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31.12.2015

2015, oder: Gott sei Dank gibt es Urlaub.


Am liebsten würde ich einfach den letzten Jahresabschlussbericht kopieren und einfügen. Die Dysthymie, die Antriebslosigkeit, das pathologische Prokrastinieren – alles noch da. Oder wieder. Und wo ich letztes Jahr noch bejammert habe, dass meine Energie nur für 14 Blogposts gereicht hat, sind es dieses Jahr spektakuläre 10 geworden. Oy weh.


Begonnen hatte das Jahr eigentlich ganz schön, denn in Neuseeland hatten wir eine tolle Zeit, und in den Wanderhütten auf dem Kepler Track und im Tongariro Nationalpark durfte ich wieder einmal feststellen, wie sehr ich aufblühe, wenn ich auf Komfort verzichte und mich stattdessen in einfachen und beschränkten Verhältnissen einrichten darf. Und als ich wieder nach Hause kam, holte mich der letztes Jahr erwähnte Junge sogar vom Bahnhof ab, statt schon lange einen schöneren, jüngeren und fröhlicheren Gespielen gefunden zu haben, wie ursprünglich befürchtet. Aber als ich dann von meinem Urlaub erzählte, blieb die Mitfreude über meine Begeisterung leider aus - stattdessen bekam ich erklärt, warum Camping und kaltes Wasser scheiße sind, und dass Kleingärten eigentlich viel geiler sind, und... naja. Ich muss das hier vielleicht nicht auswerten. Die Pointe war jedenfalls, dass er im April im einschlägigen Kontaktportal ohne mein Wissen wieder nach "Date/ Beziehung" suchte, wodurch ich dann wusste, dass ich offensichtlich nicht mehr aktuell bin und unser Lissabon-Urlaub ins Wasser fällt. Und an dieser Stelle war es das dann auch mit meinen Lovestories in 2015.

4 Dates hatte ich über's Jahr verteilt, die für mein Empfinden auch sehr gut liefen und bei denen ich viel Spaß hatte - 3 Herren hatten bereits nach dem ersten Date keine Lust mehr auf ein zweites, einer ließ sich zumindest noch auf ein zweites Date ein - ob aus Höflichkeit oder aus Unsicherheit, wie man Desinteresse am besten kommuniziert - um mir dann nach dem zweiten Date mitzuteilen, dass er denkt, dass wir "bestimmt eine ganz tolle Freundschaft aufbauen könnten". Diejenigen, die ich an schwachen Tagen auf der Suche nach Bestätigung nur zur unverbindlichen Kissenschlacht nach Hause einlade, melden sich dagegen immer wieder, und wollen zweite, dritte und vierte Dates. An der Front scheine ich also irgendetwas richtig zu machen. Ständig wechselnde Sexualpartner, deren Namen man zum Teil erst hinterher erfährt, sind für mich aber auch im neuen Lebensjahrzehnt nach wie vor nicht das, was ich mir unter einem erfüllten Liebesleben vorstelle.

[Berlin mit Paula und Elli]
[Schaubudensommer 2015]
[T19 Essen mit Mutti]
[Balbina in der Scheune Dresden]
[Waldseilpark Bühlau mit den lieben Kolleginnen]

Glücklicherweise gab es aber auch in diesem Jahr wieder viele liebe Menschen in meinem Leben, die ab und an gewillt waren, Zeit mit mir zu verbringen, so dass ich trotzdem auf einige schöne Erlebnisse zurück blicken kann. Und genau auf solche Erlebnisse möchte ich mich im kommenden Jahr noch stärker konzentrieren. Denn die Menschen, die gern zu deinem Geburtstag gekommen, sind nicht verflossene (und im Zweifelsfall nichtmal aktuelle) Liebschaften, sondern loyale Freunde, die den Kern deiner Persönlichkeit genau deswegen schätzen. Und sollte ich mit dem Pflegen meiner Freundschaften noch nicht ausgelastet sein, gehe ich ja immernoch 70% arbeiten und 60% studieren – zumindest an Beschäftigung sollte es also auch in den kommenden zwölf Monaten nicht mangeln.

