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16.02.2014

Treat Yo Self.



Ich hatte Valentinstag. Und zum ersten Mal in meinem inzwischen ja nun doch schon ein kleines Stück fortgeschrittenen Leben ist das etwas Gutes. Allein die Häufigkeit, in der dieser Tag in meinem Schreibheft hier bis jetzt besprochen wurde, weist schon recht deutlich auf unser bisheriges Verhältnis hin - einmal ist er erwähnt. Damals noch liebevoll als "Valenscheißtag" betitelt, inklusive eines Valentinsgrußes des mir im Februar 2009 noch unbekannten Zukünftigen. Red'mer nich' drüber.

Dieses Jahr hatte ich allerdings beschlossen, den Valentinstag ganz im Sinne meiner "Liebe nicht als Feind betrachten"-Leitlinie, entgegen meiner natürlichen Instinkte, mal zu feiern. Uminterpretiert auf meinen Status natürlich. Zwar gibt der Wikipedia-Artikel zum Valentinstag für Alleinstehende nicht wirklich viel her, doch der geneigte Parks & Recreation-Fan (ich, in dem Fall) ist Wikipedia bereits einen Schritt voraus und sieht im Valentinstag die perfekte Gelegenheit, ein Konzept, das er (ich, in dem Fall) schon lange einmal umsetzen wollte - die Idee des "Treat yo self". In diesem Clip erklären Donna Meagle und Tom Haverford in aller Kürze, worum es geht - wer des Englischen nicht mächtig ist: die wörtliche Übersetzung lautet "Gönn' dir was". Und um mehr geht es eigentlich auch gar nicht.

Gedacht, getan ließ ich mich dann dementsprechend auch nicht lumpen und bestellte im Vorfeld allerlei Plunder zu meinem persönlichen Vergnügen, buchte mir einen Kurzurlaub, durchkämmte einen Tag zuvor noch einmal die Regale bei Rewes, Rossmanns und Konsums, verpackte die Geschenke liebevoll und fertig war die Überraschung.


Der Tag begann mit einem wunderschönen Blumenstrauß, den ich mir gemeinsam mit all meinen Geschenken überreichte, während in der Küche der Kaffee durchlief, den ich noch angesetzt hatte bevor ich mich mit einem zärtlichen Guten-Morgen-Kuss weckte (an dieser Stelle ist man allein leider im Nachteil) angesetzt hatte, nachdem der Postbote uns um 8 mit ungewohntem Nachdruck aus den Betten geklingelt hatte. Wahrscheinlich auch Single. Zum Frühstück gab es frische Brötchen mit echter Butter und einer köstlichen Käseauswahl, dazu alkoholfreien Hugo aus grüner Flasche und grüne Kerze daneben, und nachdem ich während zwei Folgen Parks & Recreation alles aufgegessen hatte, war endlich Bescherung.

Die Geschenke, von oben links angefangen und dann in wirrer Reihenfolge weiter erzählt weil suboptimal angeordnet:
• Handstaubsauger Severin AH 7908. Den ich schonmal hatte, dann war er kaputt, dann habe ich mir Modell AH 7910 gekauft, das saugt so fantastisch, da kommt man schneller, wenn man die Vogelfedern von Hand aufsammelt - nun habe ich endlich wieder 7908. Glauben sie keinen Kundenbewertungen.
• Heizlüfter Clatronic HL 3379. Der gleiche wie immer. Inzwischen der vierte. Ich habe halt Verschleiß. Was soll ich sagen.
• Heizlüfter Clatronic HL 3378. Mal was anderes ausprobieren.
• Wassersprudler SodaStream Cool. Für die Umwelt. Und für den Rücken.
• Teebaumöl. Ich riech' das einfach so gerne.
• Penaten Baby Intensiv-Lotion mit Naturals. Ich riech' die einfach so gerne. (Irgendwo im Bild versteckt sich auch noch L'Oreal Lotion - das war leider die falsche. Aber wenn ich mir nicht genau sage, was ich haben möchte, kaufe ich natürlich auch das Falsche.)
• Pepperidge Farm Chocolate Chunk White Chocolate Macadamia Crispy Cookies. Als Lieblingskekse bereits letzten Februar vorgestellt.
• Lieblings-Weiße-Choco-Crossies.
• Rewe Bio Krokant Snacks Cashew, Mandel und Sesam.
• Das Minderheiten-Quartett samt Erweiterung "Soziale Kernschmelze" - sehr sehr lustig.
• "Pawnee. The Greatest Town in America" von Leslie Knope - sehr sehr lustig, und gleichermaßen lehrreich.
...und repräsentativ für meinen Hamburg-Kurzurlaub im März das Woodkid-Ticket für die o2 World.


