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11.07.2014

Et jitt kei wood dat sage künnt wat ich föhl.


War ich also in Köln, letztes Wochenende, und weil es so schön war, wollte ich gern ein paar Bilder hier lassen. Schnappschüsschen bloß, wie immer, aber zur Visualisierung meiner schönen Erinnerungen genügen sie :)


War nämlich der liebe T. aus K. am R. auch in diesem Jahr wieder zu Besuch auf dem Dresdner CSD, diesmal mit großer ColognePride-Delegation, und schwängerte mich in diesem Rahmen mit der Idee, 2014 doch auch mal nach Köln zu kommen, um mir anzuschauen, wie man am Rhein so Pride feiert. Und so suchte ich mir den billigsten Bus und die die billigste Bleibe, die ich finden konnte und Freitag Abend ging es los, über Nacht sowie über Schönefeld, Berlin, Hannover, Dortmund, Essen und Düsseldorf nach Köln, wo ich Samstag 8 Uhr ankam, direkt den Dom besichtigte und bestieg und mich anschließend bis Sonntag Abend dem Kölner CSD aka ColognePride hingab.



Natürlich kann man den Dresdner CSD (normalerweise um die 10 Wagen, 2014: 3 Wagen) nicht mit dem ColognePride (2014: 99 Wagen) vergleichen, und andere CSDs habe ich noch nie besucht, um das Ganze an irgendeinem Maßstab messen zu können, aber ich war begeistert. Von der Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen, von der Lebensfreude, die in der Luft lag, von der Liebe, die die Organisatoren und Beteiligten in das Gesamtprojekt, zum Beispiel in ihre Mottokampagne, gesteckt haben, von der unglaublichen Dichte überdurchschnittlich schöner Männer (an denen man sich leider nie satt sieht, so sehr man es auch versucht) und letztendlich sogar vom Kölschen Liedgut. Das ja eigentlich eher nicht in das Spektrum musikalischer Genres fällt, die mein Herz zum hüpfen und meine Hüfte zum wackeln bringen, aber als Teil der Lebensfreude und des Regionalstolzes vor Ort reißen sie einfach jeden mit, der sich darauf einlässt. Und so hatte ich, nachdem ich eins der A1-Mottoschilder 5 Stunden lang hinter Wagen 1 her trug, der alle in der Mottokampagne verarbeiteten Songs in regelmäßigen Abständen immer wieder zum Besten gab, sogar einen neuen Lieblings-Ohrwurm:



War das also ein großartiges Wochenende, das weder von äußerst unangenehmen Sitznachbarn und Kleinkindern im Nachtbus noch von zwischenzeitlichen Regengüssen noch von der Tatsache, dass mein zweitliebstes Nationalteam völlig zu Unrecht gegen die Niederlande ausschied, während ich gerade auf der Poptastic tanzte getrübt werden konnte und so denke ich nun darüber nach, in der Saison 2015 zum Pride-Pilger zu werden.


In der Zwischenzeit erfreue ich mich noch ein wenig an meinen Memorabilia (wobei ich noch nicht so richtig weiß, was ich mit der schönen Sigmar Gabriel-Maske anstellen könnte) und wünsche allen Lesern Happy Gay Pride!

*plöpp*

12.05.2014

I am what I am. And what I am needs no excuses.


