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25.05.2015

Hedi Schneider steckt fest.


Hatte ich also gestern ein tolles erstes Date im Waldseilgarten Bühlau, nur um heute früh zu erfahren, dass es kein zweites geben wird. Zu wenige gemeinsame Berührungspunkte. Wobei wir gestern über nichts anderes geredet haben als die ganze Woche schon. Nur dass gestern noch meine Person dazu kam. Ich interpretiere das mal nicht. Sondern löse stattdessen meine Besondere-Zwei-Euro-Münzen-Sammlung auf, um sie in der Schauburg auf den Kopf zu hauen:



"Hedi Schneider steckt fest". Eine erschreckend authentische Studie darüber, was es bedeutet, wenn ein "normaler" Mensch, der ein "normales" Leben führt und stabil in seiner Umwelt steht, plötzlich Psychosen entwickelt, denen er ohne jede Kontrolle zum Opfer fällt und gleichzeitig jeden, der sich in seinem Radius bewegt, unwillentlich mit in den Sog der Verweiflung zieht.



Im Marketing wird der Film als "bemerkenswert leichte Tragikomödie" verkauft. Es soll ja schließlich keine heitere Seele davor zurück schrecken, sich in den Kinosaal zu setzen. Und durchaus ist auch die ein oder andere wirklich lustige Szene im Film verbaut. Es ist ja schließlich auch nicht so, dass wir gar nichts zu lachen hätten. Aber in der Hauptsache war ich erschüttert, wie überzeugend Laura Tonke in ihrer Rolle der Hedi Schneider die depressive Angstpatientin mit markerschütternden Panikattacken dargestellt hat, und wie sensibel der Film auch ihre Umwelt gezeichnet hat. Und jeder, der meint, dass die Situationen im Film überspitzt dargestellt gewesen wären, dem sei aus erster Hand versichert, dass er sich irrt.

Wir liegen wirklich genau so am Boden, wie gelähmt, und sehen innerhalb unserer Scheuklappen nur noch das nahende Ende, oder sehnen es herbei.

Wir schlucken unsere Tabletten wirklich mit Vodka, in der Hoffnung, dass das hilft.

Wir krauchen wirklich im Morgengrauen durch beliebige Einöden, weil wir uns da sicher fühlen und dort in unserer grenzenlosen Hilflosigkeit auf irgendeine Antwort von sonstwoher hoffen.

Wir wünschen uns wirklich, einfach sagen zu können, wir hätten Krebs, um wenigstens einmal ernst genommen zu werden und um eine kleine Ahnung dafür erwecken zu können, wie massiv unser Leben eingeschränkt ist, obwohl "doch alles noch funktioniert".

Wir haben wirklich Bezugspersonen, die sich liebevoll und verständnisvoll aufopfern und ihr eigenes Leben für uns pausieren, nur um schließlich zu erkennen, dass sie der Krankheit genau so machtlos ausgesetzt sind, wie der Mensch, den sie retten wollten. Die im Zweifelsfall von Dritten auch noch die Schuld dafür zugewiesen bekommen, dass sie das Problem nicht schnell genug und zur Zufriedenheit aller Beteiligten lösen konnten. Und die im zweifelshaftesten aller Fälle ihr Glück zu Recht in Armen suchen, die mit sich selbst ein bisschen mehr im Reinen sind, als das zerrissene Elend, dass sie schon lange verloren haben.

Wir haben alle den einen Angehörigen, der uns erklärt, dass er sich früher, wenn es ihm schlecht ging, einfach nur unter die kalte Dusche gestellt hat. Wir haben alle diese Mitmenschen, die besser nie etwas von der Diagnose erfahren hätten, weil sie uns in Folge dessen behandeln wie Porzellan. Wir kennen alle das Alltagstraining. Wir machen alle unsere Achtsamkeitsübungen. Und wahrscheinlich hat auch jeder von uns schon mindestens einmal einen "Neuanfang" inszeniert, in der Hoffnung, das Böse einfach hinter sich lassen zu können.

Aber trotzdem sind wir immernoch die Menschen, die ihr mal kennen und lieben gelernt habt, und wir freuen uns über jeden, der an den guten Tagen Zeit für uns hat, und noch ein bisschen mehr über die drei, die sogar an den schlechten Tagen auf SMS antworten.

