse.

Angenommen, ich finde einen Weg, die schriftlichen Prüfungen zu meistern und die praktische Prüfung zu bestehen, kommen am 22.08. dann noch die mündlichen Prüfungen und dann ist Schluss. Wie es danach weitergehen soll, weiß ich nach wie vor nicht, denn die Pros und Contras der beiden Optionen Psychologie- Studium oder Arbeitsleben halten sich jeweils genau die Waage. Im Zweifelsfall entscheidet die Münze. Aber so weit ist's ja noch nicht.

Außerdem habe ich dank Teleskopstange Lillholmen endlich Vorhänge vor meinen Fenstern, habe eine neue Seersucker- Bettwäsche zu meiner neuen 220x240 großen Bettdecke, meine Haarfrisur ist auch ein bisschen neu - es soll ein angedeuteter Undercut (siehe Marc Eggers- Haar Tutorial) sein, der sich noch ein bisschen entwickeln soll, und just in diesem Moment ist meine Brille24- Brille eingetroffen, die mich gerade so gar nicht überzeugt, rein optisch, aber dazu kommt bald ein eigenständiger Bericht.

Sind sie also erstmal auf dem Laufenden - alles, was ich vergessen habe, werde ich dann in den zukünftig hoffentlich wieder häufigeren Posts erwähnen, und dann ergibt sich im günstigsten Fall auch bald wieder ein harmonisches Gesamtbild.

Viel Sonne derweile :)

28.01.2011

"Jedes Leben ist lebenswert."


In letzter Zeit weiß ich einfach nicht mehr, was ich posten soll. Ein Artikel zum Thema der Verlustangst bezeichnet diese "Resignation gegenüber Menschen und der Welt" gar als eines der Leitsymptome. Und tatsächlich habe ich festgestellt, dass mir schon länger sehr vieles egal ist, wo meine Mitmenschen mich ungläubig anstarren ob der Tatsache, dass mich der entsprechende Sachverhalt kein bisschen juckt, während in Speakers' Corner seit Wochen nichts anderes mehr diskutiert wird.

Früher aber habe ich gern Dinge gepostet, die mich irgendwie emotional bewegt haben, und zu denen ich ausnahmsweise eine Meinung hatte, entgegen der oben beschriebenen Gleichgültigkeit.

Heute war es mal wieder so weit. Nach zwei mehrstündigen Unterrichtseinheiten zum Thema Humangenetik, in denen es zu einem großen Teil auch um Vererbungswahrscheinlichkeiten und Pränataldiagnostik ging, bildeten heute drei Stunden zu "Ethischen Fragestellungen in der Humangenetik" den Abschluss dieses Themenkomplexes.

Und anhand mehrer Fallbeispiele wurde diskutiert, was im Bereich der Pränataldiagnostik sowie in Fragen des Schwangerschaftsabbruchs aufgrund der entsprechenden Befunde moralisch vertretbar ist, und was nicht. Wobei es neben Unterschieden in den Details immer wieder auf die Kernfrage hinaus lief: Ist jedes Leben lebenswert?

Eine Frage, die ich persönlich mit einem mehr als entschiedenen "Nein" beantworten würde. Wobei ich da wahrscheinlich ein bisschen zu sehr pro induzierter Abort bin, weil für mich die Grenzen eines nicht lebenswerten Lebens schon bei emotionaler Ablehnung und anderen widrigen, frühkindlichen Umgebungsfaktoren beginnen. Aber spätestens, nachdem wir Krankheitsbilder wie das Edwards- Syndrom (Trisomie 18) oder das Pätau- Syndrom (Trisomie 13) kennen gelernt haben, hätte ich gedacht, dass niemand mehr so verblendet sein dürfte, jedes Drecksleben als "lebenswert" zu bezeichnen. Was trotzdem (mindestens) einer meiner Klassenkameraden tat.