Da gewinnt eine bärtige Travestie-Künstlerin den Eurovision Song Contest mit wirklich respektablem Abstand und dem viertbesten Ergebnis der Eurovision-Geschichte, Menschen, von denen mir nichtmal mehr bewusst war, dass sie bei Facebook registriert sind, posten auf einmal Würste und Regenbogeneuropa klatscht kurz in die Hände, doch kaum wird der Jubel zu laut, wachen sie auf und kommen aus ihren Löchern gekrochen: Die Nörgler. Die Stinkstiefel. Die Muffelköpfe. Die davon zehren, ihren Mitmenschen die Welt zu erklären, und zwar möglichst in einer Farbpalette, die das Aufkeimen jeglichen Optimismus' im Keim erstickt. Denn wo wären wir denn, wenn wir so etwas wie Hoffnung zuließen? Am Ende der Vernunft. Mindestens. Vielleicht klingt das ein bisschen frustriert, und keinesfalls möchte ich damit alle, die im Rahmen der aktuellen Euphorie auch erwähnen, dass der Kampf für Toleranz und Vielfalt weder erst gestern begonnen noch gestern endlich geendet hat, über einen Kamm scheren, aber dieses schlecht gelaunte Volk der pathologischen Pessimisten erregt schon länger mein Gemüt. Und die Charakterisierung unterstreicht meinen Punkt: Kann man sich denn nicht einfach mal freuen? Nur mal kurz? Der vom Moment gegebenen Euphorie die Chance geben, Menschen zu beflügeln? Und bereits beflügelte Menschen ein bisschen fliegen lassen, statt sie direkt vom Himmel zu schießen?

Wer nicht weiß, worum es geht, dem kann ich es wahrscheinlich auch nicht schlüssig erklären, aber ich versuch's trotzdem: Die Travestie-Künstlerin Conchita Wurst, verkörpert von Tom Neuwirth, hat gestern Abend den 59. Eurovision Song Contest für Österreich gewonnen. Womit sie ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Individualität gesetzt und vielen Menschen, die ihren Heimatländern und der Europäischen Union bezülich dieser Aspekte skeptisch gegenüber stehen Hoffnung verliehen hat, dass alles vielleicht doch nicht ganz so schlimm im Argen liegt, und dass wenigstens Kultureuropa in allen Ebenen mehrheitlich gewillt ist, zu leben und leben zu lassen ohne zu diskriminieren. So zumindest sehen es die Optimisten. Deren Optimismus zum Teil leider auch in unreflektierte Hysterie übergeht, die dann zu Aussagen wie "Gestern ist so viel passiert, wie in den letzten 20 Jahren nicht." (Zitat im Facebook aufgegriffen) verleitet. Was widerum die Kritiker auf den Plan ruft, die durchaus auch mit Recht darauf hinweisen, dass der jahrzehntelange Kampf von Vorreitern und Wegbereitern wesentlich mehr Anerkennung verdient, als der Auftritt von Frau Wurst und dass allein der Sieg einer Drag Queen bei einer Veranstaltung, deren Anhängerschaft sich zu großen Teilen aus LGBT und deren Sympathisanten bildet, noch lange keinen Meilenstein im Kampf um die Rechte der Community bedeutet.



Aus all diesen Argumenten, die in diversen Feuilletons unterschiedlich gewichtet präsentiert werden, kann man sich nun seine eigene Meinung individuell zusammen basteln, aber ich persönlich möchte gern euphorisch bleiben. Denn damit diskreditiere ich keinesfalls die Leistung all jener, die schon gekämpft haben, als Conchita noch Thomas hieß und sich selbst gesucht hat, und ich bilde mir auch nicht ein, dass ein ESC-Sieg die aktuelle Europapolitik in ihren Grundfesten erschüttern wird. Aber ich würdige den Mut, den Conchita Wurst und ihre Begleiter bewiesen haben, als sie sich bewusst dafür entschieden haben, den von vornherein zu erwartenden Shitstorm auszuhalten, um den Ruf nach einem Recht auf ein individuelles Lebenskonzept ganz nach persönlicher Fasson in ein sehr öffentliches Forum zu tragen und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass dieses Anliegen die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Und ich denke nicht, dass es der guten Sachen zuträglich ist, immer alles klein zu reden und tot zu quatschen, nur damit wir bloß niemals in die Verlegenheit kommen, uns aus unserer angestammten Position der unterdrückten und aufgebrachten Minderheit hinaus begeben zu müssen.