Tut mir leid, dass das jetzt alles ist, was ich als Resümee aus dem Jahr 2015 zu bieten habe, aber wenn man sich die letzten drei Jahre vorgenommen hat, sein Leben in halbwegs geordnete Bahnen gebracht zu haben, bis man 30 ist, in den ersten zwei Wochen des neuen Lebensjahrzehnts aber so ziemlich alles um die Ohren gehauen bekommt, was in den letzten 10 Jahren schief lief, dann ist der Desillusionierungs-Effekt dementsprechend, und Resignation scheint wieder attraktiver denn je. Und als ob das Jahr nicht so schon ernüchtern genug gewesen wäre, stehe ich heute vor dem T19-Geschäft, um meine letzte T19 im alten Jahr zu kaufen – hat die Bude zu!? Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.


Nichtsdestotrotz gilt für 2016 das Gleiche, wie für alle vergangenen Jahre: The Show Must Go On. Und so werde ich mir in den letzten Stunden dieses Jahres noch ein bisschen Mühe geben, mich zurück zu erinnern an die Dinge, die vielleicht doch ganz gut gelaufen sind und die mir Freude bereitet haben (bebildertes Beispiel: Marokko - Im Blog hier, hier und hier), um dann einen gemütlichen Silvesterabend zu verbringen, mit lieben Menschen, die mir am Herzen liegen, und Nudelsalat. Und dann lautet der eine gute Vorsatz für 2016: Weitermachen.


Oder fallen lassen, wie zuletzt hier in Queenstown. Und sollten Sie zwischendurch Zeit haben: Stehen Sie auf und gesellen Sie sich auf die richtige Seite der Geschichte.


Früher war alles besser, also wird morgen alles schlimmer, also ist heute noch alles am besten!

Rutscht gut rein.
*plöpp*

13.09.2011

Eine Träne aus dem Nichts.



Ja.
Eigentlich gibt es viel zu erzählen, und ich würd' auch gern, aber Vodafone käst sich nicht aus, so dass das Internet am heimischen Schreibtisch nach wie vor auf sich warten lässt.

Wohnung schön, Arbeit schön, Rocky tot.

Am 08.09.2011 um 4:30 ist er in meiner Hand gestorben, am 09.09.2011 haben wir ein letztes Mal zusammen "Schlag den Star" geschaut und am 10.09. habe ich ihn beigesetzt. Zu "Something in the water" haben wir zum letzten Mal gemeinsam mit den Köpfen genickt.

Rest in peace auf einer 1-a-Schaukel, kleiner Mann.

:'(

10.04.2010

Lazy Saturday Night, hosted by Carrie Bradshaw, The Shures and some Dumbass from China.



Wenn die Mutti nichts weiß, macht sie Soljanka. Fundstücksoljanka, in unserem Fall.

Heute zum ersten Mal seit langem wieder einen Besuch bei DListed gegönnt und direkt freudig vom aktuellen Sex and the City- Trailer empfangen worden. Erst wurde mir das Höschen ein bisschen nass, dann strahlte ich über beide Wangen, dann trat Aidan ins Bild. Diese weinerliche Trantüte von Tischler bekommt tatsächlich nochmal Relevanz. Ugh.

Es ist zwar inzwischen gute 6 Jahre her, dass ich das letzte Mal Carrie war, aber ich fühle mich involviert und angesprochen, wie zur Stunde 0. Entsprechend hat es Philipp Big aber auch nicht anders verdient.

Als Schmankerl am Rande haben die Musikbeauftragten in charge "Can't touch it" von Ricki Lee wieder vom Dachboden geholt. Passt ganz fantastisch, wie ich meine.

Per folgender Definition, die ich gern als "Humbug der Woche" betiteln möchte, ist Carrie Bradshaw dämlich.

"Der Dumme lernt aus seinen Fehlern,
der Kluge aus den Fehlern der Anderen."

Chinesische "Weisheit".


Kein Mensch ist qualifiziert, über einen anderen Menschen zu urteilen, so lange er sich nicht selbst einmal in der be- und gegebenenfalls verurteilten Situation befunden hat. Und der Satz "Ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst." ist zum einen Nonsens und zum anderen der blanke Hohn für den, der ihn sich anhören muss. Beides durfte ich in den letzten Wochen am eigenen Leib erfahren.

