01.02.2019

Statusreport 2019 - 1/12.
(Denn wenn ich muss, fallen mir keine lustigen Titel ein)



Und kaum ist ein Monat vergangen, kommt auch schon der nächste Blogpost! Ich hoffe, das überfordert jetzt keinen. Aber ich möchte gern berichten von meinen vielen guten Vorsätzen sowie den 2einhalb, die nach einem Monat noch übrig sind.

Habe ich also das große Jahr der Hoffnung begonnen mit einem regelrechten Buch der guten Vorsätze. Alles wollte ich revolutionieren, optimieren und bunt lackieren. Aber wie das so ist mit den guten Vorsätzen, werden sie jedes Jahr aufs Neue für eine kurze Zeit müde lächelnd beobachtet vom inneren Faultier und der Realität, die sich ja auch irgendwann mal ausruhen müssen, die sich aber spätestens nach zwei Wochen so sehr langweilen, dass sie die Geschäfte wieder in die Hand nehmen und diesen guten Vorsätzen, die sich immer zu Jahresbeginn ins Leben der betreffenden Person drängeln und so tun, als ob sie etwas zu sagen hätten, zeigen, wer die Hose und den Rock anhat. Und so stellte ich erst fest, dass ich eigentlich doch keine Lust habe, weniger Alkohol zu trinken, wenig später, dass ich eigentlich auch gern nach 20 Uhr esse, Obst und Gemüse hing mir schon nach drei Tagen zum Hals raus, mehr schlafen ging irgendwie auch nicht (wobei ich daran auch ein bisschen RTL die Schuld gebe), mich täglich mit den aktuellen Nachrichten auseinander zu setzen hat mich spätestens an den Tagen wieder genervt, an denen es darum ging, ob Frank Magnitz nun von vorn, von der Seite oder von hinten angesprungen wurde und was auf den Nikkis der Angreifer stand; an den guten Vorsatz, einmal pro Woche joggen zu gehen, habe ich 5 Minuten gedacht, dann aber aufs Thermometer geschaut und ihn direkt wieder verworfen, und so dauerte es keine drei Wochen, bis schließlich nur noch die Vorsätze übrig waren, die mir wirklich erstrebenswert erschienen:

Abnehmen (idealerweise 11kg),

und außerdem „52 Unternehmungen in 52 Wochen“ sowie „52 neue Dinge in 52 Wochen“.
1 kg hatte ich schon abgenommen, dann habe ich aber vor lauter Freude drei Nutella-Brötchen gegessen, und jetzt bin ich wieder beim Startgewicht… an dem Vorsatz arbeite ich noch. Und hoffe darauf, in meinem großen Urlaub im März nichts zu Essen zu bekommen. Den zweiten Vorsatz hatte ich ja im Jahresrückblick 2018 schon erwähnt (unter „K wie Kultur“), als Unternehmung zählt dabei alles, was sich irgendwie als aktive Freizeitgestaltung abseits des alltäglichen Trotts abrechnen lässt.

„52 neue Dinge in 52 Wochen“ kam noch dazu, weil ich es eigentlich liebe, Dinge auszuprobieren, die ich noch nie gemacht habe, das aber viel zu selten mache und auch immer wieder feststelle, dass ich mir die Zeit dafür nicht nehme, weil mein Leben so voll gepackt ist mit all den Dingen, die schon da sind und gemacht werden müssen. Da ich aber sowohl auf Arbeit als auch zu Hause festgestellt habe, dass bei mir alles, was nicht akut ist, auf der „Irgendwann-Mal-Machen-Liste“ stehen bleibt, bis es irgendwann so verblichen ist, dass man es nicht mehr lesen kann, weil jede Woche alle 7 Tage schon gefüllt sind mit den Dingen, die akut sind (oder akut zu sein scheinen), möchte ich mich jetzt bewusst zwingen, mir wenigstens ab und an auch ein kleines bisschen Zeit zu nehmen für die subakuten Dinge im Leben. Dieser Vorsatz läuft allerdings nur schleppend an, weil die akuten Dinge nach wie vor sehr akut tun. Am kommenden Dienstag geht aber ein Abschnitt meines Lebens, der 4 Jahre lang permanent akut war, endlich zu Ende, und dann hoffe ich, dem Vorsatz auch gerechter werden zu können. Bis dahin muss ich noch Dinge als „neue Dinge“ verkaufen, die ich eigentlich gezwungenermaßen machen musste, die aber trotzdem irgendwie neu waren und deswegen trotzdem gelten. Dem Ansinnen des Vorsatzes entspricht das allerdings nur so mittel.