Die Musik sollte man, erschlagen von der politischen Dimension, natürlich auch nicht vergessen, und selbst da lässt sich noch ein weiteres Argument für Conchita Wurst anbringen. Singen kann sie nämlich. Und neben vielen Ausführungen, die ganz und gar ausgeblendet haben, dass diese Veranstaltung eine musikalische Komponente hatte, stand unter anderem auch die These im Raum, dass viele Zuschauer des ESC mit ihrem Anruf für Österreich gar kein Zeichen setzen wollten, sondern dass sie den Song einfach mochten. Und wenn diese Menschen für "Rise Like A Phoenix" angerufen haben und dabei überhaupt nichts darauf gegeben haben, dass er von einer Frau mit Bart gesungen wurde, dann ist das doch ein um so schöneres Signal.



Meine persönlichen Top 5 waren András Kállay-Saunders (Ungarn), Sanna Nielsen (Schweden), Conchita Wurst (Österreich), Elaiza (Deutschland) und Carl Espen (Norwegen), Kommentare zu Conchita Wursts Sieg haben neben vielen anderen Autoren Mithu Sanyal für den WDR und Kopfkompass für den Freitag verfasst, alle Statistiken und die Punktetafel finden sich im Wikipedia-Artikel zum ESC 2014, die Unterschiede, die zum Teil zwischen Jury-Voting und Zuschauer-Voting klaffen, können sie unter anderem hier nachlesen und das Voting der deutschen Zuschauer und der einzelnen, deutschen Juroren im Detail gibt es hier.

Und ich glaube, das reicht dann auch.
Gute Nacht, buntes Europa.

*plöpp*

01.12.2013

Put that ribbon back on.


Mit dem Welt-Aids-Tag ist es jedes Jahr das Selbe: Ich möchte gern etwas dazu sagen, möchte einen Blogpost basteln und möchte meinen Beitrag zu Aufmerksamkeit und Achtsamkeit leisten, weiß aber jedes Mal nicht, wie. Ich habe immer das Gefühl, dass alles, was zu sagen ist, bereits gesagt wurde, und dass das oblatendünne Eis meines halben Zweidrittelwissens bezüglich des Themas in all seinen Ausmaßen ein eher unglückliches Parkett ist, als dass ich mir überhaupt anmaßen dürfte, eine Meinung zu haben oder mit Empfehlungen um mich zu werfen.


Dieses Jahr kann ich allerdings erstmals eine eigene, kleine Geschichte erzählen, denn der heutige Welt-Aids-Tag ist der erste Welt-Aids-Tag, an dem ich meinen eigenen Status kenne. Was nicht sonderlich rühmlich ist, angesichts meines fortgeschrittenen Alters, aber wenn man sich keiner Schuld bewusst ist, verspürt man kaum den Druck, mal in die Beratungsstelle zu gehen, und wenn es dann darum geht, "einfach mal so, aus Interesse" einen Test zu machen, bekommt man auf einmal doch Angst. Und überlegt, ob man die Telefonnummern all jener, die man im dümmsten Fall anrufen müsste, überhaupt noch alle hat. Oder jemals hatte. Und so habe ich, als mir im Oktober dann endlich mein Blut abgenommen wurde, auch niemandem davon erzählt, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie ich auf ein positives Resultat reagiert hätte, was anstrengend war während der einwöchigen Wartezeit.

Letztlich konnte ich aber mein kleines schwarzes Buch in der Mottenkiste lassen und mit einem zuvor in bester Hoffnung kalt gestellten Piccolöchen darauf anstoßen, dass meine chronischen Beschwerden damit schonmal nichts zu tun haben - merkwürdig war es aber trotzdem, sein gesamtes Sexualverhalten Revue passieren zu lassen und sich zu fragen, ob man tatsächlich immer alles richtig gemacht hat. Und damit meine lieben Leser gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, zittern zu müssen, empfehle ich: Safe Sex.