Erfahrungslernen ist einfach essentiell, und man sollte dankbar sein über jeden Fakt, jeden Zusammenhang und jede Emotion, die man durch eigenes Erleben lernen darf, statt sie sich irgendwo heraus lesen und als gegeben hinnehmen zu müssen.

In der Konsequenz gehört dem verantwortlichen Chinesen da mal eine flache Hand an die Stirn geklatscht. Mit Schmackes. Vogel.


Die Selbsterfahrung Zürich hatte ich bisher noch nicht, die Selbsterfahrung Wien dagegen schon. Entsprechend verwirrt war ich, als ich Post aus Wien bekam und die Briefmarke mir weis machen wollte, Zürich läge ebenfalls in Österreich. Bis ich mich erinnerte, dass die Schweiz und Österreich die UEFA Euro 2008 gemeinsam ausgerichtet hatten, war ich geographisch schon wieder dermaßen verwirrt, dass ich bei Wikipedia nochmal nachhaken musste. Ich war doch in Geo immer Kreide holen.

2 Jahre alte Briefmarken gehören eingestampft.

Und als plumpe, aber doch naheliegende Überleitung hier noch eine Kooperation der Nationalitäten: The Shures, die wir gemeinsam mit Nick Pitera schonmal hatten, musizieren nach wie vor und machen das auch nach wie vor ganz toll.

Links "In my Head" (Jason Derülo), rechts "Telephone" (Lady GaGa/ Sasha Fierce).



...und das mit dem Herrn K. scheint irgendwie keinen zu interessieren. Recht so.

Gut's Nächtle!

11.02.2010

Adieu, Social Network #32,712.


'Schiss, VZ.

Meine kosmopolitischen Studenten- Freunde haben mich überzeugt, dass Facebook doch geiler ist als die VZs dieser Welt.

Und während ich bei Facebook nach wie vor nicht durchsehe, habe ich mein VZ schonmal abgemeldet. Und habe nach wie vor keinen Twitter- Account. Zu viele Social Networks machen nur Kopfschmerzen.

Wer sich also berufen fühlt, mich bei Facebook zu adden: Bitteschön.

Schritt für Schritt auf dem Weg zum Hipster...

27.12.2009

...und Amy Winehouse lebt immernoch.




2009 nimmt wirklich nur die Besten.

Erst reißt es mein ehemaliges Mittelfeld- Ass Brittany Murphy im zarten Alter von 32 Jahren in die ewigen Jagdgründe und nun auch noch Vic Chesnutt. Beide waren verschreibungspflichtigen Medikamenten äußerst zugetan.

Ich sollte meine Tabletten vielleicht doch wieder absetzen...

"Everything occurs
like a blur.

Yesterday, tomorrow and today.
I am powerless,

set adrift.
Yesterday, tomorrow and today."

Rest in peace and prescription drug heaven.

11.11.2009

:'(


"Bayerns König, dem Herrn Ludwig
war nichts Böses zuzutraun.
Erstens war er nicht sehr mutig,
zweitens hielt er nichts von Fraun.

Er war überwiegend traurig
und ließ viele Schlösser baun,
teils sehr schön und teils sehr schaurig,
wie aus Marzipan gehaun.

Richard Wagner sagte später:
Er war König und Mäzen,
Lohengrin war er und Leda.
Letztlich war er schizophren.

Sein Psychiater, Herr von Gudden
hielt nichts von der Psychiatrie,
tauchte mit ihm in die Fluten
eines Sees: So starben sie."

["Ludwig II" von Kurt Bartsch, aus: "Ach Kerl, ich krieg' dich nicht aus meinem Kopf - Männerliebe in deutschen Gedichten des 20. Jahrhunderts."]

Ich finde, dieses Gedicht hat etwas Ergreifendes. Leider keinen engeren Bezug zu Robert Enke, aber durch die große Überschrift der Erlösung durch Freitod doch wieder themenbezogen.

Und wir lernen daraus:

Du kannst sein, wer du willst, wie du willst, für wen du willst - wenn dein Kopf dir sagt, dass du nichts bist, dann bist du nichts.

