
Steh' ich also vorgestern in der diakonischen Cafeteria nach meinem Kaffee an, fällt mir die Spiegel- Ausgabe der Vorwoche ins Auge. Hinreißendes grün als Grundfarbe des Titels, aber noch interessanter das Thema:
"Der iKult. Wie Apple die Welt verführt."
Ich habe fleißig markiert, aber nicht enden wollende Textauszüge liest ja doch wieder keiner.
Der Vergleich des Apple- Imperiums mit dem Römischen Reich und dem Dritten Reich werden einem förmlich aufgedrängt, für mich habe ich es dann noch so weit fortgesetzt, Ridley Scott als Apple's Leni Riefenstahl zu bezeichnen (Ridley Scott war Regisseur des ersten Apple- Werbespots 1984) und Steve Jobs mit L. Ron Hubbard gleich zu setzen, und auch wenn es mir förmlich unter den Nägeln brennt, hier jeden einzelnen der Textauszüge, die mich heute so begeistert haben, zu zitieren, werde ich es bei einem Zitat des Erlösers himself und einem eigenen Gedanken belassen:
"Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen einengen - dem Resultat des Denkens anderer." (iGod)
Denn die Gegenkultur rebelliert genau so lange, bis sie selbst der Mainstream ist.
Und dann steigen wir aus der Kanalisation und zeigen mit dem Finger auf euch.
Langsam entwickelt es sich zum einem irrationalen Hass.
Der komplette Artikel findet sich im Spiegel 17/2010 als E- Paper und bei mir in gerahmter Form.
Und Nein, dieser Artikel ist nicht einfach nur eine Kritik an der Person Steve Jobs. Nicht umsonst ist er mit "iKult" überschrieben.
Rechtfertigung I, 04.05.'10
Kaum angegriffen, fühle ich mich im Verteidigungszwang. Nur, um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe absolut nichts gegen die zugegebenermaßen großartige (was man so hört) Apple- Technologie ("Du wolltest dir auch mal einen iPod kaufen.").
Ich habe aber etwas gegen Monopolisierung, gegen Zensur, gegen Diktat und gegen einen gewissen Sozialdarwinismus of the digital age.
04.05.2010
Glückwunsch zu eurem Messias. [Updated.]
21.03.2010
Apple dich doch ins Knie.

Schweden war sehr schön, und die Top 10 kommt auch noch, irgendwann, aber bis dahin hier erstmal die Bottom 1:
1. Die Äpfel fliegen tief.
Ich und Apple, wir haben ein bisschen eine schwierige Beziehung. Es war mal neidbedingte Antipathie, so langsam wächst es sich zu einer regelrechten Feindseligkeit aus. Ich kann diesen Apfel einfach nicht sehen. Könnte ich mir Apple leisten, würde das vielleicht anders aussehen, aber da dem nicht so ist, verteufle ich Apple als eine Marke, die die Zweiklassengesellschaft unterstützt und der Microsoft- Klasse das Gefühl gibt, scheiße zu sein, weil sich auf ihren Elektrogeräten kein abstraktes Obst findet.
Und mit dieser Einstellung hat man in Schweden ein Problem.
Ich sitze im Bus, die Dame neben mir fotografiert die vorbeiziehende Landschaft mit ihrem iPhone.
Ich sitze bei Subway, der Herr am Tisch gegenüber checkt die Börsenkurse auf seinem iPhone.
Ich gehe in den Buchladen, an jeder Ecke steht ein iMac samt kabelloser Mighty Mouse.
Ich flaniere durch Uppsala, vor jedem Café sitzt ein Bohemian mit MacBook auf dem Schoß.
Ich spurte durch Stockholm auf der verzweifelten Suche nach Mitbringseln, stattdessen finde ich einen Apple Premium Reseller nach dem Anderen.
Ich könnte das weiterführen. Aber der Punkt der massiven Überpräsenz des Apfels ist belegt.