Weiter ging es mit einer ausgedehnten Prokrastinations-Runde - Quizduell, Castleville Legends, SongPop und Facebook, alles ohne Limits und ohne schlechtes Gewissen -,im Anschluss gab es die Lieblingsmahlzeit (Cordon Bleu mit Tomate-Mozzarella) zur aktuellen Folge von "Under The Gunn" und für die Wellness ging es am frühen Abend ins Nordbad. Wo ich vorher noch nie war. Was so auch gleich in meinen "Öfter mal was Neues"-Vorsatz für's Jahr 2014 hinein spielte und mir dadurch überdies noch ein zusätzliches Erfolgserlebnis verschaffte. Und auch wenn man nicht viel verpasst, wenn man das Nordbad nicht kennt - ein frisch sauniertes Gefühl am Abend ist einfach schön.




Außerdem schaut sich frisch sauniert auch ein Disney-Film viel angenehmer - so geschehen 20:15 in Gesellschaft des lieben M., der mich, technisch gesehen, sogar noch bekochte, bevor wir uns schließlich zum Schwof begaben. Wo ich zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder zu Linkin Park tanzen durfte, nüchtern den schönsten Mann am Platz (subjektive Beurteilung) ansprach und schließlich auf dem Heimweg das Gefühl genoss, 4 Uhr immernoch geradeaus laufen zu können und nichts gesagt oder getan zu haben, was mir am nächsten Morgen leid tun müsste.

Ich glaube, sich selbst zum Valentin zu haben, ist nicht das Schlechteste.
Und Valentinstag darf jetzt von mir aus öfter sein.

*plöpp*

20.06.2013

A nice and sweaty staycation.


Eigentlich wollte ich ja weiter vom Urlaub und anderen Abenteuern der letzten Wochen berichten, aber besondere Temperaturen erfordern besondere Maßnahmen. Und so habe ich es gestern nach zweimonatiger Planungs- und Versuchsphase geschafft, endlich anzubaden! Nachdem ich es am Montag geschafft habe, endlich anzugrillen! Und am Dienstag gleich nochmal zum grillen eingeladen war!

Ich glaube, ich gebe das Jahr 2013 doch noch nicht ganz auf.

Waldbad Weixdorf/ Alaunpark/ Käthe-Kollwitz-Ufer - Draußen ♥


*plöpp*

09.06.2013

Das kleine Reisetagebuch - Schottland, Tag 1 (25.05.2013)


Nach dem letzten Blick hinter meine Schränke bin ich ja aktuell damit beschäftigt, meinen Alltag so gut es geht zu entrümpeln und Dinge, denen ich einfach nicht die entsprechende Zeit und Aufmerksamkeit schenken kann, gänzlich abzuschaffen. An meinem Blog wollte ich allerdings festhalten. Warum ich es trotzdem nicht hinbekomme, hier mal ein paar knackige Posts zu zimmern, das versuche ich gerade heraus zu finden. Denn der Content stapelt sich derweile wie all die alten Zeitschriften, die ich ewig aufgehoben habe, weil ich nochmal druchblättern wollte, die deswegen schon mehrmals mit umgezogen sind und die ich nun entsorgt habe. Die meisten zumindest.

Ein schönes Erlebnis, das ich einfach nicht in einen Post geknietscht bekomme, ist mein letzter Urlaub im Schottischen. Und weil ich nicht möchte, dass die Eindrücke zu schnell verstauben, und weil ich nach wie vor keine Möglichkeit gefunden habe, online ein einfaches und schönes Fotoalbum zu erstellen, versuche ich es diesmal wieder mit der Darstellung der einzelnen Tage.