Wer die beiden Krankheitsbilder, speziell das Pätau- Syndrom, in der Google- Bildersuche eingibt, ist selbst schuld, kann mich dann aber wahrscheinlich auch noch besser nachvollziehen.

Wie gern man manchmal Menschen an den Haaren aus ihrer blumig- idealistischen Welt ziehen würde. Und wie gern man sie dann dabei beobachten würde, wie sie "Jedes Leben ist lebenswert." vor einer Gruppe schwer behinderter, schwer erziehbarer oder aus sonst irgendeinem Grund ausgestoßener, abgelehnter Kinder und Jugendlicher flöten.

Da merkt man, dass man noch lebt.

So viel zum Wort zum Freitag - demnächst werde ich mich bemühen, auch wieder banalere Inhalte zu besprechen.

Dass die Indira rausfliegt, das wirkte ja wirklich auch fast schon ein bisschen gestaged...

09.01.2011

Neues Jahr, alter Trott. Und der Krokus boxt sich durch's Eis.


Habe ich mich also diesmal sowohl mit großen Rückblicken als auch mit großen Vorsätzen und Neuanfangsbeschwingungen zurück gehalten und ich glaube, diese Gleichgültigkeit dem Jahreswechsel gegenüber wird sich auch durch das Jahr 2011 ziehen.

Ich glaube nicht, dass 2011 die große Wende oder sonstwas bringen wird, allein am Potential dazu fehlt es dank meiner anstehenden Prüfungen, aber einen Hoffnungsschimmer gibt es: Die Dinge, von denen man am wenigsten erwartet, haben wiederum das größte Potential, einen positiv zu überraschen.

Gehe ich also völlig egal ins neue Jahr, möchte deswegen aber nicht versäumen, hier allen, die sich nach wie vor ein bisschen für mein Schreibheft interessieren, ein gesundes neues Jahr zu wünschen - weil man das nun mal so macht.


Und als großer Befürworter der aktuellen Tau- Tendenzen klebe ich noch schnell meine letzten, schönen Winterimpressionen in mein buntes Bilderbuch, damit ab morgen dann volle Kanne Sommer kommen kann. Ich bin bereit.


Entstanden sind die Bilder auf dem Gelände des Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf, wo ich aktuell mein Psychiatrie- Praktikum absolviere und letzten Donnerstag auf meiner Station bereits Entweihnachtungsbeauftragter war, gestern habe ich nun auch bei mir abgeschmückt und jetzt KÖNNEN. DIE. KNOSPEN. SPRIESSEN!


Wenn das zum 09. Januar auch ein recht frommer Wunsch sein dürfte. Aber wie gesagt: Ich lasse mich gern von dir überraschen, liebes 2011 ^^

25.05.2010

"Don't slow down, 'cause otherwise you'll hit the ground."


Kinotag! :D

Der fleißigste Kommentator meines kleinen Schreibheftes hier hatte zu "vincent will meer" geladen, und wer bin ich, eine Einladung auszuschlagen. Ich hatte schließlich um Selbige gebeten ^^

Und hier ist, was spontan im Gedächtnis blieb: Die Top 10.

10. vincent will meer.

Allein der Titel verdient schon Lob. Zum Einen, weil ich die doppelte Bedeutung in der Aussprache schon immer sehr mochte und zum Anderen, weil ich das Meer schon immer mochte. Große Gewässer üben auf mich eine magische Anziehungskraft aus, aufgrund ihrer Ruhe, aufgrund ihrer Unendlichkeit, aufgrund ihrer Unbedingheit - einfach aufgrund ihrer begründeten Symbolkraft.

09. Gezwungenes Lächeln by Heino Ferch.

Leider auf die Schnelle kein Bild dazu gefunden, aber wenn der Ferch, Heino sein Zwecklächeln aufsetzt, sieht das einfach zu knuffig aus. Muss man mal gesehen haben. Wer sich nichts drunter vorstellen kann, sollte den Film schauen - die Szene, in der er vor den Augen des italienischen Polizeiers den Saab kurzschließt.