Jetzt heul' ich schon wieder.
Dabei wollte ich eigentlich nur erzählen, wie schön der Film das Thema illustriert.
Falls sich jemand für das Thema interessiert.

*plöpp*

04.07.2014

Die Schauburg seh' ich öfter als meine Großeltern -
Das erste Kinohalbjahr 2014.


War ich also im Kino. 26mal schon dieses Jahr, im Rahmen meines guten Vorsatzes, jede Woche einmal in's Kino zu gehen, den ich bis jetzt auch halten konnte. Und so, wie auch die Sommersonnenwende bereits hinter uns liegt und die Tage wieder kürzer werden, sind auch schon 26 Kalenderwochen ins Land gezogen und mein Kinojahr feiert somit Halbzeit!

Jeden Film einzeln zu besprechen wäre mühsam, zeitaufwendig und es außerdem nicht wert, aber da ich mir vorgenommen habe, mein Schreibheft in den kommenden Wochen mal wieder mit Content vollzupumpen, ohne jeden künstlerischen Anspruch, in der Hoffnung, dass dadurch endlich mal wieder Leben einkehrt hier, habe ich hier mal eine plumpe Auszählung für sie vorbereitet. Alle gesehenen Filme in chronologischer Reihenfolge, und ich habe auch versucht, sie in ein Ranking zu bringen (26/26 ist die beste Platzierung, 1/26 die schlechteste). Man kann zwar viele der Filme gar nicht miteinander vergleichen, aber sie bekommen zumindest eine Idee, welche Filme mir gefallen haben, und welche nicht ;-)

Bitteschön:


#01 Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (Rundkino) 18/26

Schöne Geschichte, schöne Landschaften, schöner Ben Stiller.


#02 DieTribute von Panem: Catching Fire (Cinemaxx) 9/26

An sich wieder gut gemacht, und Jennifer Lawrence gibt immer Punkte, aber nach dem Film war ich verwirrt, und das nicht aus den richtigen Gründen.


#03 Das Geheimnis der Bäume (Schauburg) 1/26

Unglaublich fad, und sehr kindgerecht. Hatte ich mir anders vorgestellt. Aber das ökologische Gewissen war auch mal im Kino.


#04 Die Eiskönigin (Kristallpalast) 25/26

Animationsfilme toppt einfach nichts. Und jeder Erwachsene, der sich diese Filme entgehen lässt, weil "das was für Kinder" ist, ist selbst schuld.


#05 The Wolf of Wall Street (Cinemaxx) 4/26

Komisch. Und lang.


#06 Kill Your Darlings (Schauburg) 23/26

Sympathische Darsteller, philosophische Note, und bisher einer der wenigen Filme in diesem Jahr, der in mir den Wunsch geweckt hat, im Nachhinein noch ein bisschen nach den Hintergründen zu googlen.


#07 Dallas Buyers Club (Programmkino Ost) 13/26

Toll gespielt von allen Beteiligten, alle Nominierungen und Auszeichnungen verdient.


#08 American Hustle (Schauburg) 15/26

Schöner Film mit großartiger Jennifer Lawrence und toller Amy Adams, die anderen auch gut, zur Geschichte entwickelt man halt leider keinen persönlichen Bezug. Sonst wär' dieser Film noch weiter oben angekommen.


#09 Philomena (Kino in der Fabrik) 17/26

Dame Judi kann einfach nichts verkehrt machen.


#10 Stromberg (Schauburg) 10/26

Am Anfang Tränen gelacht und gehofft, dass das so bleibt, tat es aber leider nicht. Stromberg-Love trotzdem ungebrochen.


#11 Grand Budapest Hotel (Schauburg) 8/26

Ein Haufen begnadeter Darsteller spielt einen Film ohne Inhalt. Optisch schön, ansonsten so mittel.


#12 Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand (Schauburg) 5/26

Miserabel synchronisiert, und an Stelle eines zurechtgemachten, alten Mannes hätte ich mir einen echten alten Mann gewünscht. Ich nehme an, dass das Buch besser ist. Schade, dass ich nicht lese.


#13 Her (Schauburg) 22/26

Joaquin Phoenix, Audio-Scarlett Johansson, das Thema, das Setting, die Musik. Das war schön.


#14 August: Osage County - OmU (Thalia) 20/26

Großartige Darsteller(innen) die beweisen, dass sie ihr Geld wert sind in einer Geschichte, die einen irgendwie mitnimmt.