Robert Enke hinterlässt eine Ehefrau und eine Adoptivtochter in tiefer Trauer - und das sicher nicht mit Absicht.

Rest in peace and goalkeeping heaven.

[Dieser Post soll in keinster Weise zur Nachahmung animieren - für's Verständnis.]

11.10.2009

:'(




Da war ich das Wochenende zweimal im Sport, fühle mich frisch und durchbewegt, will nur schnell meine Mails checken und mich danach weiter in einem kurzen Schub der guten Laune suhlen, tritt mir web.de ans Schienbein.

Stephen Gately ist auch nicht mehr.

Als er sich damals zu sich selbst und Eloy bekannte, tanzte mein kleines, schwules Herz tagelang. Während meine Cousine trauerte, weil sie eigentlich in Eloy verliebt war. Die Ausschnitte aus der Bravo hab' ich heute noch.

Rest in peace and Boyzone sheets.

28.09.2009

-2. +1.



[Jan Delay - "Ein Leben lang".]

Da waren sie weg.

Boris und Jelzin wohnen jetzt wieder in Leipzig, bekommen sicher auch wieder andere Namen und oben sehen sie, was davon übrig blieb. Müffelnde Wieselaccessoires auf Balkon.

War schon Mist. Ein Scheitern zu akzeptieren macht niemals Spaß.

Schön war's trotzdem, denn Boris, Jelzin und ich hatten Geleitschutz von einem unheimlich gut aussehenden, jungen Mann, der während des gesamten Ausfluges alles tat, um unser persönliches Wohl bestmöglich zu gewährleisten. Hauptsächlich meins.

Wie aus den letzten Posts und auch allgemein aus der Zahl meiner Posts in diesem Monat hervor gegangen sein dürfte, befinde ich mich aktuell in einem tiefen Tal. Das kehrt scheinbar jährlich wieder. Dieses Jahr habe ich aber das unheimliche Glück, dass mir ein emotionaler Support zur Seite steht, bei dem ich nicht weiß, wie er das macht. Würde mir jemand wie ich gegenüber sitzen und das Gejammer vom Stapel lassen, das ich vom Stapel lasse (der geneigte Leser weiß, wovon ich spreche) - ich könnte da kein Support sein. Ich wäre genervt von mir. Und würde Abstand nehmen.

Toll sowas.

Ich zitiere Herrn Delay:

"[...]

All die Neurosen und Gebrechen,

sie schmelzen dahin

bei deinem strahlenden Lächeln.


Und ich kann nen Fick auf Alles geben so wie 2Pac
weil dein wunderschönes Wesen
alles Böse wieder gut macht.


[...]"


Leben!

01.09.2009

Ich winke.


So.

Die erste Nacht in der neuen Wohnung überstanden. Dem Himmel sei Dank nichts geträumt, denn es wäre 'ne Messe geworden. Kann man das im Deutschen so sagen?

Gestern erneut mit ganz viel Hilfe die zweite Fuhre in die neue Wohnung gewuchtet und nun ist es also so weit. Ich wohne alleine. Ich habe gerade keine Meinung dazu. Mein Kopf ist zu voll, um zusätzliche Meinungen zu bilden.

Heute trage ich mein HipHop- Gedächtnis- Outfit, weil ich auf die Schnelle nichts anderes gefunden habe und bin alles über dem Platz. Kann man das im Deutschen so sagen?

Immerhin scheint die liebe Sonne und die letzte Hiobs- Botschaft kam gestern 21:45 per SMS. Wo ja Hiobs- Botschaften eigentlich Mist sind. Die auch. Aber: Sie kam noch gestern. Am 31. August. Ab 01. September wieder steil bergauf.

Der Kern meiner heutigen Botschaft soll eigentlich sein: Ich bin jetzt erstmal weg. Hoffentlich nicht für Lange, aber die neue Wohnung ist noch offline. Und die Schlüssel der alten Wohnung lasse ich heute Abend auf der Kommode zurück.

Wann ich mich wieder melden kann, hängt also ganz davon ab, wie schnell Alice ihre Pakete verschickt. Wobei ich mir sicher ein Internet- Café suchen werde, wenn mich die Sehnsucht packt.

Gehabt euch wohl derweile.