Manchmal muss eine Erkenntnis nicht aufregend schillern, um trotzdem essentiell zu sein.


Viel mehr als ich wissen unter anderem:

Gib-Aids-Keine-Chance.de
Welt-Aids-Tag.de mit der aktuellen Kampagne "Positiv zusammen leben"
"Kampf gegen Aids in Afrika: Epidemie am Wendepunkt" (Benjamin Dürr in SpiegelOnline, 30.11.2013)

*plöpp*

12.08.2013

"Als sie mich holten, gab es niemanden mehr, der protestieren konnte."
[Martin Niemöller]


Mein Opa hat schon vor einigen Jahren aufgehört, Zeitung zu lesen. Zu viele Schlagzeilen machen ihn wütend, betroffen oder hilflos. Und er hat Blutdruck. Deswegen schneidet meine Oma ihm die Artikel über Eisenbahnen und Katzenbabies aus und mit dem Rest muss sie alleine klar kommen. Macht sie gerne. Ihr Blutdruck ist okay. Und auch wenn das der Opa ist, dem ich in keinerlei Hinsicht nacheifere und dem meine Therapeutin damals alles in die Schuhe schieben wollte, ohne dass ich sie darum gebeten hatte - was diesen Aspekt seiner Alltagsgestaltung angeht, kann ich ihn verstehen.


Ende Juni 2013 hat Wladimir Putin ein landesweites Gesetz unterzeichnet, das "Homo-Propaganda" jedweder Form unter Strafe stellt. Die "Werbung" für bzw. positive Darstellung von Homosexualität, den entsprechenden Lebensentwürfen, Partnerschaftsmodellen und Gefühlen kann dadurch mit Geldstrafen, vorübergehendem Berufsverbot oder auch Freiheitsentzug geahndet werden. Was nüchtern vorgelesen zwar schon vollkommen absurd klingt, aber vielleicht noch nicht so richtig ans Herz geht.



Wo es anfängt, weh zu tun, sind die Berichterstattungen über das, was dankbare Homophobiker daraus machen. In St. Petersburg sieht es beim CSD weit weniger fröhlich aus, als hierzulande (siehe auch Video). Und in den Wohnzimmern schwulenjagender Neonazis wird es dann richtig bitter. Nicht, dass es nicht in jedem Land vollkommen weltfremde Vollpfosten ohne jeden Respekt, jede Ehre und jeden Sinn für die individuellen Rechte eines jeden Menschen gäbe. Aber in Russland haben sie jetzt eine gesetzliche Legitimationsgrundlage für Praktiken, für die sie eigentlich selbst an den Pranger gehören.


Und während russische Politiker es für vollkommen legitim halten, dass sich die Gesellschaft gegen derlei Widernatürlichkeiten auch selbst hilft und gemeinsam mit Verantwortlichen des IOC kein Problem für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sehen, weil "bei einem Sportfestival nur über Sport geredet wird" (Witali Mutko) und schließlich "jeder seine Privatssphäre bewahren kann" (Lamine Diack), sitzt man daheim sprachlos vorm Monitor und weiß nicht so recht, wohin mit den Emotionen.


Stephen Fry
schreibt einen leidenschaftlichen Brief an David Cameron und das IOC, in dem er Wladimir Putin mit Adolf Hitler vergleicht, und Eleanor Margolis erklärt noch einmal, warum dieser Vergleich tatsächlich angemessen ist. Tilda Swinton stellt sich in Moskau vor die Basilius-Kathedrale (und ein Polizeifahrzeug) und sendet mit der Regenbogenflagge homo-propagandistische Grüße "In solidarity. From Russia with love". Und Jón Gnarr, seines Zeichens Bürgermeister von Reykjavík, denkt offen darüber nach, die Städtepartnerschaft mit Moskau zu beenden.