Sag ich euch jetzt also mal, was ich 4mal in 4 Wochen erlebt habe:


Kalenderwoche 01 (01.-06. Januar 2019)

Die Unternehmung(en):


Neujahrsumtrunk mit Vati an unserem Stammtreffpunkt in der Off-Biergarten-Saison: der Schirmbar des Schillergartens. Wobei ich „Was trinken mit Vati“ wahrscheinlich an 40 von 52 Wochen als Unternehmung aufführen kann, ein bisschen kreativer darf‘s dann schon werden, aber da es ein Neujahrsumtrunk war, zählt das für die erste Kalenderwoche, und außerdem:


war ich auch noch im Kino. „100 Dinge“ hab‘ ich mir angesehen, obwohl ich ja den Schweighöfer nach wie vor menschlich ablehne, so sehr ich ihn auch optisch verehre, aber das weiß der, und deswegen zerrt der Florian David Fitz mit vor die Kamera, zieht sich gemeinsam mit ihm aus und dann beackern die nackt ein Thema, das mir ja auch immer wieder ans Herz geht, und schon hat er mich. Schlingel, der. Und war auch wirklich schön, der Film, und hat in mir wieder den Wunsch geweckt, einfach mal die Bude anzuzünden und dann in aller Schnelle nur das zu retten, was mir wirklich wichtig ist. Da ich mir aber noch kein eigenes Haus leisten kann, das ich abbrennen lassen kann, ohne dass jemand anders Schaden nimmt und ohne dass es mir im Portemonnaie wehtut, werde ich eine andere Option des kontrollierten, vielleicht auch nur sinnbildlichen Abfackelns finden müssen – ob mir da entsprechende Ideen kommen, und wie gut die sich umsetzen ließen, davon werde ich selbstverständlich auch berichten.

Das neue Ding:


YouTube-Yoga! Kalenderwoche 1 war bisher die einzige Woche, in der ich dem guten Vorsatz wirklich korrekt entsprochen habe, indem ich etwas gemacht habe, was ich vorher noch nicht gemacht habe, aber irgendwie schon immer mal machen/ testen wollte. Ist die YouTube-Tutorial-Landschaft ja eh eine Fundgrube 'für. So richtig begeistert war ich zwar nicht, aber ich hab‘s probiert, und darauf kam‘s an.

Und abgesehen davon habe ich meinen oben genannten Kinofilm im neuen Andrej-Tarkowski-Saal der Schauburg gesehen. War ich vorher auch noch nie drin. Bin aber nach wie vor nur mäßig angetan vom neuen Design der Schauburg, die mich irgendwie daran erinnert, wie gemütlich der Scheune-Vorplatz früher mal war, und was dann daraus geworden ist. Macht mich ein bisschen melancholisch, aber dafür kommen bestimmte Erinnerungen auch nicht mehr hoch, wenn alles anders aussieht, und vielleicht wird es ja (im Gegensatz zum Scheune-Vorplatz) irgendwann auch noch gemütlich. Hoffnung macht den Meister.


