06.04.2008

Offener Protest gegen die Dresdner Verkehrsbetriebe.

Hier ein kleiner, offener Brief an die Dresdner Verkehrsbetriebe, zu dem ich mich einfach genötigt gefühlt habe, nachdem meine Bahn heute nacht einfach "kaputt gegangen" ist. Ja, der Fahrer hat "kaputt gegangen" gesagt. Aber nicht etwa über die Sprechanlage. Nur draußen. Ganz leise. Und das Taxigeld bekomm' ich von dem Arsch auch nicht wieder:

"Ich hoffe inständig, dass diese Mail gelesen, zur Kenntnis genommen und entsprechend bearbeitet wird, denn langsam bin ich das Verhalten der Dresdner Verkehrsbetriebe leid.

Seit Jahren nehme ich unkommentierte Ausfälle, maßlose Verspätungen, unangemessene Fahrpläne und ungerechtfertigte Preiserhöhungen hin, ohne mich zu beschweren, da ich weiß, dass eine Beschwerde aufgrund des nicht vorhandenen Wettbewerbs im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs ohnehin kaum Sinn macht, aber meine Toleranzgrenze ist nun beinahe überschritten.

Heute Nacht wollte ich um 2:04 an der Haltestelle Industriegelände der Straßenbahnlinie 7 zusteigen, um am Albertplatz 2:27 in die Linie 6 umsteigen zu können und schließlich nach Hause zu kommen. An der Haltestelle Heeresbäckerei blieb die Linie 7 allerdings stehen. Kommentarlos. Auch nach 10 Minuten. Als die ersten Fahrgäste begannen auszusteigen und das Wort die Runde machte, die Bahn würde sich so bald nicht von der Stelle bewegen, beschlossen auch ich und meine Begleitung, auszusteigen und bis zum Albertplatz zu laufen. Der Fahrer der Linie 7 war inzwischen ebenfalls ausgestiegen, rauchte eine Zigarette und beantwortete die Frage danach, wann die Bahn sich denn wieder in Bewegung setzen würde mit dem selten dreisten, lapidaren Kommentar "Weiß ich doch nicht, wann die Bahn weiterfährt, wenn sie wieder ganz ist."

Und so sehr ich stets versuche, verständnisvoll und ruhig zu bleiben, aber geht es denn noch unverschämter? Eine pampige Antwort in einem Ton, als wäre der Fahrgast ein übler Schmarotzer, der sich erdreistet nachzufragen, wann denn die Leistung erbracht würde, für die er bezahlt hat? Und diese pampige Aussage wurde nicht etwa über die Sprechanlage der Bahn verkündet, ich habe diese Antwort durch Zufall vernommen. In der Bahn saßen nach wie vor zig ahnungslose Fahrgäste, die nicht den blassesten Schimmer davon hatten, dass die Bahn "kaputt" war. Ist es denn zu viel verlangt, wenigstens über den aktuellen Stand zu informieren, wenn eine Bahn mehr als 10 Minuten "liegen bleibt"? Ganz abgesehen davon, dass es nicht sein kann, dass eine Bahn während einer regulären Fahrt "einfach kaputt geht". Werden die Fahrzeuge nicht überprüft? Und nochmals: Ist es zu viel verlangt, den Fahrgast wenigstens über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren?

Aufgrund dieses Ausfalls habe ich meine Anschlussbahn verpasst und war gezwungen, 15€ für eine Taxifahrt zu bezahlen, da mir beim besten Willen nicht danach war, eine Stunde auf die nächste Bahn zu warten. Eine Stunde hätte ich aber aufgrund der "ungünstigen" Fahrtzeiten der Linie 6 warten müssen.

Sie bewegen sich an der äußersten Grenze der Zumutbarkeit und ich möchte nochmals betonen, dass ich gutes Geld gezahlt habe, um ihre Leistungen in vollem Umfang in Anspruch nehmen zu können. "Die Bahn ist kaputt. Die fährt halt weiter, wenn sie wieder ganz ist. Weiß ich doch nicht, wie lange das dauert." verstehe ich nicht unter angemessenem Service.

Ich erwarte zuallermindest eine Entschuldigung.


Mit freundlichen Grüßen,

Andre W."

Zu gerne hätte ich diese Mail an Hans- Jürgen Credé, Reiner Zieschank oder sonstein hohes Vorstandstier geschickt, aber leider konnte mir auch Google nicht deren E- Mail- Adressen verraten, so dass ich meine Mail nur an postoffice@dvb.ag, service@dvbag.de und info@fahrgastbeiratdvb.de ("Mittler zwischen Kundenwünschen und DVB AG") senden konnte. Sollte irgendein empörter DVB- Kunde über Google oder sonst wie hierher gelangt sein, fühlen sie sich frei, meine Mail zu kopieren und erneut zu senden, den Namen kann man austauschen und in der besagten Bahn haben wir alle gesessen. Sie steht symbolisch für grobe Dreistigkeit im DVB- Stil.

Fot*en.
Nach wie vor suche ich nach einer Bürgeninitiative gegen die DVB. Ich werde mich doch nicht entblöden müssen, politisch aktiv zu werden?

*schnauf*... das war's mir jetzt wert.

Kommentare:

Fritzi hat gesagt…

Oh man da hast du so Recht, DVB ist echt übel geweorden !!!

Danny hat gesagt…

Dass Du Dich wehrst, finde ich gut, aber bitte ohne den Begriff mit F. Denn dann wird aus einer berechtigen Beschwerde ein Angriff und das tut „der Sache“ nicht gut.

Parrish hat gesagt…

Wenigstens ein Kraftausdruck musste sein, und der ist nicht im offenen Brief sondern nur in meinem unqualifiziert- persönlichen Kommentar platziert... Ich kann ihn ja unkenntlich zensieren ;o)

Danke fürs Feedback :o)

OneofTwo hat gesagt…

Sauerei das... ! Kenne ich aber auch nur allzu gut, dass einen die Verkehrsbetriebe immer gerade dann im Stich lassen, wenn es einem am wenigsten in den Kram passt. Das nächste mal klingelst du bei mir, dann bekommst `nen Kaffee auf der Türschwelle und kannst da auf die nächste Linie 6 warten. :)

Parrish hat gesagt…

Sehr freundliches Angebot, aber da du deine Identität nicht offenbaren möchtest, wird es wohl schwer, dein Klingelschild ausfindig zu machen.. Aber auf den Versuch kommt's an :o)

OneofTwo hat gesagt…

Kommt Zeit, kommt Rat... mein Name würde Dir eh nicht weiterhelfen, bis auf die evtl. erfolgreiche Klingelschildsuche, vielleicht ja später;)