Im Vorwort möchte ich mich für das laienhafte Erscheinungsbild meiner Fotos entschuldigen, aber das wird jetzt auch nicht mehr besser, denn die digitale Spiegelreflex-Fotografie ist eines der bereits erwähnten, abgeschafften Hobbies. An dessen Stelle nun die Telefon-Fotografie tritt. Und da ich außerdem mit einem neuen Betriebssystem konfrontiert bin, auf dem keins meiner alten Programme mehr läuft, sind die Bilder auch nicht nachträglich aufgehübscht. Denn wie mir nahe stehende Menschen bereits wissen, bin ich das genaue Gegenteil eines Early Adopters und stehe Veränderung grundsätzlich genervt gegenüber. Immerhin: Ich habe schon herausgefunden, dass das Clone Stamp-Tool in Paint.net scheinbar genau das gleiche macht, wie meine heiß geliebte Smart Brush in Photoshop. Das war's dann wohl mit uns, ACDSee 3.0. *schnüff*

Haben wir also das Vorgesabbel hinter uns gebracht und beginnen mit: Tag 1.


Los ging es in Dresden mit dem bewährten RVD-Bus nach Berlin, wo mittags der Easyjet in die schottische Hauptstadt Edinburgh startete. Und ich glaube, das war das erste Mal, das ich als Nichtraucher an einem Flughafen verbringen musste, seit ich aufgehört habe, mit meiner Mutter zu verreisen. Öde ohne Ende. Und in einen Einzelsitz passe ich wahrscheinlich auch bald nicht mehr. Die Idee des Nichtrauchens überzeugt mich nach wie vor nicht vollends. Aber was soll's - belohnt wurde das ununterbrochene Einatmen feinster Schönefelder Luft mit Sonne über den Wolken. Wenn die Wolkenwand schon seit Tagen den Lichtpegel drückt, ist das immer mein Lieblings-Moment des Fluges.


Als ich schließlich in Edinburgh angekommen war, waren zwar zwei Drittel des Tages bereits verstrichen, aber zum Glück hatte ich meine charmante Reisebegleitung, die erst am nächsten Tag zu mir stoßen sollte, im Vorfeld gefragt, ob sie mit mir Arthur's Seat besteigen wolle, was sie dankend verneinte, so dass meine Unternehmung für den Samstag Abend feststand. Die Stadt Edinburgh wurde auf sieben Hügeln errichtet, und mit 250,5m über Normalnull ist der erloschene Vulkan Arthur's Seat der höchste von ihnen. Ausblick dementsprechend. Und es hätte keinen besseren Abend als den des 25.05. geben können, um diesen Gipfel zu stürmen, denn die liebe Sonne war die ganze Zeit mit am Start.


Die Bilder zeigen unter anderem den Blick auf die Stadt, wo sich am markantesten das Ausstellungsgebäude/-zelt von "Our Dynamic Earth" und das National Monument sowie das Nelson Monument auf dem Calton Hill abzeichnen. Außerdem zu sehen die Beschaffenheit des Aufstiegs zum höchsten Punkt des Hügels, wunderschöne grüne Wiesen, ganz viel Sonne und genau so viele verliebte Paare. Die mich an diesem Abend aus irgendeinem Grund nicht gestört haben. Vielleicht lag es daran, dass ich noch eine kleine Flasche Sekt vom Flughafen im Rucksack hatte. Oder an dem umwerfenden schwulen Paar, das mir gemeinschaftlich ein Lächeln schenkte. Oder an der guten Luft. Oder einfach an der Gesamtsituation, die endlich mal erfreulich war.

Nach meinem Abstieg hing bereits die blaue Stunde über Edinburgh, so dass ich nur noch schnell ins Tesco huschte um mich mit einem kleinen Vorrat meines neuen Lieblingsgetränks Strongbow Pear Cider einzudecken und den Rest des Abend mit eben jenem im Castle Rock Hostel verbrachte. Erst in der gemütlichen Internet-Lounge und letztendlich in Potsie. Denn so hieß mein Bett im Happy Days Room.

War gut.

*plöpp*

22.07.2012

So soll Sonntag.


Einmal quer durch den Prießnitzgrund mit Dackeldame und deren Frauchen.

Manchmal muss es gar nicht weit weg sein, und manchmal muss es gar nichts kosten. Wald- und Wiesenidyll direkt hinter'm Haus. 1 Traum.

Darauf ein Schälchen Eintopf, ein Butterbrot und eine Folge Shopping Queen.

Ich glaube, genau dafür wurden Sonntage gemacht.

*plöpp*

15.07.2012

Odyssee in Ostsachsen.