30.08.2009

2 Jahre später.


So langsam kommt es an.

Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht auf die neue Wohnung freuen würde. Also... naja... anderes Thema.

Aber zuerst kommt der Abschied von der Alten. Am 01. September ist es genau 2 Jahre her, dass wir hier eingezogen sind. Zeit verbindet. Angesichts all der Arbeit, die in dieser Wohnung steckt, noch mehr. Und mit Abschieden kann ich ja gar nicht gut.

Das Bild zeigt eins meiner zahlreichen Pflänzchen, das ich heute aus seiner angestammten Ecke operiert habe. 2 Jahre wuchs es fröhlich vor sich hin, unter Couch und Kommode hinweg, am anderen Ende wieder nach oben, hin und her, kreuz und quer. Ich mag das gern, wenn's ein bisschen wuchert. Pflanzentechnisch gesprochen.

Übrig geblieben ist ein bisschen Restpflanze, ca. 15 Verjüngungsopfer, die jetzt alle die Chance haben, neu zu wurzeln und eine ganze Menge Biomüll.



Ach, kleine Gerokstraße *seufz*

Das Gute daran ist, dass die Wohnung, bis auf mein Zimmer, unverändert bleiben wird, denn ich werde ja lediglich replaziert.

Seid gut zum schönen Laminat...

03.08.2009

Ich weine. [Updated]


Ilona Christen ist nicht mehr Ilona Christen. Als ich das heute (gestern, datumstechnisch betrachtet) im Radio hörte, war ich schockiert. Und als ich C. fragte, ob sie genau so geschockt wäre, wie ich, über die Ilona Christen der ihren Tod, fragte sie nur "Wer?".

C. ist 20 und kennt Ilona Christen nicht. War ich also schockiert über Ilonas Tod und musste gleichzeitig schockiert sein über mein Alter. Ilona Christen und Hans Meiser. Das war damals Religion.

Woran sie gestorben ist, blieb mir verborgen. Blutvergiftung in Folge eines Sturzes, sagt man. Sie hatte nicht die Kraft, das zu bewältigen, sagt der Ehemann.

Sie war einfach zu toll für diese Welt, sage ich.

Wenn ich mich recht erinnere, haben sich Ilona Christen und RTL "in gegenseitigem Einvernehmen getrennt", weil Ilona Christen eine eigene Meinung hatte.

Ein sehr schönes und sehr freundliches Interview aus dem Jahr 2006 gab es in Dubai. Maximalen Wert besitzt es, weil Ilona Christen nach ihrem Abschied vom hysterischen Sensationsjournalismus kein einziges Interview mehr gab.

Nur die Besten sterben jung. 58jährig, in dem Fall.

Rest in peace and with the greatest glasses the world can make.

:'(

26.06.2009

:'(


[Chris Cornell - Billie Jean.]

Auf MTV läuft gerade Gnarls Barkley's "Smiley Faces" und die Top- Meldung im VIVA- Teletext ist "Lady Gagas Busen explodiert". Manche Musiksender spüren sich nicht.

Rest in peace and Peter Pan sheets, Mister Jackson.

Und rest in peace right next to him, Farrah Fawcett.


[Michael Jackson - Dirty Diana.]

31.12.2008

Ich glaube, es begann, als die Tage kürzer wurden...


...denn ursprünglich war 2008 mal ein frohes und hoffnungsvolles Jahr. Ich war motiviert, habe mich im Fitnessclub angemeldet, habe mich durch meine Zwischenprüfungen gekämpft, habe das herrliche Wetter genossen, habe eine nach der anderen Recap geschrieben, habe im Juni sogar einen alkoholfreien Tag eingelegt und meine Texte waren bedeutend lustiger.

Doch dann kam die Sommersonnenwende. Und spätestens nach den Urlaubsdesastern 1 und 2 ging es steil bergab. Hier das erste Mal festgestellt, dass es um meine Lebensgrundbedürfnisse aktuell nicht gerade erfreulich bestellt ist, hier weitergeheult, Leipzig brachte auch nicht den erhofften Silberstreif am Horizont und ab Oktober konnte man hier quasi schon auf meinen wöchentlichen Zusammenbruch warten. Siehe Tag "Meine Nerven..".