Da ich allerdings weder ein britischer Vorzeige-Intellektueller, noch eine Oscar-prämierte Schauspielerin noch Bürgermeister einer europäischen Hauptstadt bin, unterschreibe ich fleißig weiter Petitionen, versuche mich so gut es geht zu belesen und habe heute ein paar meiner übrigen Euros an den Quarteera e.V. gespendet - ein Verein, der sich besonders mit den Belangen der russischen LGBT-Gemeinden in Deutschland und auch anderswo befasst. Und dessen Mitglied Regina Elsner (Mitgliedin? Ohneglied? Ist das Wort "Mitglied" noch nicht gegendert??) im Interview mit queer.de erklärt, warum Wodka-Boykotte, Blockaden und das Aufkündigen von Beziehungen wenig produktiv sind und warum es stattdessen wichtig ist, Flagge zu zeigen, aktiv in den Austausch zu gehen, niemals auch nur in die Versuchung zu kommen, wegzusehen, und das Thema präsent zu halten. Wozu ich hiermit meinen Beitrag leiste.


Und falls ich jetzt irgendjemanden motivieren konnte, sich noch intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen, ein paar Unterschriften zu leisten oder gar ein paar Euros zu geben:





Man ist beinahe versucht, sich einen rosa Winkel zu besorgen und nach Moskau zu fliegen, um vor'm Kreml zu knutschen. Aber dafür fehlen dann doch die Eier. Falls jemand Informationen zu Aktionen hat, die weniger gesundheitsgefährdend die Möglichkeit bieten, Zeichen zu setzen, dürfen diese gern hier oder sonstwo mit mir geteilt werden.

Regenbogen-*plöpp*

30.06.2013

30.06.



"The course of true love never did run smooth."/



"The play must go on. Your concerns will fade like a nightmare. Or, with any luck, a clandestine dream come true."/



"It's a day I'm glad I survived."

*plöpp*

11.06.2013

Party people! We have taken control of your mind!


Wenn es eine Frau gibt, die definitiv auf meiner Hochzeit singen muss, dann ist das Robyn. Und wenn es eine Zeile gibt, die ich von ihr direkt nach dem Ja-Wort hören möchte, dann ist das "You looked happy, and that's great. I just miss you. That's all." "So raise your glass, then break the glass, then stomp your bare feet on the glass! We're goin' kindergarten!"



Will sagen: Es gibt Neues von Robyn! Und das auch noch in lustig. Eingesungen gemeinsam mit The Lonely Island, die ich hier schonmal vorgestellt hatte, und die heute ihr neues Album "The Wack Album" veröffentlicht haben. Auf dem ich zwar nur drei Songs gesternt habe ("Go kindergarten" featuring Robyn, "Semicolon" featuring Solange und "You've got the look" featuring Hugh Jackman), aber ich glaube, "Go kindergarten" könnte tatsächlich zu meiner neuen Lebensabschnittshymne werden. Nicht, weil ich jede einzelne Zeile lustig finde, aber weil ich das Motto "Go stupid, get stupid" so unglaublich unterstützenswert finde. Und wenn Robyn dann noch mit von der Kanzel predigt während Sarah Chalke aka Doctor Elliot Reed die Hüfte (und mehr) dazu schwingt, bin ich überzeugt.

Don't think, just obey!




Wer davon allerdings noch nicht gänzlich mitgerissen ist, sollte sich vielleicht auch nochmal "Spring Break Anthem" zu Gemüte führen, in welchem The Lonely Island gemeinsam mit Zach Galifianakis, Edward Norton und James Franco die Werbetrommel für die gleichgeschlechtliche Ehe rühren.

Und wer auch dadurch noch nicht hin & weg ist von der Großartigkeit, die The Lonely Island heißt, der hat sich in meinem Blog wohl verlaufen.