#15 Snowpiercer (Schauburg) 11/26

Eigentlich ganz schön gemacht, aber im Ranking trotzdem nur ins Mittelfeld gelangt. Keine Ahnung, was da passiert ist. Aber wahrscheinlich hatte ich nach dem Hype im Vorfeld mehr erwartet. Tilda Swinton ganz toll, und der Zug optisch sehr gelungen.


#16 Yves Saint Laurent (Programmkino Ost) 7/26

Ein Film für zwischendurch. Wirkte ein bisschen lieblos und aus dem Material hätte man auf jeden Fall mehr machen können. Aber Pierre Niney gibt sich große Mühe.


#17 Rio 2 (Schauburg) 26/26

Ein Animationsfilm mit Papageien, da ist es eigentlich schon fast egal, was die Papageien machen, ich bin überzeugt. Bester Film des ersten Halbjahres, auch weil ich nur 4 Euro für die Kindervorstellung in der Schauburg bezahlen musste und weil das der einzige Film war, der es geschafft hat, mich zu motivieren, einen Blogpost zu verfassen.


#18 Spuren (Programmkino Ost) 2/26

Vom Thema her toll, in der Umsetzung merkwürdig. Und die Hauptdarstellerin ging irgendwie gar nicht. Vielleicht war das die Rolle, aber wenn ich mit der Protagonistin des Filmes nicht sympathisiere, find' ich auch den Film kacke.


#19 Rosie (Schauburg) 6/26

Das gleiche Problem, wie beim Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und sich die Hüfte brach: Beschissen synchronisiert. Darunter hat, zumindest für mein Empfinden, die eigentlich schöne Geschichte ziemlich gelitten.


#20 Beziehungsweise New York (Schauburg) 3/26

Ich kann mich nicht an diesen Film erinnern. Ich kann mich nur erinnern, dass ich nach dem Film wieder wusste, warum ich französisches Kino nicht mag. Hab's aber wieder vergessen. Das nächste Mal schreib' ich's mir auf.


#21 The Wind Rises (Hyde Park Picture House, Leeds) 21/26

Studio Ghibli kann eigentlich auch nie etwas verkehrt machen, und auch, wenn "The Wind Rises" im Gegensatz zu den anderen Studio Ghibli-Filmen leider gar keine phantastischen Elemente hatte, war er optisch toll und liebevoll gemacht.


#22 Blended (The Vue, Leeds) 12/26

Seichte Komödie mit Drew Barrymore und Adam Sandler geht auch immer. Müsste eigentlich weiter oben im Ranking sein. Aber ich glaube, im Mittelfeld waren die Filme alle sehr eng beieinander. Nicht gefallen haben mir wirklich nur die letzten 7.


#23 Enemy (Schauburg) 14/26

Intelligent, und Jake Gyllenhaal.


#24 Maleficent (Rundkino) 19/26

Hätte für meinen Geschmack ein bisschen düsterer sein können, gerade mit Angelina Jolie in der Hauptrolle, aber wahrscheinlich sollte es dann doch kindgerechter werden, als ich es erwartet hatte - trotzdem phantasievoll, hübsch anzusehen und mit mehreren schönen Botschaften.


#25 Maman und Ich (Schauburg) 16/26

Ganz toll gemacht von Guillauma Gallienne, und mit dem Hintergrund, dass das seine eigene Geschichte ist, gleich nochmal interessanter. Das Ende hätte ich mir vielleicht anders gewünscht, aber dafür kann er ja nichts.


#26 The Fault in Our Stars - OV (Rundkino) 24/26

Was haben wir geheult. Und das nicht nur wegen der traurigen Geschichte, sondern auch wegen zwei unglaublich authentischen Hauptdarstellern, die Hazel Grace Lancaster und Augustus Summers so glaubwürdig verkörpert haben, dass man hätte glauben können, sie wären dem Buch direkt entstiegen. Nicht, dass ich es gelesen hätte. Aber ich nehme es an. Ich möchte jetzt auch einen Augustus Summers. Nur ohne... naja. Sehen sie selbst.

Das war's! Zweites Halbjahr kann losgehen.
Wenn sie eine Meinung haben, teilen sie sie gern, oder behalten sie sie für sich. Jeder wie er's mag. Ich fahr jetzt nach Köln.