08. "Klassik!" - "Das ist Bach!"

Ich bin ja musikalisch in (fast) alle Richtungen offen, und auch klassische Musik kann im richtigen Rahmen und zum richtigen Zeitpunkt durchaus ihren Reiz haben. Und Johann Sebastian Bach hat fabelhaft in diesen Film gepasst. Ich sollte wieder mehr Klassisches hören.

07. Nature at its finest.


War zwar nur eine Nebendarstellerin, aber eine ganz Beeindruckende, in diesem Fall, die liebe Natur. Speziell im vollgrünen Tiroler Bergland hätte ich den Film im Minutentakt anhalten können, um einen Screenshot zu machen - einfach nur schön.

06. Das Programmkino Ost.

Als ich das letzte Mal im Ost war, war es noch ein modriger Altbau, der irgendwie nach Abriss roch und trotz dieser Tatsache nicht wirklich Charme versprühte. Aber das ist lange her, und was inzwischen aus dem Programmkino am Altenberger Platz gemacht wurde, kann sich mehr als sehen lassen. Bin ich aber scheinbar nicht der Erste, dem das auffällt, denn entgegen meiner Erwartungen war der Kinosaal für ein Programmkino erstaunlich gut gefüllt. Besuchsempfehlung.

05. Tourette, kurz zusammengefasst.

"Ich hab'n Clown im Kopf, der mir ständig zwischen die Synapsen scheißt."

Extrem charmant, griffig und medizinisch nicht direkt verkehrt. Vielleicht sollte man Drehbuchautoren in medizinischen Lehrbüchern auch ein bis zwei Zeilen pro Krankheitsbild einräumen.

04. Cargo City.


Bisher noch nie was 'von gehört, und die Zahl der Facebook- Fans kraucht zur Zeit auch noch im dreistelligen Bereich rum, aber das sollte sich dringend ändern. Denn was Cargo City zum Soundtrack beigesteuert haben, klingt wirklich sehr schön. Genauso wie alles andere, was man von Cargo City so findet. Von den wunderschönen Texten, von denen ich in meinem nächsten Selbstmitleidsanfall sicher einige verwenden werde, ganz zu schweigen.



Den schönen Song, den ich eigentlich finden wollte, habe ich leider nicht gefunden, aber ich vermute, dass es "Walk on my own" war, dem ich, wenn er es denn war, auch die Headline dieses Blogposts entnommen habe.

03. Florian David Fitz.


Florian David Fitz hatten wir hier schonmal, und wenn man in der Google- Bildersuche nach ihm sucht, bin ich auf der ersten Seite sogar zweimal vertreten. Damals hatte ich mich allerdings nur auf Wunsch mit ihm befasst - jetzt kann ich auch nachvollziehen, woher der Wunsch rührte. Ganz entzückend. Und außerdem ganz talentiert, denn das Tourette- Syndrom überzeugend darzustellen ist sicher nicht die einfachste schauspielerische Herausforderung.

02. Meine Sitznachbarn.

Wie oben schon erwähnt, war ich eingeladen, und damit war der heutige Kinobesuch auch eine Erstbegegnung mit jemanden, den ich bisher nur digital kannte. Was ja schon einmal sehr erfreulich ausging. Echtzeitmenschen sind halt dann doch noch eine Nummer interessanter :)

01. Psychisch krank ist genau so krank wie richtig krank!


Ein Zitat, das ich bereits anbrachte, als mir selbst eigentlich nicht danach war, hier irgendwas anzubringen. Aber es ist so wahr. Und jeder Film, der die Entstehung eines Bewusstseins dafür, dass psychogene Störungen mindestens genau so ernst zu nehmen sind, wie jede somatische Erkrankung, bekommt von mir schonmal ein Bienchen.