Es ist allerdings nicht so, dass ich das irgendwie forciert hätte. Ich wollte das nicht. Ich war tatsächlich gewillt, mein Leben in die Hand zu nehmen und aufrechten Hauptes durch die Welt zu gehen. Aber ein Mensch kann halt nur so und so viele Hürden überwinden, bevor er vor Erschöpfung über jede folgende Hürde stürzt und sich dabei nur noch stärker verletzt. Hürdenlauftechnisch gesprochen. Blöd nur, wenn die gemeinste Hürde die eigene Einstellung zum Leben ist, denn "Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an." (Marc Aurel), "Unser Körper, ja unser ganzes Leben ist nichts anderes als ein Spiegelbild unserer geistigen Situation, denn es ist der Geist, der den Körper formt und unser Schicksal bestimmt." (Kurt Tepperwein) und "Wenn du helle Dinge denkst, ziehst du helle Dinge an." (Prentice Mulford).

Sie sehen, ich kann selbst mit altklugen, tief theoretischen Ratschlägen um mich schmeißen. Wenn mir jetzt nur noch einer ein paar praktische Tipps zum Erhellen des Denkens geben könnte?

Vielleicht mache ich mir dann noch 1, 2 Gedanken darüber, aber bis jetzt haben all die Gedanken ja auch nichts gebracht und gewisse Listen liegen nun im Listenfach, bewirken dort aber auch nichts, daher beschränken sich die guten Vorsätze für das nächste Jahr auf:

  • Mehr Sport/ Tägliche Durchführung der "täglichen Übungen" + Anschaffung eines Springseils
  • Weniger trinken
  • Noch gesünder essen
  • Ausbildung durchziehen
  • Heller denken
Erst hatte ich noch überlegt, mal wieder mit dem Rauchen aufzuhören, aber da ich rauchend in das neue Jahr feiern werde, kann ich das auch gleich lassen. Der Rest scheint mir mit ein bisschen Disziplin und ein paar mehr Sonnenstunden als sie die letzten Tage boten machbar.

Erster Beitrag zum helleren Denken:
Von 2008 habe ich Gutes erwartet und Elend bekommen, 2009 versuch' ich's einfach mal andersum. Die Wintersonnenwende liegt bereits hinter uns. Ich möchte wieder fröhlicher werden. :)

In diesem Sinne,
ein paar angenehme, letzte Stunden im alten Jahr und einen guten Rutsch in's Neue.

20.10.2008

Tschö, Bling Bling.


Ich wusste es ja schon seit dem Vorstellungsgespräch, habe es aber trotzdem bis zum letzten Tag vor mir hergeschoben: seit einer halben Stunde bin ich wieder ungepierct. Nur noch ein extra Loch im Gesicht. Kann man aber glaub' ich nicht viel anfangen damit.

Entfernung musste sein, weil Gesichtsschmuck im Pflegeberuf eher hinderlich ist, und nach jedem Dienst das Ding wieder rein zu pulen, das wird mir zu umständlich. Hab's mal probiert, hat 'ne viertel Stunde gedauert, bis ich die dämliche Kugel wieder drauf hatte.

Ab heute also kein Pimp mehr...

Die vergangenen Tage waren teils schön, teils verwirrend, teils warm, teils kalt, teils erfreulich, teils enttäuschend, teils ermutigend, teils erdrückend, aber falls noch einer hier mitliest, will dieser eine das sicher nicht hören, ich kann's ja selbst nicht mehr hören, aber ich kann halt auch nur bedingt was dafür, wenn organisatorisch und emotional alles drunter und drüber geht. Und Hiobs- Botschaften zum Abend helfen da gar nicht.

Lied der Stunde: Fettes Brot - Ich lass' dich nicht los.

"Und wüsstest du nur, wie ich wirklich bin
dann wüsstest du auch dass ich nicht wirklich so bin..."

Trotzdem nehme ich mir jeden Tag aufs Neue vor, in meinem süßen, kleinen Blog auch mal wieder was Erfreuliches zu posten.

Erster Versuch heute: Mein lächelndes Frühstück.

[Ja, es weiß, dass es schielt.]

Morgen erster Arbeitstag auf Station, wünschen sie mir Glück.