*plöpp*

27.04.2014

"Furioses Federgefuchtel."


Und es geht weiter.

Es ist eine Berg- und Talfahrt mit meinem kleinen Schreibheft hier. Wobei der letzte Gipfel auch schon ein ganzes Stück zurück liegt. Und in Zeiten, in denen der Austausch im World Wide Web zum allergrößten Teil über Twitter, Facebook, Instagram und Tumblr stattfindet, sollte man meinen, dass so etwas wie ein "Blog" seine Schuldigkeit eh getan hat. Erst recht wenn ich mir ansehe, was echte, ambitionierte Blogger tagein, tagaus in ihre Blogs zimmern. Poesie, Philosophie, Phantasie, tagelang ausgeklügelt, in allen Ebenen durchdacht. Aber jedes Mal, wenn ich dann denke, dass es eigentlich an der Zeit wäre, das Ding hier zu Grabe zu tragen, widerstrebt dieser Idee eine tief empfunde Verbundenheit zu diesem überholten Relikt aus vergangenen Tagen, und ich krieg's einfach nicht über's Herz.

So dass ich hiermit meine zunächst durch einen kaputten Rechner bedingte und anschließend aufgrund mangelnder Motivation fortgesetzte Blog-Pause für beendet erkläre indem ich verkünde: Ich war im Kino! Und das nicht nur einmal, sondern siebzehn mal. Weil ich mir für das Jahr 2014 wieder den guten Vorsatz genommen habe, einmal pro Woche ins Kino zu gehen. Was ich 2012 auch schon einmal probiert hatte, doch dann kam die Fußball-EM, und auf einmal war keine Zeit mehr für Kino. Doch auch, wenn jetzt die Fußball-WM schon wieder vor der Tür steht, bin ich guter Dinge, dass ich den Vorsatz in diesem Jahr einhalten kann. Aktuell schreiben wir Kalenderwoche 17, und Film 17 war wieder einer der Schöneren:

Rio 2 - Dschungelfieber



Wo wir Hobby-Cineasten ja eigentlich nichts von beliebigen Fortsetzungen halten, so lange sie nicht die Geschichte eines Universums erzählen. Aber die Wendung "Never change a winning team" hat schon ihre Berechtigung. Und wenn das Team aus lauter Vögeln besteht, ist André dankbar für jede Fortsetzung, die es in die Kinos schafft.


[Janelle Monáe - What Is Love - Rio 2 Opening Scene]

Und so habe ich es auch heute wieder nicht bereut, 14 Uhr der einzige Erwachsene im Kinosaal gewesen zu sein, der kein Alibi-Kind dabei hatte. Denn so generell verstehe ich immernoch nicht, warum Menschen 16+ sich dermaßen zieren, Trick- und Animationsfilme anzuschauen. Wie viel Liebe, wie viel Phantasie, wie viel schöne Musik und wie viel Arbeit in diesen Filmen steckt, davon kann manch Blockbuster für Große nur träumen. Und letztlich ist es wie in jedem anderen Genre auch eine Frage des Wollens. Denn wer will, der kann sich sogar aus einem Haufen sprechender, exotischer Vögel einen aussuchen, mit dem er sich persönlich identifizieren kann. 5 von 5 Ara-Gürteltaschen.


[Barbatuques - Beautiful Creatures, im Portugiesischen Original Você Chegou]

Will ich also gar keine Filmkritik daraus machen, denn in so etwas habe ich keinerlei Expertise, sondern möchte es als Repräsentant von Otto Normalverbraucher und Susi Sorglos einfach wieder bei meiner wärmsten Empfehlung belassen, sich häufiger Trick- und Animationsfilme anzusehen - Herz und Gemüt werden es ihnen danken.



Ich hatte überlegt, auch noch die anderen 16 Filme aufzulisten, just because, aber irgendwie macht das an dieser Stelle nicht all zu viel Sinn, weswegen ich mir da noch eine geeignete Präsentationsform ausdenken muss. Oder Ende des Jahres eine Liste von 52 Filmen aushänge. Je nachdem, wohin der Schreibfluss mich trägt.


Fröhlichen Tag der Freiheit, Südafrika!

*plöpp*

14.12.2013

Mein Herz tanzt.