Tourette ist eine neurologische Erkrankung, die damit ein bisschen aus dem Raster fällt, aber selbst Vincent's Tourette- Syndrom hatte im Film psychogene Ursachen. Unterwegs war Vincent mit Anorexia nervosa, namentlich Marie (Karoline Herfurth) und Zwangsneurose, namentlich Alexander (Johannes Allmayer).

Vor allem zum Ende des Films wurde anhand von Marie's Anorexie sehr schön deutlich, welche verheerenden Folgen es haben kann, wenn "einfach nur" der Kopf rebelliert, und auch ihre "Schmerzen, die der Selbsthass erzeugt", fand ich sehr schön formuliert.


Im Gespräch zwischen Frau Doktor Rose (Katharina Müller- Elmau) und Vincent's Vater (Heino Ferch) wurde außerdem deutlich, wie viel man über ein Krankheit und deren Entstehung erfahren kann, indem man statt endloser apparativer Diagnostik zu allererst einmal eine umfassende Persönlichkeitsanamnese durchführt, und auch sehr bezeichnend fand ich Frau Doktor Rose's Ausspruch "Ich habe alles falsch gemacht." in Bezug auf die Therapie von Marie.

Keinem somatischen Arzt würde es jeh einfallen, so etwas zu sagen. Denn für körperliche Erkrankungen gibt es eindeutige Therapiestandards, und wenn die versagen, dann war es nicht die Schuld des Arztes, sondern die Schuld der Abwehr, die Schuld der individuellen Konstitution, die Schuld des Krankheitsstadiums, die Schuld der mangelnden Compliance auf Patientenseite oder einfach nur die Schuld Gottes - aber falsch gemacht hat Doktor Körper nie etwas. Überspitzt gesagt.

Doktor Kopf dagegen sieht sich diesem Kampf tagtäglich ausgesetzt - weil die Psyche eines Menschen und ihr Einfluss auf dessen Gesundheit so viel komplexer ist, als es ihr die allermeisten Menschen zugestehen möchten.

Und auch wenn das jetzt viel Text zum letzten Punkt der Top 10 war, und dieser viele Text wahrscheinlich die meisten schon wieder davon abgehalten hat, ihn zu lesen, war es mir trotzdem ein Bedürfnis, das nochmal zu unterstreichen, weil ich es unheimlich traurig finde, wie wenig Beachtung die Psyche des Menschen sowohl auf Seite der Medizin und Pflege als auch auf Seite der Patienten als auch auf Seite derer, die gar nicht wahrhaben wollen, dass sie Patienten sind, findet, nur weil man sie nicht konkret greifen kann und weil sie keine äußerlichen Symptome verursacht. Was sie allerdings tut.

● ● ●

War jetzt vielleicht ein bisschen ein frustriertes Schlusswort, aber der Film ist trotzdem sehr sehr schön und hebt auch keinen Zeigefinger, so wie ich das gerade tue, deswegen:

Unbedingte Empfehlung, so lange er noch in den Kinos oder sobald er auf DVD erschienen ist :)

18.05.2010

Über den Reiz des Morbiden.


Viel zu lachen haben wir ja nicht in unserer Berufsausbildung, aber dass der spaßigste Part der Woche unser Ausflug ins Krematorium wird, das hätte wohl keiner erwartet.

Die heutige Exkursion führte uns ins Krematorium Meißen, das günstigste Krematorium Deutschlands, außerdem das einzige, das schwer adipöse Verstorbene einäschern kann (Rekord bisher 395 kg) und das aufgrund seiner Preise einen Kundenkreis weit über die Grenzen des Freistaates hinaus... äh... betreut?