02.09.2008

Es ist offiziell.


Gestern Abend noch die letzten Kreuzchen gemacht und heute dann endlich abgegeben: Den Exmatrikulationsantrag. Im Vorraum vom Imma- Amt saßen einige traurige Figuren, die sich für das kommende Semester neu immatrikulieren wollten, aber es soll ja Leute geben, denen das Studium an der TU tatsächlich Freude bereitet, deswegen wollte ich ihnen nicht vorher den Spaß verderben.

Die Exmatrikulationsbescheinigung fiel eher enttäuschend aus. Ich hatte ja gehofft, dass da steht

"Andre &%$'§,
geboren am 18.12.1991,
hat sich am am 02.09.2008 gleichermaßen bravourös wie auch erfolgreich exmatrikuliert."

Naja. Ich weiß ja, dass es so war. Angestoßen wird trotzdem. Und der nun wirklich allerletzte, offizielle Gang über den Campus hat sich so gar nicht merkwürdig angefühlt. Eher Genugtuung war das.

Adieu, liebe Eliteuniversität.

31.08.2008

Monatsende...


...und damit Ende von drei Jahren Sinnlosstudium und Ende einer viel zu langen Zeitspanne von Sinnlosfreizeit. Ab morgen beginnt mein neues Leben. Und irgendwie fühle ich mich überhaupt nicht darauf vorbereitet. Ich wollte mir noch so viele Gedanken machen und mein Leben grundlegend reformieren, aber jeden Gedanken hatte ich mir irgendwie schonmal gemacht und jede Reform war irgendwie schonmal fehlgeschlagen.

Also bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mich auf diese schreckliche "Das wird sich schon alles ergeben."- These einzulassen. Und los.

Schönes Wetter heute...

17.08.2008

Scheiden tut weh...

...aber diesmal vielleicht weniger, als ursprünglich erwartet.

Am 16.09.2004 hatte ich meinen ersten Tag als Zivildienstleistender in der Pro Seniore Residenz Elbe, Wohnbereich 5/6, ab 01.07.2005 war ich pauschal angestellt und habe jeden Monat pünktlich meine 330€ für 55 Stunden Arbeit bekommen, morgen ist mein allerletzter Arbeitstag. Nach fast 4 Jahren. Und grundsätzlich bin ich ja überhaupt kein Fan von Abschied. Oder Veränderung. Ich bin da sehr bequem veranlagt.

Diesmal wird der Abschied aber wahrscheinlich nicht all zu schwer. Alle Bewohner, zu denen ich eine intensivere Beziehung aufgebaut hatte, haben inzwischen ihren verdienten Frieden gefunden; von den Bewohnern, die vor 4 Jahren auf meinem Wohnbereich gelebt haben, sind ohnehin nur noch 4 übrig. Von 28. Und auch die Personalsituation wurde im Laufe der Jahre immer unerfreulicher. Meine erste Lieblingsschwester wurde mir schon nach einem guten Jahr genommen und gegen eine langweilige Träne eingetauscht, die Nächste musste Anfang letzten Jahres den Wohnbereich wechseln und das traurige Ende war der Abzug meiner geliebten Sigone dieses Jahr. Keiner mehr da zum Müll quatschen.

Mich hält also nichts mehr. Außer Erinnerungen. Und auch die lassen mich dann und wann sehr emotional werden. Aber das große Tränenfest wird wohl ausbleiben.

21.03.2007

Es war einmal ein Warenhaus...

Punkt. Es ist nicht mehr. Das ehemalige Centrum- Warenhaus, das Hertie hieß, als ich bewusst begann, durch die Stadt zu schlendern und zuletzt den liebevollen Kosenamen "Hartz IV- Karstadt" trug, wird immer weiter abgetragen. Bis Mai soll es dann komplett liquidiert sein. Ich finde es immer schade, wenn Gebäude, an die ich Erinnerungen habe und mit denen ich etwas verbinde, eingestampft werden. Im Hertie habe ich meine ersten Nici Beanie- Babies gestohlen, die damals auch Nick Carter gesammelt hat.

Seufz. Aus sentimentalen Gründen haben ich und wohl auch er hier paar Bilder 'von gemacht.