Freue ich mich also, als ich den Flieger zurück in ein weniger verapfeltes (Nein, Holger Apfel, nicht du..) Land besteige, schlage das frisch gekaufte Q Magazine auf - auf Seite 36 hält sich Tinashé ein iPhone vor's Gesicht, auf Seite 38 scannt Adam Young sein Antlitz auf ein MacBook.
Ich wollte schreien.
Wieder zurück im müden Elbflorenz setze ich mich in die S- Bahn zum Bahnhof Neustadt, mein Sitznachbar zückt eine lederne Handytasche, ich hole bereits zum Schlag aus, doch was zaubert er hervor? Ein Nokia- Mobiltelefon.
Manchmal ist es doch ganz schön, in Sachsen zu leben.
10.05.2010
Läuft.

Wenn man schon von seinen Lesern daran erinnert wird, dass man lange nichts mehr gepostet hat, hat man wahrscheinlich lange nichts mehr gepostet. Es ist allerdings auch so viel einfacher, einfach einen Link ins Facebook zu kleben...
Heute also mal wieder der private Fortschritt:
Die Gagfah hat geschrieben. Siehe oben.
"Wir bedauern ihren Schritt und würden uns freuen, wenn Sie sich bei künftigem Wohnungsbedarf an uns wenden."
Eure Mutter würde sich freuen, wenn ich mich bei künftigem Wohnungsbedarf an sie wende. Dummdreist.
Und die junge Frau, die die Verantwortung dafür trägt, dass ich meine Wohnung seit dem Tag, an dem ich sie bezogen habe, gehasst habe, ist jetzt Chefkundenbetreuerin. Glückwunsch, Christel.
Immerhin, bisher wirft man mir keine Steine in den Weg. Ein Fortschritt.
Morgen treffe ich mich dann mit einer potentiellen Mitbewohnerin, die einen sehr sympathischen Eindruck macht und die ich, wenn sie live auch so nett ist, wie in ihren Mails, gern von mir begeistern würde. Ein kleines bisschen aufgeregt bin ich ja schon.
Und sonst so?
Die letzten Tage - Das Gute:
- Leipzig
- Quality Time mit Mann
- Offen sprechen
- Fettes Brot Live in der Messehalle. - Die Livealben "Fettes" und "Brot" lege ich wärmstens ans Herz
- Dresden Tanzt in der Centrum- Galerie - Mister Big war da
- Das Fahrrad ist wieder ganz
- Sonnenschein und meine süßen, neuen kurzen Hosen
- Wiedersehen mit C. nach 9 Monaten
- Farbe
- Die Hanuta- Sammelsticker der deutschen Nationalelf - wenn's auch der falsche Kader ist
- Gentleman's neues Album "Diversity"
- Amanda Jenssen's Album "Happyland"
- Opi's 80ster

- Meine endlich fertig renovierte Farm
- Die Mai- Jolie
Die letzten Tage - Das Böse:
- Kopfkino, Neid, Zweifel
- Bornierte Gören, die sich auf Konzerten und Parties nur dann produzieren, wenn ihre Zielgruppe hinschaut und dazwischen mit verschränkten Armen und offenem Mund Kaugummi kauen
- Apple wo man steht und geht und einmal verschissen bei einer lieben Person aufgrund meines Hubbard- Vergleichs
- Anhaltende Hustenattacken
- Kate Nash's neues Album "My Best Friend is You"
- Projekt Nichtrauchen nach 5 Tagen kläglich gescheitert
- Die Mai- Jolie
So hingeklatscht hat das keine große Aussagekraft, does it?
Ich sollte mich hier mal wieder in Konsequenz üben.
27.03.2010
Meine neuen Rollos...
...sollten da eigentlich liegen. Aber Ikea nimmt sie aus dem Programm. Restexemplare gibt es noch zu erhaschen, in den Breiten 60, 80 und 120. 100 ist leider aus. Honks, verfluchte.