Und damit es ihnen an diesem wolkenverhangenen Sonntag (ich rede mir die Tage so, wie ich sie brauche) auch bloß nicht an Lektüre fehlt, hier gleich noch die Ausführungen zu meinem kleinen Teaser von vorgestern.

Es war nämlich einmal ein Sonntag. Ich hatte frei, und meine liebe Mitbewohnerin war mit einer Freundin auf Urlaub an der Talsperre Wallroda, wo die Familie der Freundin ein Wägelchen geparkt hat. Die Talsperre Wallroda erreicht man allerdings auch von Dresden schnell und problemlos, und so kam ich auf die glorreiche Idee, die beiden einen halben Tag zu besuchen.


Gesagt getan, und so trudelte ich vormittags am Haltepunkt Kleinröhrsdorf ein. Wobei "Haltepunkt" wirklich hoch gegriffen ist. Aber ich habe ihn nicht so genannt. Ein Bretterverschlag mit 'nem Zweisitzer drin. Zu dem ein löchriger Schotterweg führte, der von hohen Büschen versteckt wurde. Und von der Straße her nicht beschildert war. Auf dem Dorf weiß man halt, wo man hin muss.


Neben der lieben Gastgeberin und der lieben Mitbewohnerin begrüßte mich auch die schönste Dackeldame der Welt - Frau Emily Erdbeer - wo man sich über den Namen vielleicht streiten kann, über ihren Niedlichkeitsfaktor aber nicht. So was Süßes haben sie noch nicht gesehen. Und es pullert immer, wenn es sich sehr freut. Ganz bezaubernd.


Im Anschluss an den kurzen Fußmarsch zur LuxOase, einer sehr schönen Campinganlage direkt an der Talsperre, hatte ich sogar meine Badepremiere 2012. Denn weil ich die Sonne dieses Jahr nicht so recht mag, bin ich auch noch nicht dazu gekommen, mal ins Wasser zu springen. Letztes Jahr war ich Ostern das erste Mal an der Kiesgrube. War ich also auf einer Mission unterwegs und trotzte dem grauen Himmel und dem Nieselregen und sprang trotzdem an der Dauercamper-Einstiegsstelle in den erfrischenden Tümpel. War herrlich.


Nachdem wir fein zu Mittag gegessen hatten, lockerte sich aber auch die Wolkendecke, die Sonne zeigte sich und bei meinem zweiten Ausflug ans Wasser wurde ich dann auch begleitet, so dass meine Badepremiere sogar fotografisch festgehalten werden konnte. Im ersten Bild wollte ich mich gerade aufmachen, die Welt zu retten, hatte aber nicht bemerkt, dass die Presse schon wieder in der Nähe war. Deswegen habe ich für's zweite Bild schnell auf verspielten Plansche-André umgeschaltet. Master of Disguise.


So weit, so gut also. Aber dann ging es steil bergab. Ich hatte mir einen Zug für 16:15 gesucht, weil ich 18 Uhr bei meinem Vati zum nachgeburtstäglichen Grillen eingeladen war. Und da der auch jenseits menschlicher Vorstellungskraft wohnt, wollte ich spätestens 17 Uhr zu Hause sein, um es dann noch mit den öffentlich Verkehrsmitteln zu schaffen. Hätte ich auch prima. Aber als ich mit dem Rad zum Haltepunkt Kleinröhrsdorf startete sah der Himmel bereits wieder so aus (siehe oben). Und angekommen im Bretterverschlag begann ein wahnsinniges Unwetter zu toben. Was auch noch nicht weiter schlimm war, denn das Dach hielt tatsächlich dicht.

Als Vorwort zum nun Folgenden: Für die unter ihnen, für die all die kommenden Ortsnamen böhmische Dörfer sind, hab' ich zur besseren Orientierung in meiner Misere nur mal bei Google Maps eine Route Dresden - Radeberg - Großerkmannsdorf - Arnsdorf - Talsperre Wallroda - Kleinröhrsdorf - Kamenz eingegeben.