Kalenderwoche 02 (07.-13. Januar 2019)

Die Unternehmung:


Skifahren mit dem Vati. Weil ich ja so gern Zeit mit meinem Vati verbringe, sehr gern auch draußen in der Natur (unter anderem, weil mein Vati im Gegensatz zu mir auch nach zwei Weggabelungen noch weiß, wo wir sind), und weil mein Vati so gern Zeit auf Langlaufskiern verbringt, wenn irgendwo Schnee liegt für unter den Langlaufskiern drunter, hatte er, nachdem er sich neue Skier gekauft hatte und nun ein Paar inkl. Schuhen übrig hatte die Idee, mich mal wieder mit auf eine kleine Langlauf-Tour zu nehmen, nahm all seinen Mut zusammen und unterbreitete mir diesen Vorschlag. Denn er weiß, dass ich Langlauf dumm finde. Da ich mich davon, dass Langlauf wirklich dumm ist, aber das letzte Mal vor geschätzten 20 Jahren überzeugen konnte (eher vor mehr als 20 Jahren, bin noch nicht dazu gekommen, nach datiertem Fotoproof zu suchen), und da ich meinen Vati mag und mit meinem Vati gern auch Dinge unternehmen möchte, die ihm viel Freude bereiten, selbst wenn es Dinge sind, die ich jetzt nicht freiwillig unternehmen würde, wenn ich die Wahl hätte, dachte ich, ich geb‘ der Sache mal wieder eine Chance. Und es ging. Ich kam mir zwar vor, wie der erste Mensch auf Skiern, aber der Vati meinte, dass es gar nicht danach aussah, als hätte ich das länger nicht mehr gemacht, und bis auf zwei elegant gesessene Bremsmanöver lief auch alles wie am Schnürchen. Obwohl ich bergab manchmal stark daran gezweifelt habe. Die Runde, die wir gemacht haben, war dann auch umfangreicher, als der Vati ursprünglich geplant hatte, worüber er sich sehr gefreut hat, die Biere in der Beerenhütte, der Wittichbaude und im Lugsteinhof haben geholfen und am Ende des Tages war das ein wirklich schöner Ausflug, den ich sogar bereit wäre, zu wiederholen.

Das neue Ding:

Irgendwas anderes war zwar auch noch in der Woche, aber das hab ich wieder vergessen.. war aber auch nicht viel besser, als das Ding, das ich an dieser Stelle anbiete, und das heißt „siehe oben“. Zwar stand ich früher schonmal auf Langlaufskiern, aber das war sehr früher. Volljährig stand ich noch nie auf Langlaufskiern, und deswegen lasse ich für Kalenderwoche 2 „Volljährig Langlaufski fahren“ als neues Ding gelten.


Kalenderwoche 03 (14.-20. Januar 2019)

Die Unternehmung(en):


Wenn ich es als eine Unternehmung zusammenfassen sollte, würde ich sie „das perfekte Wochenende“ nennen, das aber eigentlich aus mehreren Unternehmungen bestand, und die gingen so:
Samstag gemütlich ausschlafen, 14 Uhr zum Sport beim Lieblings-Laci, danach mit dem Vati einen letzten Glühwein in der sich für diesen Winter verabschiedenden Neustädter Winterhüttn nehmen, abends dann tanzen in der Gisela mit wunderschöner Begleitung (was immer besser aussieht, als anmutig aber allein über die Tanzfläche zu schweben) und schließlich die Lokalität verlassen, bevor der Abend kippt.


Sonntag dann wieder gemütlich ausschlafen, danach einen Kaffee trinken, noch einen Kaffee trinken und dann aufbrechen zum Bahnhof, um mit der Tanzbegleitung vom Vorabend nach Rathen zu fahren, dort bei bestem Wanderwetter die Bastei zu stürmen, im Aussichtsrestaurant eine köstliche Roulade zu essen und schließlich pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit wieder in den Zug zurück nach Hause zu steigen, wo der Lieblingsasiate schon den Ofen angeworfen hat für meine T19. Wobei ich ehrlicherweise nicht mehr sagen kann, ob ich wirklich eine T19 hatte – seit wir uns hier das letzte Mal lasen, hat sich da einiges getan. Ich wechsle inzwischen zwischen T19, V16, T63 und T74, und welche Nummer ich an diesem Sonntag Abend hatte, kann ich leider nicht mehr rekapitulieren.
Aber kommt rüber, warum ich das als „das perfekte Wochenende“ bezeichne, oder gibt das die Schrift eher nicht her? Ich finde nämlich, dass sich die Erinnerung viel schöner anfühlt, als der Text das wiedergeben kann, aber irgendwie ist das so mein Wunschwochenende, mit ein bisschen Sport, lieben Menschen, einem echten Vorhaben am Samstag Abend und einem Ausflug in die Natur am Sonntag… und um den Genuss eines solchen Wochenendes nachvollziehen zu können, muss man wahrscheinlich auch dabei sein.