Machste nix. Hier trotzdem noch zwei weitere Boni - das bereits erwähnte "Semicolon" und das schon etwas ältere aber immernoch lustige "3-Way" featuring Justin Timberlake und Lady Gaga:



*plöpp*

19.05.2013

No air, no pride - that's why birds don't fly.


Ich hab' ein neues Notebook, und ich hab' 'ne neue Couch, und ich krieg's einfach nicht gebacken, hier mal einen Post zu zimmern, obwohl das Material direkt in meiner Stube steht. Fürchterlich. Aber was tun wir, wenn wir uns in einer kreativen Schaffenskrise befinden? Wir schauen ESC! ESC geht immer, und ESC liefert immer ab.



In diesem Jahr meine drei Favoriten "Birds" von Anouk für die Niederlande (oben das offizielle Video, hier die ESC-Performance), "O mie" von Aliona Moon für Moldawien und "Teardrops" von Emmelie de Forest für Dänemark, das mir in dieser Acoustic-Version hier aber noch wesentlich besser gefällt, als in seiner Bühnenfassung. Wobei ich auch da cudos für den Einsatz der Marschtrommeln geben muss. Marschtrommeln funktionieren immer. Fragen sie Florence Welch. Fragen sie Woodkid. Fragen sie nur nicht Ryan Dolan. Seine Trommeln waren wohl kaputt.



Der Sonderpreis für die lustigste Tanz-Performance geht an die belgischen Background-Tänzerinnen, die sich hinter Roberto Bellarosa dermaßen einen abgehampelt haben, dass mir vor Lachen fast die Möhre aus dem Mund gefallen wäre, die "Keine-Ahnung-Warum-Aber-Ich-Finds-Super"-Medaille geht an den rumänischen Eunuchen Countertenor Cezar, der mit ein bisschen WobWobWob im Übergang punkten konnte und die Scherpe für den schönsten Mann am Platz erhält in diesem Jahr Dániel Kövágó, der Gitarrist der ungarischen Kombo ByeAlex.



Und schließlich und endlich möchte ich noch den Ehrenpokal für besonders grundlose Lebensfreude, gepaart mit einem Spitzen-Mantra an das heitere "Alcohol is free" der griechischen Koza Mostra verleihen. Da weht der Wind der Hoffnung. Ich glaube, ich sollte wieder mehr Ouzo trinken.



*plöpp*

25.03.2013

Don't dream it. Be it.



Berichten wollte ich, von frohen Dingen. Hat mich also gestern jemand um ein Date gebeten. Also, das auch direkt so formuliert, schriftlich. Und ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Nicht etwa, weil ich zur Zeit in irgendeiner Verfassung wäre, die Dates erlauben würde, aber ich fand es so schön, dieses Anliegen mal so ausformuliert zu lesen. Das hat direkt das Gefühl vermittelt, dass es doch noch vereinzelte Menschen gibt, die Zwischenmenschliches noch als etwas Besonderes betrachten. Statt als etwas Beliebiges. Und nachdem ich mich in den letzten Monaten zeitweise auch mehr der Beliebigkeit hingegeben habe, als ich es eigentlich möchte, soll der Trend jetzt wieder zum Besonderen gehen. Nach'm Urlaub.


Was ich aber eigentlich erzählen wollte: Ich habe wieder in Kultur gemacht! Erneut eingeladen von Mutti, diesmal in's Musical ihrer Wahl: The Rocky Horror Show. Der ich ja bis jetzt immer skeptisch gegenüber stand, so wie ich allen Dingen skeptisch gegenüber stehe, um die ein fanatischer Hype betrieben wird. Aber zum nunmehr achten Mal konnte das Genre überzeugen und ich war angetan. Diesmal besonders von Lars Redlich, der den Dr. Frank'n'Furter ganz großartig gab und dessen Schenkel selbst in Strapse eine wahre Wohltat für's abstinente Gemüt waren. Und wahrscheinlich meine ungeteilte Aufmerksamkeit genossen hätten, wäre da nicht Oliver Arnos goldene Hose gewesen. Die entweder sehr großzügig ausgepolstert war oder aber Oliver Arno tut weh hat es gut.