Ich war ja mal wieder im Kino. Und habe mich gefreut. Denn ursprünglich wusste ich gar nichts von "Five Dances", und nur dank meiner unermüdlichen Bemühungen, meinen Facebook-Newsfeed stets lückenlos zu verfolgen, sah ich am Montag, dass Scott Matthew die Berliner Premiere des Films im Rahmen der MonGay-Reihe im Kino International bewarb. Und wenn Scott Matthew und gay in einem Post vereint sind, schaue ich auch mal das dazu gehörige YouTube-Video.



Wunderschöner Trailer und wunderschöne Darsteller motvierten mich direkt, mal nachzusehen, ob der Film auch in Dresden läuft, und da das Kino im Dach diesbezüglich ja hier das wahrscheinlichste Lichtspielhaus ist, habe ich zuerst auf deren Homepage nachgesehen, und siehe da: Läuft! Bzw. lief. Also Dienstag Abend 20:15 ins Kino, für liebe 5 Euro unter die Dachschräge gesetzt und Finger gekreuzt, dass der Trailer nicht besser ist, als der Film.



War er nicht. In 5 Akte unterteilt, die jeweils von großartigen Ballett-Performances zu ebenso großartiger Musik eingeleitet wurden, war es eine wahre Freude, Ryan Steele und Reed Luplau zuzusehen, welche Leidenschaft sie in ihre Performance steckten, wie die Funken zwischen den beiden fast schon das Studio, in dem sie trainierten in Brand setzten... und wie sie's dann endlich getrieben haben. Nicht, dass ich so einfach zu begeistern wäre. Aber man sieht halt doch, wenn die beiden männlichen Darsteller, die sich da gerade lieb haben, auch im wahren Leben Männer lieb haben. Und dass es nicht reicht, einfach zwei wunderschöne Burschen 90 Minuten von links nach rechts und von rechts nach links durch's Bild laufen zu lassen, damit ich ein filmisches Meisterwerk ausrufe, hat ja jüngst "Freier Fall" bewiesen, den ich inhaltlich und schauspielerisch so mau fand, dass es nichtmal mehr Max Riemelt wirklich rausreißen konnte.



War ich also hellauf begeistert. Wenn auch pseudointellektuelle Arthouse-Jünger vergebens nach tiefschürfenden Botschaften suchen werden. Aber ich freue mich auch immer wieder über kurzweilige Filme mit Happy End, die für kurze Zeit vergessen lassen, dass es im wahren Leben nie so zugeht, wie in derlei Schmachtschinken. Wobei Rhys Kosakowski, ehemaliger Billy Elliott-Darsteller und Derek Dunn, zwei schöne Männer, die sich im Houston Ballet kennengelernt haben und seitdem 1 Herz und 1 Seele sind, beweisen, dass Kino manchmal auch im Alltag funktioniert. Und auch Ryan Steele hat in Texas angefangen... Vielleicht auch 'ne Option für den nächsten 5-Jahres-Plan?



Und als ich mich noch freute, dass Rhys Kosakowski und Derek Dunn so ein tolles Echtzeit-Ballet-Paar sind, fand ich im Google schon die ersten Bilder von Ryan Steele und Matt Doyle. Seines Zeichens Musical-Darsteller unter anderem in meinem aktuellen Lieblingsmusical "The Book of Mormon", der 2011 in "Private Romeo" spielte und sang, in welchem wiederum "Five Dances"-Regisseur Alan Brown Regie führte. Die Community ist ein Dorf. Die beiden lernten sich 2012 kennen und sind seitdem, zumindest wenn man broadway.com Glauben schenken möchte, eins der schönsten und charmantesten Broadway-Paare. Eigentlich ja, wie auch das vorhergehende Beispiel, so ein Paar, das jeder frustrierte Single schon aus Prinzip verachtet, aber zum einen bin ich ja aktuell und nach wie vor nicht frustiert und stolz drauf, und zum anderen: Haben sie Ryan Steele's Lächeln gesehen? Haben sie? Könnte man diesem Lächeln irgendetwas missgönnen? Ich nicht. Das sind einfach diese Menschen, die fröhlich geboren wurden und denen wahrscheinlich noch nie so richtig emotional ans Bein gepisst wurde, die aus tiefstem Herzen lachen können und mit ihren strahlenden Augen jeden Raum erhellen... So etwas kann man einfach nicht böse sein.