Das neue Ding:


Wieder mehr so ein Beschiss-Ding, denn ich kann auch für diese Kalenderwoche nur zwei Dinge angeben, die ich aus Notwendigkeiten heraus gemacht habe, die aber trotzdem neu waren:
Am Samstag war ich ja nachmittags mit dem Vati schon den ein oder anderen Alkohol trinken, und normalerweise trinke ich gern weiter, wenn ich einmal angefangen habe, aber da ich abends in der Gisela nicht schon hackedicht aus Versehen gegen den Türsteher stolpern wollte, habe ich zum ersten Mal probiert, nach dem Genuss von Alkohol eben jenen wieder aus dem System zu bekommen, indem ich mit Kaffee und Wasser gekontert habe. Hatte ich mir aber irgendwie erfolgreicher vorgestellt so im Vorfeld, ich wurde weder wacher noch nüchterner und bin stattdessen irgendwann eingeschlafen, aber in der Gisela war ich wieder fit, und das war ja eigentlich das Hauptziel. Häufiger werde ich das jetzt trotzdem nicht machen. Und zum zweiten, neuen Ding gehört das Bild zum Text, das am Mittwoch entstanden ist, als ich nach Feierabend schnell zum Bahnhof geradelt bin, um mit dem Zug nach Leipzig zu fahren, mich dort mit zwei Kommilitonen zu treffen, mit denen ich unsere letzte gemeinsame Modulprüfung vorbereitet habe und zweieinhalb Stunden später wieder in den Zug zurück nach Dresden zu steigen. Nach Feierabend einfach mal 100 km fahren für ein nettes Treffen und dann wieder zurück, könnte man eigentlich auch häufiger machen, wenn es nicht jedes Mal so viel Geld kosten würde. Das Imperii, in dem wir uns getroffen haben, könnte ich zwar theoretisch auch als neues Ding verkaufen, allerdings dürfte ich dann nicht verraten, dass ich letztes Jahr auch schon einmal mit der Jule dort war. Immerhin: Für meinen Reiseaufwand war ich auf Speis und Trank eingeladen :)


Kalenderwoche 04 (21.-27. Januar 2019)

Die Unternehmung:


Essen mit Anlass. Wobei auch Essen ohne Anlass in 1 schönem Restaurant als Unternehmung zählen würde. Aber hier kam halt noch der Anlass dazu. Und der war nach vier Jahren berufsbegleitendem Studium unsere letzte gemeinsame Woche in der Hochschule. In den beiden darauf folgenden Wochen hatten und haben wir zwar noch eine Prüfung und ein Kolloqium (Verteidigung Bachelorarbeit), aber die letzte Präsenzwoche, in der wir uns auch alle nochmal gesehen haben, war die vierte Kalenderwoche des Jahres 2019. Was nach einer so langen Zeit schon ein bisschen komisch ist. Um so schöner war es, dass sich die allermeisten die Zeit genommen haben, diesen Meilenstein am Mittwoch Abend in Wenzel‘s Prager Bierstuben noch einmal zu begießen, bevor sich unsere Wege wieder trennen. Wobei ich erstaunlich unemotional war. Sowohl am Mittwoch Abend als auch am Donnerstag, unserem letzten, richtigen Schultag. Ich erinnere mich an einwöchige Klassenfahrten, nach denen ich geheult habe, weil ich meinen Mitschülern tschüssie sagen musste, die ich in der nächsten Woche schon wieder gesehen habe. Ich erinnere mich daran, wie ich mich vor meiner Reise nach Neuseeland von meinem Spind auf Arbeit verabschiedet habe und dabei einen Kloß im Hals hatte. Aber diesmal… ich habe auch keine Ahnung, woran das liegt, denn einige meiner Kommilitonen* habe ich wirklich lieb gewonnen, aber entweder überwiegt die Freude, dass dieses elende Studium endlich zu Ende geht, jeden Abschiedsschmerz, oder ich kann mit Trennungen inzwischen besser umgehen, als ich es noch bis vor anderthalb Jahren konnte. Wüsste ich zwar nicht, wo das plötzlich herkommen soll, aber manchmal vollziehen sich Veränderungen ja auch ohne nachvollziehbaren Grund. Schön wär‘s ja.
An meinen Antidepressiva, die mich einfach nur gleichgültig im Kopf machen, kann es auf jeden Fall nicht liegen, denn die hatte ich ja wie bereits erwähnt im neuen Jahr abgesetzt, und auch nach einem Monat geht es mir auch ohne meine morgendliche Kapsel blendend.