Und auch wenn ich nicht gerne zur Bild verlinke, aber diese Treffer liefert Google nunmal auf Seite 1, und ich bin zu faul, jetzt intensiv zu recherchieren:


Präsentiert wurde das ganze von einem äußerst beschwingten Jörg Schaldach, der mit dem Tod so humorvoll und unbeschwert umging, dass sogar unsere Begleitpädagogin erschrak, aber ich finde, und wir lernen, dass es genau so sein muss. Es war nicht despektierlich, aber es war lustig. So wie jeder Abschnitt des Lebens sein sollte.

Mein persönliches Highlight: Ich durfte einen ehemaligen Erdenbürger in den für ihn vorgesehenen Ofen fahren. Es waren lediglich zwei Knöpfe zu drücken, aber ein bisschen creepy war es nichtsdestotrotz.

Anschließend durften wir uns dann noch ansehen, wie ein Verblichener ansehnlich hergerichtet wurde. Man sollte annehmen, dass dies für seine Aufbahrung geschah, aber der sollte gar nicht aufgebahrt werden. Er wurde einfach nur für seinen Gang zur Himmelspforte hübsch gemacht. Fand ich nett.

Als dann während unseres Aufenthalts im Kühlraum noch ein Bestatter, der später wahrscheinlich auch in keinen Standardsarg passen wird, vorbeigerollt kam und unsere Blicke trocken mit "Im Fernsehen sehen wir besser aus." kommentierte, musste ich aus Versehen herzhaft lachen, und auch wenn man hierüber geteilter Meinung sein kann, wir fanden's irgendwie putzig:



[Kalenderblätter aus dem Lindner Bestattungskalender, zu dem ich gern verlinken würde, den ich aber im Internetz nicht finde.]


Wöllte ich verbrannt werden, ich würd's in Meißen machen lassen.

Will ich aber nicht.

05.05.2010

Zu viel Zeit? Lesen sie Gesetze!


Arbeitsrecht.

VIII. Zugang der Kündigungserklärung

VIII.2 Zugang der Kündigungserklärung in Abwesenheit

Die Kündigungserklärung ist zugegangen, wenn sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist. Das Schreiben gelangt in den Machtbereich des Empfängers, wenn es durch den Postboten, einen sonstigen Boten oder den Kündigenden selbst in den Hausbriefkasten des Gekündigten geworfen wird.

Ich weiß nicht, ob es an der Uhrzeit oder an den Kopfschmerzen lag, aber heute morgen empfand ich das als unheimlich lustig.

Gott sei Dank hatte ich heute nur Aldi- Werbung und einen Flyer von der Sperrmüllsammlung in meinem Machtbereich.

Wenn ich mal groß bin, möchte ich für Geld Gesetze formulieren.

21.04.2010

Stressorenminimierung!



So seh'n Sieger fröhliche Schwesternschüler aus.

Mit der Beratung einer Patientin mit diabetischem Fuß wurde heute von 09:05 bis 09:25 der Reigen meiner Zwischenprüfungen ausgeläutet. Abschlussprüfung dann in eineinhalb Jahren. Das hat noch. Sommer, ich bin jetzt so weit!



Die ersten 5 Minuten kam es noch nicht so richtig an, dann begann ich zu tanzen und spätestens nach dem ersten Bier auf dem Weg in die Innenstadt fühlte es sich direkt schon ein bisschen manisch an. Lange nicht mehr so wohl in meiner Haut gefühlt.



Zur Belohnung gab's einen Besuch bei Harry & Mandy, eine Karte für Fettes Brot nächsten Freitag, zum verspäteten Frühstück eine Ditsch- Pizza in der Altmarktgalerie und zum verspäteten Mittagessen Grünkohleintopf mit einer schmackhaften Mettwurst, wider aller diätetischen Grundlagen. Ganz viel Fett auf's Glück - das macht es gleitfähiger =)



Erfreuliche Randerscheinung: Die Prüfungen waren echter Stress. Organisatorisch und psychisch. Und ich habe kein einziges Mal geheult. Was vielleicht auch wieder banal klingt, aber genau so habe ich seit Oktober auf jede Stresssituation reagiert. Und ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass das jetzt so bleibt. Nun ist's weg. Und das ganz ohne Tabletten. Ich weiß gar nicht, was ich zuerst feiern soll.