Die Rolle, die er in der engen Hose spielte, war übrigens die des Rocky. Und wer hat den Rocky auch schonmal verkörpert? Chord Overstreet! Und wo wir gerade beim Thema sind...


Gut jetzt. Ich wollte nur mal wieder ein bisschen Sexytyp-Content unterbringen. Das Musical ist aber auch als solches sehr empfehlenswert. Musikalisch. Und künstlerisch. Und so. Falls jetzt hier der Eindruck entstehen könnte, ich hätte es vielleicht zu einseitig betrachtet.

Kulturreferent aus.

*plöpp*

01.12.2011

The beginning of the end of AIDS starts with you.



[Alexander Becht hat keinen Sex. Ohne Kondom. (YouTube-Link)]


Ich gebe mir gar keine Mühe, hier schwere Texte zum Thema zu verfassen, denn ich gebe zu, generell wenig engagiert und schlecht informiert zu sein. Was nicht heißt, dass ich nicht zu jedem Thema trotzdem den ein oder anderen Fetzen Halbwissen beitragen könnte. In vielen Bereichen wahrscheinlich sogar sinnigere, schlüssigere und fundiertere Fetzen, als manch Anderer. Aber gerade bei ernsten Themen stehe ich lieber zu meiner Ahnungslosigkeit und gebe weiter, was die Medien weitergeben, einfach, um einen Beitrag dazu zu leisten, dem Thema die Präsenz zu verleihen, die es benötigt.

Wer plumpe Zahlen möchte, die belegen, dass HIV und AIDS auch 2011 noch genau so aktuell sind wie vor 10 Jahren: Epidemiologie AIDS bei Wikipedia.

Der Rest ist Aufmerksamkeit.



[Aktuelle Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2011.]


[Markus Kavka hat Aids. Nicht vergessen.]


[CockOut! - Ein bisschen NSFW.]

...und Jochen Schropp will Sex!

*safe-plöpp*

20.10.2011

"Naja, das kommt ja drauf an, WIE schwul der is'."



Neben "Schwiegertochter gesucht", "Bauer sucht Frau", "Mitten im Leben" und anderen kurzweiligen, sozial und intelektuell völlig irrelevanten Formaten versuche ich mich ja dann und wann auch mal ernsthaft zu interessieren.

In Leipzig wurden mir die 37°-Reportagen aus der ZDF-Mediathek empfohlen, die sind recht nett, aber Pflichtsendung werden sie wohl für mich nicht. Aber wenn es um die liebe Zielgruppe geht, da sitze ich ja immer gebannt vor'm PC und leide mit.

Und weil mein buntes, kleines Schreibheft hier nach wie vor der erste Treffer bei Google ist, wenn man "schwuler Blog" oder "schwules Blog" eingibt, nur weil ich es mal als Überschrift hatte, während wahrscheinlich jeder zweite schwule Blogger in Deutschland engagierter ist, als ich, und weil ich letztes Wochenende in Leipzig dreimal nach meinem Coming Out gefragt wurde, wo ich erstmal wieder überlegen musste, wie die Geschichte noch gleich ging, was zeigt, dass Homosexualität nach wie vor etwas Besonderes zu sein scheint, muss ich dem mal wieder ein bisschen gerecht werden und präsentiere:

"Ich darf nicht länger schweigen - Ein schwuler Theologe outet sich" über den Umgang mit Homosexualität in der katholischen Kirche und

"Schwule Sau - Der neue Hass auf Homosexuelle" über ein, wie es in der Beschreibung genannt wird zunehmend auffälliges "Rollback" in Fragen der Toleranz gegenüber Homosexualität, vor allem unter Jugendlichen.