Das neue Ding:


Da hätte ich jetzt mehreres im Angebot, wovon zwei Sachen wieder Beschmu wären und eine wirklich gut, ich würde sie aber gern alle drei vortragen.
Erstmal das echte, neue Ding: die Reisemesse. Findet ja jedes Jahr in Dresden statt, ich habe es aber bis jetzt noch nie geschafft, dort auch mal vorbei zu schauen und hatte auch nie wirklich das dringende Verlangen danach. Dieses Jahr hatte aber die Mutti gefragt, ob das nicht was wäre, was wir zusammen machen könnten, und da wir uns ja wieder relativ gut vertragen, vorzugsweise aber gemeinsam Dinge unternehmen, bei denen wir auch ein bisschen beschäftigt sind, war eine ideale Option für uns zwei und so ging‘s am Sonntag da hin. Und ich muss sagen: Ich begreif‘s nicht. Man soll ja mit den guten Dingen einsteigen, und wirklich schön waren die Vorträge, die wir uns angesehen haben (Togo und Benin; Iran mit Besteigung des Damavand; Myanmar; Südafrika). Aber das war‘s dann auch. Dieses Messe-Konzept kommt mir persönlich so furchtbar antiquiert vor, dass ich mich frage, wie es sein kann, dass immernoch so viele (auch junge) Menschen so antiquiert denken. Und die Besucher der Reisemesse sind ja keine völlig hohlen Montagsdemonstranten, die sowieso nur in die Eifel oder auf die Wolfsschanze wollen, das sind ja eigentlich interessierte und für Neues offene Menschen. Aber sich in engen Gängen durch einen Wust anderer, interessierter Menschen zu drücken, und überhaupt nicht nach links oder rechts schauen zu können, weil man dann Gefahr läuft, vom Strom nach unten gezogen und platt getrampelt zu werden, nur um dann ab und zu vielleicht doch mal an einem Stand stehen zu bleiben (sich an einem Stand festzuhalten), der einen interessiert, nur um dort direkt von der Standbetreuern umgarnt zu werden und jedes Mal ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man dann doch nicht direkt eine Reise bucht und deswegen wenigstens ein Prospekt mitzunehmen, das man zu Hause sowieso nur wegschmeißt, das kann es doch nicht wert sein. Erst recht nicht im 21. Jahrhundert, in dem man sämtliche dieser Angebote auch online einholen kann, ohne dafür einen sinnlos gedruckten 300-Seiten-Katalog mit nach Hause zu schleppen, ohne dafür Eintritt bezahlen zu müssen und sich dem Stress des Messe-Nahkampfes aussetzen zu müssen. Mutti argumentiert dann noch mit dem Messerabatt, den man erhält, wenn man auf der Messe eine Reise bucht, und das sind bei entsprechenden Fernreisen schon durchaus relevante Beträge zum Teil, aber ich habe auch nicht all zu viele Gäste buchen sehen. Naja. Über meinen Frust darüber, dass sich nach wie vor so viele Menschen den digitalen Möglichkeiten verweigern, hauptsächlich begründet mit ewig gestrigen Argumenten und/ oder einem Hang zur militanten Querulanz, dazu könnte ich eine weitere Bachelorarbeit schreiben, aber wer will das schon. Muss jeder selbst wissen, was er für sinnvoll hält und was nicht, und wer sinnlose Dinge für sinnvoll erachtet, dem sei auch das gewährt – des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