Moment, doch:

Mich!
(Und den Fakt, dass ich diese Jacke vor einigen Wochen aufgrund ihres Preises schweren Herzens hängen lassen musste und sie heute für 9€ im Ausverkauf erstanden habe.)

16.04.2010

Sitzen zwei Hochhäuser im Keller...


...und stricken Kartoffeln, kommt 'n Knie vorbei, fragt so "Kann man hier rauchen?", fragen die Hochhäuser so "Bist du überhaupt schon 16?".

Ahahahaha.

Was macht man mit 'nem Hund ohne Beine?
...
Achtung.
Jetzt.
...
Um die Häuser ziehen!

Aaaaahahahahahahahaha.

Einer der ganz wenigen positiven Nebeneffekte an einer größeren, bevorstehenden Prüfung ist das vollständige Durchknallen aller Sicherungen bei maximaler Überlastung. Über strickende Hochhäuser und rauchende Knie lacht man dann genau so herzhaft wie über die gnadenlose Unfähigkeit der Sitznachbarin, "vingt-et-un" auszusprechen oder unseren Beitrag zur Ostrale 2011 (Konzeptuelle Installation "Afrika" sans le Konzept, s.o.).


Und wenn man dann eine Stunde lang auch über den letzten Mist gelacht hat, kippt man zur Seite weg und schläft. Dann wacht man wieder auf, einer sagt "Eine Kugel kommt um die Ecke und fällt um." und der Kreis beginnt von vorn.

Ich möchte uns nicht als Außenstehender beobachten müssen, aber diese heiter- dämliche Atmosphäre einer Nervenheilanstalt kann bisweilen unheimlich befreiend sein.

30.03.2010

Vorläufiges Résumée: Nachtarbeit.

[Missing you. Like the deserts miss the rain.]

Nach einer Nacht kann man sich wahrscheinlich noch kein Urteil bilden, aber bis jetzt bin ich schwer angetan. Des Nächtens ist alles so entspannt, so freundlich, so ungehetzt, so authentisch - es ist ja schließlich die Nacht, da hat keiner ein schlechtes Gewissen, wenn er einen Gang zurück schaltet und sich einfach nur so gibt, wie er ist.

Auch der Rhythmus gefällt mir gut. 14 Uhr aus dem Bett plumpsen und erstmal zu Aldi rüber schlurfen, um Frühstücksbrötchen zu kaufen und anschließend ein ausgiebiges Frühstück zu zelebrieren - das macht Laune. Wenn ich Frühdienst habe, gähne ich wesentlich öfter.

Und schlafende Patienten sind einfach zu drollig. Darf man sowas sagen?

Ich hoffe nur, dass die zweite Nacht auch angenehm wird, denn wirklich geschlafen habe ich nicht. 6 Stunden still gelegen eher. Mal schauen.

Jetzt erstmal Kaffee und dicke Hefter - wenn man die die ganze Zeit vor sich liegen hat, freut man sich dann auch, wenn man endlich auf Arbeit darf ;)

[Tagesdecken, die mal Jalousien werden wollten. Oder andersrum.]


22.03.2010

Intensiver Sonnenschein.


Urlaub ist vorbei, jetzt wird wieder gepflegt.

Diesmal für drei Wochen hier. Auf der ITS, um genauer zu sein. Auf der ITS Türkis und der ITS Gelb, um noch genauer zu sein. Ich dachte erst, ich hätte es am Telefon nicht richtig verstanden, aber in Kreischa nennt man sich tatsächlich ganz pragmatisch nach Farben. Mitschülerin S. arbeitet auf der ITS Magenta und Mitschülerin F. auf der ITS Blau. Und ich habe türkis und gelb bekommen. Also grün. Yay!