Und während ich inzwischen meine 3 lichtundurchlässigsten Tagesdecken vor meine Schlafzimmerfenster improvisiert habe, um nach meinen kommenden Nachtdiensten gut schlafen zu können, wollte ich nicht völlig umsonst ganz allein im öffentlichen Verkehrsmittel in den ElbePark gefahren sein.
Hab' ich also jetzt neue Akkus für meinen Fotoapparat, nachdem mein Ersatz- Set seit letztem Samstag irgendwo vor der East Side Gallery rumliegt und außerdem einen neuen MP3- Player. Selbstverständlich alles in hoffnungsgrün. Ursprünglich hatte ich darüber nachgedacht, mir einen iPod zuzulegen, nachdem mein alter MP3- Player nur noch ein halbes Display bediente und ich deswegen nicht mehr rausbekam, wie ich Russisch als Standardsprache ändern konnte - aber nach meiner flammenden Rede gegen Apple hatte sich das ja eh erledigt.
Wieder Geld gespart.
Spaßige Notiz am Rande:
Wussten sie, dass sich "dejection" sowohl mit Schwermut als auch mit Stuhlgang übersetzen lässt? Ein bisschen tragisch finde ich das ja.
Was sie schon immer wissen wollten, aber sich nie getraut haben, zu fragen.
Prost.
24.05.2008
Gute Nacht, Welt.
Schnell, Internet funktioniert grad'..
Viel zu erzählen gibt's eh nicht:
Mein Hauptausflug hat mich heute auf dem Fahrrad zurück in den Stadtteil meiner Jugend, das schöne, wenn auch stinkend langweilige Striesen geführt. Wollte mal in's Kaufland und außerdem mein Fahrrad an dieser einen Tankstelle da aufblasen. Mein Fahrrad lässt sich nämlich nicht bepumpen. Das ist was Besseres.
Und was soll ich sagen? Gerade erst ausgezogen, fährst du eine Schwangerschaft später mal wieder durch die Straßen, die du 20 Jahre lang jeden Tag gesehen hast und alles ist anders. Die haben meine ehemalige Raucherinsel eingestampft! Auf dem Gelände, auf dem ursprünglich nichts verändert werden durfte, weswegen wir 8 Jahre versiffte Schulklos nutzen mussten, steht auf einmal ein merkwürdiger Kasten aka neue Sporthalle, meine Raucherinsel ist jetzt betoniert und dort, wo ich sonst immer unter der Tanne stand, finden sich jetzt Fahrradständer. Und selbst der hippe Erlweinbau hat einen völlig neuen Anstrich bekommen. Ich muss da nochmal hin. Mit Fotoapparat.
Wieder zu Hause habe ich glaub' ich aus Versehen die letzte Folge Kim Possible gesehen. Ich wollt's einfach so nebenbei laufen lassen, aber dann haben Dr. Draken, She- Go, Kim Possible und Ron Stoppable auf einmal Seite an Seite gekämpft und zum Schluss hat Ron Kim leidenschaftlich geküsst. Ich war hin und weg. Und sogar mein Serienliebling Senor Senor Junior war im Bild.
Bei Gayromeo heiße ich jetzt MightyMouse und ich habe keine Ahnung, warum.. Kann mir einer sagen, woher ich Mighty Mouse kenne? Vor 4 Tagen schoss mir dieser Name durch den Kopf und ich fand ihn so toll, dass ich ihn haben musste. Ich habe aber nie eine Folge "Mighty Mouse" gesehen... Und nein, mit der Mighty Mouse von Apple hat das nichts zu tun!
So... mir fällt nix weiter ein... ich brauche eine Beschäftigung... eine Ausbildung zum Beispiel... oder einen Mann... Mindestens eins von beidem habe ich in gut 3 Monaten. Wenn das keinen Mut macht.
"Es ist dunkel? Und du bist allein? Dann mach die Taschenschlampe an! Sende eine SMS mit "Ich bestell auch jeden Scheiß" an die 123 456!"... Gleichmäßige Bräune mit Hilfe des Handy- Solariums ist auch nicht viel besser.. Alles so traurig..
Gute Nacht, Welt.