Um nun aber diesen muffligen Monolog durch freudige Dinge aufzufangen, hier noch zweiwas Schönes:
1. mein erster Besuch im Hauptzollamt Dresden, wo ich ein Päckchen abholen musste, das meine liebe Mitbewohnerin aus Chile geschickt hatte, ohne es zu beschriften, so dass der Zoll gesagt hat „So nicht“ und ich antreten durfte zur persönlichen Übergabe. Das dazu gehörige Schreiben beinhaltete unter anderem Hinweise, was alles mitzubringen sei, um die Sendung in Empfang nehmen zu dürfen, und ich hatte nix davon. Dementsprechend hatte ich mich schon auf endlose bürokratische Diskussionen im Amt eingestellt, aber siehe da: drückt mir der gemütliche Mitarbeiter ein Cuttermesser in die Hand, lässt sich kurz den Inhalt des Pakets zeigen, nickt, bittet um 1 Unterschrift von mir, frag' ich noch so „Und kost‘ das jetzt was?“, sagt der „Nee, viel Spaß damit.“ und ich gehe wieder. Ich glaube, ich möchte dieses Jahr auf kein anderes Amt mehr, denn dieser Amtsbesuch lässt sich kaum noch toppen.

Und 2.: Evelyn!



Die meiner Meinung nach eine wirklich verdiente Dschungelkönigin ist, neben Sibylle eigentlich sowieso die Einzige war, die überhaupt für den Titel in Frage kam und besonders unter den Top 3 die einzige wählbare Option war, die aber eigentlich auch wieder völlig egal ist für meine Gedanken zum eigentlich besten Teil dieser Show (neben der Moderation): der Musik, die ich (wie schon in vielen Jahren zuvor) wieder neu kennenlernen durfte dank „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ und Shazam. (Damit auch „neue Dinge“ und in dieser Kategorie hier richtig)

Meine Favoriten in diesem Jahr:



„Sweet but Psycho“ von Ava Max – laut YouTube vom August 2018, ging aber bis jetzt vollkommen an mir vorbei, wodurch ich aber um so fröhlicher bin, dass ich jetzt kennenlernen durfte und es in den Soundtrack des Hoffnungsjahres 2019 gesellt. Grandios, sowohl in der Original-Version als auch in der Acoustic-Version, aber auch in 1,25facher Geschwindigkeit, wenn man Aerobic dazu machen möchte.



Und in die gleiche Kategorie wie „Sweet but Psycho“ - die Kategorie „Songs, bei denen mir plötzlich egal wird, dass ich Single bin und die mich dazu bringen, dass ich es eigentlich auch gar nicht anders möchte“, würde ich auch „Tell me how it is“ von HOLYCHILD einsortieren. Bei YouTube im Oktober hochgeladen, hat bis jetzt 55 Aufrufe. Völlig zu Unrecht.

Weitere musikalische Schmankerl, die zumindest ich neu (bzw. fraglich wieder nach vergessen) kennengelernt habe im diesjährigen Dschungelcamp:




Und das war‘s auch schon wieder mit meinen kurzen Ausführungen zu Monat 1 einer besseren Zukunft. Ich krieg‘s aber irgendwie auch nicht kürzer. Wäre natürlich eine schöne Lösung, wöchentlich zu posten, aber nachdem ich 18 Monate gar nisht gepostet habe, möchte ich auch nicht all zu ambitioniert im Schreibstübchen rödeln, nur um das am Ende wieder als Stress zu empfinden… denn so wie bereits all die guten Vorsätze, die sich keine zwei Wochen gehalten haben, wird auch alles andere, was nicht glücklich macht, vorerst abgelehnt. Von mir. Für mich.

Wir werden sehen, und wir werden staunen.

*plöpp*

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