Beides interessant, und beides gleichermaßen traurig, weil es doch bisweilen beklemmend wirken kann, wie relevant die Frage der sexuellen Orientierung nach wie vor ist und wohl auch immer bleiben wird. Von den Aufnahmemodalitäten zur Blutspende will ich gar nicht erst anfangen.

Und wenn jetzt jemand "schwules Blog" bei Google eingegeben hat und sich darunter ein Blog voller nackter Männer vorgestellt hat: Die kommen auch bald wieder ;)

Ich geh' ins Wetter.

*plöpp*





03.07.2011

Sport ist auch... woanders relevant.



[Liebster Song des Umzugs dieses Jahr - Dune: "I can't stop raving". Konnte sogar P. den Text.]

Der CSD Dresden und ich, wir feiern nächstes Jahr schon 10jähriges. Seit 2002 laufe ich jedes Jahr tapfer mit, freue mich am Gemeinschaftsgefühl und schaue mir schlechte Bühnenshows auf wechselnden Plätzen der Stadt an. Bei meinem ersten CSD fand das Straßenfest noch auf dem Parkplatz hinter der Altmarktgalerie statt. Fühlt man sich schon ein bisschen alt.


Zum diesjährigen CSD habe ich aber irgendwie keine richtige Meinung. Es fing schon damit an, dass ich mir 3 Pullover übereinander ziehen musste, weil es so verdammt kalt war im Städtl. Noch nie musste ich langärmlig zum CSD. Und mein liebstes Mitbringsel vom CSD war immer der ausgeprägte Sonnenbrand. War also rein wettertechnisch schonmal nix.


Das Motto "Sport ist auch... schwul und lesbisch!" fand ich merkwürdig und hab's auch irgendwie nicht erklärt bekommen, Robert Koall, Chefdramaturg des Staatsschauspiel Dresden und diesjähriger Schirmherr des CSD Dresden machte sich selbst darüber lustig, dass in jeder anderen Großstadt ein namhafter Politiker die Schirmherrschaft übernimmt und in Dresden einem "Theaterfuzzi" diese Aufgabe anheim fällt, und irgendwie war das alles so richtig nix.



Extra Geld hatte ich noch geholt, weil ich eigentlich gern ein T-Shirt von dem lesbischen Verein, in dem Ronald's Mama aktiv ist, kaufen wollte, die waren nicht da, an der Burger-Bude stand eine ewig lange Schlange und auch die Claudia Roth hat dieses Jahr nicht mitgesungen... Der komplette Ablauf war halt mehr so mittel.


[Das DILDOKING.DE!- Team. Noch hält der junge Mann das Mikro. Aber schon bald wird es in SpongeBob's Hände übergeben. Und dann ist DILDOKING.DEEEEEEEEEE Programm.]

Das Liebste war mir dieses Jahr allerdings die junge Männergruppe, der ich mich anschließen durfte - liebe Menschen, die mich glitzern ließen (im Wortsinn, mit Glitter aus der Tube), mit mir fröhlich und lautstark DILDOKING.DE unterstützten, mich zum Vorglühen einluden und mich dann sogar ins Kraftwerk zur offiziellen Abschlussparty begleiteten. War sehr sozial. Und sehr schön.


[S. schaut noch einmal auf die Silhouette der Stadt, bevor er sie verlässt.. :/]


[Frau S. und ich - wenn das Diako mich nicht will, ist das bald eine Kollegin :)]

Kraftwerk war dann ganz gut - ein bisschen noch spektakulärer hatte ich es mir vorgestellt, und einige der Gogos waren dick, und manchmal war die Musik ein bisschen mau monoton, aber alles in allem trotzdem eine beeindruckende Location und das euphorische Tanzen hat gut geklappt wie eh und jeh. Interaktion und Small-Talk-Kompetenz sogar noch besser als eh und jeh.



Und als wir wieder nach Hause gingen, wurde es hell.
Hatte ich auch lange nicht mehr.

Danke für den schönen Tag :)