Der erste Arbeitstag begann schon lustig, als Mitschülerin S. versuchte, das Auto nach Kreischa zu lenken und sich dabei im Wechsel von der Ansage ihres Navis und den vielen Schlaglöchern überfordert fühlte, dann begannen auf einmal die hinteren Scheibenwischer, die hintere Scheibe zu wischen und ohne Mitschülerin F.'s Fachwissen würden sie jetzt noch wischen.... Kurzum: Das hätte ich sein können am Steuer. 1 Traum.

Die Kollegen, die mir heute begegnet sind, waren alle richtig nett, die Klinik ist wunderschön und das Dresdner Wetter ist fabelhaft. Einzig vor nächster Woche habe ich ein bisschen Respekt, denn im Dienstplan stehen meine ersten 4 Nachtdienste, aber wenn ich mir am Wochenende noch ein paar dichte Rollos kaufe, kriege ich auch die irgendwie rum.

Der langen Rede kurzer Sinn: Mit dem neuen Praxisblock sind keine neuen Stressfaktoren hinzugekommen. Das freut mich. Sehr. Ich habe genug, worauf ich mich konzentrieren und mehr als genug, wovon ich mich entzentrieren muss.

Die Sonne lacht.

09.03.2010

Praktische Zwischenprüfung: Check.

Auch wenn meine beiden Prüfungspatienten nicht wirklich eine Herausforderung waren - allein die Tatsache, dass ich meinen Arbeitsprozess heute trotz meiner nervlichen Verfassung erstaunlich gut organisiert habe und die Tatsache, dass ich meinen Prüfern nicht auf die Schuhe gebrochen habe, geben mir direkt ein kleines Hochgefühl. Eine solide 2 ist es geworden, und mit der Bewältigung dieser Hürde ist gleichzeitig einer meiner 5 aktuellen Hauptstressoren beseitigt. 1 down, 4 to go.

Sogar Blumen habe ich bekommen - einen bunten Frühlingsstrauß, der mir hier auf meinem Schreibtisch jetzt Geschichten von der Sonne und von den Biergärten dieser Welt erzählt. Geschenkt hab' ich ihn mir selbst. Ein unwichtiges Detail, angesichts seiner Farbenpracht.


Außerdem wartete auf mich zu Hause der Aufwasch der vergangenen sieben Tage - da ich allerdings Hausarbeit als sehr beruhigend empfinde, könnte ich vielleicht sogar die versiffte Pfanne von ganz unten noch als Teil der Belohnung verbuchen. Es ist immer so schön, wenn's wieder sauber ist.

Morgen nochmal Frühdienst; Donnerstag Koffer packen sowie Mutti, Vati und Großeltern jeweils nochmal flott besuchen und Freitag geht dann auch schon die Postkutsche in die Hauptstadt, von wo aus mich am Samstag eine fliegende Postkutsche (motorisierte Brieftaube?) in nördlichere Gefilde transportiert.

Und warum kaufe ich mir Blumen, 3 Tage bevor ich auf Reisen gehe? Weil ich es mir wert bin...

Der Mai rückt näher :)

01.03.2010

Ewww des Tages.


Da will man mal Vorbild sein und sich vor'm Dienst noch das ein oder andere Krankheitsbild anlesen, und dann das.

"Beobachten Sie den Patienten nicht während des Masturbationsversuchs."

Ich meine, das kommt ja ganz auf den Patienten an wenn ich während des fraglichen Versuches ins Zimmer platze, kann ich's auch nicht mehr ändern, und dass ich mich dann nicht daneben stelle, meinen Kopf zur Seite neige und wissend nicke, das versteht sich doch eigentlich von selbst... dachte ich...

Und überhaupt. Sowas will ich in meinem Pflegebuch nicht lesen.

Meine Patienten machen nicht Erektion.

Pfui.

In diesem Sinne, fröhlichen meteorologischen Frühlingsanfang.