Der Zug kam dann auch pünktlich, öffnete seine Türen und alles hätte so schön werden können. Aber nach einer kurzen Zeit blieb er stehen. "Werte Fahrgäste, leider verzögert sich unsere Fahrt um einige Minuten. Bei Dresden Klotzsche liegt ein Baum auf den Gleisen, wir werden umgeleitet über Arnsdorf". Auch egal. Dann zuckelte die Bahn allerdings nach Arnsdorf und blieb dort wieder stehen. "Werte Fahrgäste, leider haben wir nun doch die Anweisung erhalten, zurück nach Kamenz zu fahren. Es steht ihnen frei, auszusteigen, oder mit nach Kamenz zu fahren."


Nach Kamenz wollte ich aber nicht. Also ausgestiegen und in den anderen Zug gesprungen, der auf dem zweiten Gleis stand und als Ziel noch Dresden Hauptbahnhof anzeigte. In der Hoffnung, dass der Baum vielleicht nur auf einer Schiene liegt, und dieser Zug, der steht halt auf der guten Schiene. Kam mir allerdings relativ schnell die Erleuchtung, dass das Schwachsinn ist. Und dass die Fahrgäste im zweiten Zug einfach keine Durchsage bekommen hatten. Weswegen dieser Zug hoffnungslos überfüllt war.


Ich also wieder ausgestiegen, samt Fahrrad, mit dem ich angereist war, um schneller vom Haltepunkt zum Campingplatz zu kommen, im strömenden Regen zur Bushaltestelle geradelt - der Bus nach Radeberg war gerade weg. Völlig durchnässt war ich sowieso schon, Nerven hatte ich auch keine mehr, und so schwang ich mich kurzerhand aufs Fahrrad, um Richtung Dresden zu radeln. Welche Richtung das allerdings genau war, das wusste ich nicht, und mein schlaues Telefon konnte ich nicht befragen, weil das sich bereits im Zug verabschiedet hatte. Batterie alle. So dass ich auch meinen Vati nicht anrufen konnte, um Bescheid zu geben, dass ich später komme.


Und so stand ich in Arnsdorf vor dem "Gasthof zur Guten Hoffnung" und schaute mich kurz nach der versteckten Kamera um, bevor eine Passantin an mir vorbei lief, die allerdings auch nicht genau wusste, wo Dresden eigentlich liegt. Ich also einfach in die Richtung gefahren, in die meiner Meinung nach auch die Schienen führten, und mit dieser Methode tatsächlich auf die Straße nach Radeberg gekommen. Wo sich eine alte Omi mit Plastikhaube ebenfalls auf ihrem Fahrrad abstrampelte. Die ich dann noch im Fahren befragte, ob ich gerade richtig fahre, wenn ich nach Dresden will. Sie bejate dies und wies mich noch darauf hin, dass ich einfach nur immer der Straße folgen müsste, und dann bin ich in Großerkmannsdorf.

Irgendwann kam dann auch mal die Gabelung, an der ich mich entscheiden musste, ob ich nach Großerkmannsdorf fahre, oder nach Radeberg abbiege, und ich, ich bog ab. In der Hoffnung, in Radeberg einen Bus nach Dresden zu bekommen. Den ich dann in Radeberg noch davon fahren sah, sogar die Nummer habe ich noch erkannt auf der Busrückseite. Und der nächste wäre in einer Stunde gekommen. Ich also dem Bus hinterher gejagt in der Hoffnung, ihn an der nächsten Haltestelle noch zu bekommen, aber der war weg. Nächstes Ziel des Busses war Großerkmannsdorf.

André also völlig perplex angesichts der Frage, was er nun schon wieder verkehrt gemacht hat, dass ihm wirklich alles misslingt auf dieser heiteren Heimreise, und dann vor Wut einfach nur noch in die Pedale getreten und die 20km bis Dresden mit dem Fahrrad auf der Landstraße zurückgelegt. Im Regen. Bergauf und bergab. Immer wieder.

Und als ich dann das Ortseingangsschild passiert hatte, und schon fast zu Hause war, da brach die Wolkendecke auf und die Sonne lachte mich hämisch aus. Weswegen ich beschloss, ein Taxi zu nehmen, um zu meinem Vati zu kommen. Und die Rechnung über 25 Euro, die schicke ich den Verkehrsbetrieben Oberelbe.

Zwar haben dann das lettische Bier und die saftigen Steaks im Hof meines Vaters noch besser geschmeckt, als so schon, aber dafür, dass der Anfang und das Ende des Tages so schön waren, hat die Mitte echt beschiss*n dazu gepasst.

*plöpp*