 Lange genug hab' ich jetzt aber von den Männern geschwärmt, um auch schnell noch zum Kulturteil zu kommen, denn abgesehen von einer wunderschönen Optik hat der Film auch durch großartige Musik bestochen, die direkt ans Herz ging, hauptsächlich verantwortet durch Scott Matthew. Der mir letztes Jahr zum ersten Mal von jemandem ans Herz gelegt wurde, bei dem ich mich auch mal wieder melden könnte, und der mich im Hintergrund von "Five Dances" und mit dem Enthusiasmus, mit dem er den Film auch beworben hat, nun endgültig überzeugt hat.

Was mich schießlich und endlich zu meinem Ausgehtipp für ganz Spontane führt: Scott Matthew ist heute Abend im Bärenzwinger in Dresden und morgen im UT Connewitz in Leipzig. Und ich habe Nachtdienst und Nachtdienst. Was mich ein bisschen betrübt, aber irgendwie war mir dieses Konzert durch die Lappen gegangen, und nun ist es, wie es ist. Falls mir jemand erzählen möchte, wie's war: Gern :)

Ich glaube, das reicht erstmal an Text. Deswegen schließe ich und verabschiede mich in das, was noch vom Abend übrig ist.

*plöpp*, *kling* & fallalalala- lalalala.

19.11.2013

The glorious return of Peeniss!

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Glückauf! Was ich eigentlich schon Ende September machen wollte, dann aber aufgrund des Mangels an präsentablem Material doch wieder bleiben lassen musste, kann heute endlich stattfinden: Ich bejuble den Soundtrack zu "The Hunger Games: Catching Fire"! Im YouTube schwirrt der zwar schon seit dem 14. November rum, aber ich hatte mir als Veröffentlichungs-Datum den heutigen Tag notiert. Deswegen heute und hier meine sieben Lieblingstracks:



Imagine Dragons - "Who we are"
Phantogram - "Lights"
Antony and the Johnsons - "Angel on fire"
Sia Furler featuring The Weeknd & Diplo - "Elastic Heart"
Of Monsters And Men - "Silhouettes"
Santigold - "Shooting arrows at the sky"
The Weeknd - "Devil may cry"

...wobei es sich bei den drei Songs in voller Breite um meine drei Favoriten handelt. "Who we are" ist zur Zeit mein neues Lauf-Lied. In einer Playlist mit "Elastic Heart", das schon länger eins meiner Lauf-Lieder ist. Relativ kalt gelassen haben mich leider die Beiträge von Ellie Goulding, Christina Aguilera und Patti Smith, denen ich ja normalerweise auch alles abkaufen würde, aber man kann nicht alles haben. Und sieben gute Tracks auf einer CD erlebt man schon selten genug.



Der dazu gehörige Film kommt am Donnerstag in die Kinos, und selbst was das angeht, bin ich ein bisschen aufgeregt. Denn während ich ja weder auf dem Herr der Ringe-Zug noch auf dem Harry Potter-Zug noch auf dem Narnia-Zug mitgefahren bin, bis jetzt noch keine einzige Folge "Game of Thrones" gesehen habe und nach wie vor googlen muss, ob es nun eigentlich "Game of Thrones" oder "Games of Thrones" heißt, war "The Hunger Games: Die Tribute von Panem" einer der wenigen Filme, die ich tatsächlich und trotz des Hypes im Kino gesehen habe. Was hauptsächlich der Tatsache geschuldet ist, dass wir damals unseren Einmal-die-Woche-ins-Kino-Vorsatz gepflegt haben, aber wie auch immer: Ich mochte den Film. Und bin damit zur Abwechslung mal DABEI.

Vergebe ich also hiermit aufgrund meiner Euphorie und aufgrund des Soundtracks schonmal eine gute Hand voll Vorschusslorbeeren und wünsche des weiteren gute Unterhaltung!

*plöpp*

15.03.2013

"Es geht um den Wunsch - den traumgleichen, pathetischen Wunsch -,...


...noch einmal an jenem Punkt meines Lebens zu stehen und eine ganz andere Richtung einschlagen zu können als diejenige, die aus mir den gemacht hat, der ich nun bin."

Ich war im Kino! ... Ich weiß gar nicht, warum ich davon nichts mehr berichte. Wegen früher, oder so... Aber wenn es danach geht, könnte ich gar nichts mehr erzählen. Habe ich es also diese Woche mal wieder geschafft, mir gleich zwei Filme anzusehen.



Vorgestern war das "Nachtzug nach Lissabon" im Rundkino. Ein Film, den meine Mutti gern sehen wollte, und zu dem ich mir erstmal den Trailer anschauen musste, um überhaupt zu wissen, worum es geht. Der mir dann aber trotz vorangegangener Warnungen, dass die Kritiken zum Film eher durchwachsen seien, sehr gut gefiel. Die gleichnamige Romanvorlage wurde 2004 von Pascal Mercier aka Peter Bieri geschrieben, und der Haupt-Schauplatz ist, wie es der gewitzte Leser vielleicht schon ahnt, Lissabon. Zum einen das gegenwärtige Lissabon, und zum anderen Lissabon zu Zeiten der Diktatur António Salazars. Und wenn es einen zeitgeschichtlichen Rahmen gibt, zu dem man sich später noch ein bisschen was ergooglen kann, ist mir ein Film ja sowieso schonmal sympathisch. Nicht, dass ich Ahnung von der Geschichte Portugals hätte. Aber ich finde es spannend, im Nachhinein eine kleine Ahnung zu gewinnen. Außerdem macht Lissabon als Kulisse wirklich sehr viel her, und wenn auch noch die Schauspieler, allen voran Jeremy Irons als Raimund Gregorius, allesamt sympathisch sind, dann ist es schön im Kino. Kurz geweint habe ich zu eingangs zitiertem, traumgleichen Wunsch, aber im weiteren Verlauf des Films setzte sich nach und nach eine verwobene Geschichte zusammen, zu der ich keinerlei persönlichen Bezug aufbauen konnte, so dass ich mich einfach nur gut unterhalten gefühlt habe.


Der "Nachtzug nach Lissabon" war allerdings nicht der einzige Film, den ich diese Woche gesehen habe, denn bereits am Montag waren wir im Rundkino zu Besuch in "Die fantastische Welt von Oz". Der mir auch gut gefiel, was aber sicher auch zum Teil daran lag, dass ich erst kürzlich das Musical zum "Zauberer von Oz" gesehen hatte. Denn "Die fantastische Welt von Oz" erzählt dessen Vorgeschichte - die Geschichte, wie es den Jahrmarkts-Zauberer und Hobby-Schürzenjäger Oscar Diggs von Kansas nach Oz verschlägt, und wie er dort zum großen und mächtigen Zauberer von Oz wird. Was nett ist, wenn man noch in der Geschichte drin ist und dieses Universum noch ein bisschen erweitern kann. Aber ob mir der Film so als eigenständiges Werk gut gefallen hätte, weiß ich nicht. Mila Kunis sah nach ihrer Verwandlung aus, als wäre der Sohn vom Produzenten des Films für die Maske verantwortlich gewesen und keiner hat sich getraut, ihm zu sagen, dass es scheiße geworden ist, ihre Synchronstimme hat absolut nicht zu ihrer Rolle gepasst, die Farben der Landschaften waren zum Teil sehr giftig, und Zach Braff eine andere Synchronstimme zu geben als die des großen und mächtigen John Dorian ist ja sowieso ein Kardinaldelikt. Kann man die beiden Begriffe miteinander kombinieren? Ich finde, es klingt chic... War aber trotzdem unterhaltsam und ich weiß jetzt Bescheid im Zauberland von Oz.

Im direkten Vergleich gewinnt aber wieder die weniger aufwändige Produktion, die mich mit Inhalt und Charme mehr begeistern konnte, als das große Piff, Paff und Puff, Peng Peng und Hallo von Disney. Und trotzdem zieht es mich jedes Mal aufs Neue wieder in die großen Blockbuster, wenn ich die Wahl habe. Das muss sich ändern.

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So wie sich alles ändern muss in meinem Leben. Und damit sich demnächst wenigstens für kurze Zeit mal die Umgebung ändert, sind die Flüge jetzt gebucht. Am 31.03. fliege ich von Berlin nach London, am 14.04. von Liverpool zurück nach Berlin. Vorschläge für Zwischenaufenthalte auf meinem Weg gen Norden werden bis Sonntag noch gern entgegen genommen, dann möchte ich mich mal festlegen. Hat einer 'ne Ahnung, ob es in Bristol schön ist? Oder in Cambridge? Oder in Hull? Oder...

*plöpp*