26.06.2009

"Aber in der Bibel steht, dass..."


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Menschen, die sich von einem Buch sagen lassen, was sie denken sollen, ohne auch nur einmal über den Tellerrand, oder in diesem Fall den Buchdeckel zu schauen, sind für mich, mit Verlaub, beschränkt oder faul. Denn es ist harte Arbeit, sich eine eigene Meinung zu erarbeiten.

Und deswegen trifft dieser selten dämliche Satz, es sei "ein Gesundheitsrisiko, keine spirituelle Praxis zu pflegen" (Dr. Astrid Giebel am 17.06.2009 zum Abschlussplenum des DiakonieKongress "zukunft:pflegen"), wahrscheinlich sogar zu. Aber es ist ein Gesundheitsrisiko, das es mehr als Wert ist, auf sich zu nehmen.

Ein Gesundheitsrisiko, das sogar eure guten Urchristen (wahlweise zu ersetzen durch alternative spirituelle Vorbilder) auf sich nahmen. Denn die hatten auch kein Buch. Die mussten sich das auch alles ganz allein ausdenken.

Und kommen sie mir jetzt nicht mit Visionen. Träumen und/ oder halluzinieren kann ebenfalls jeder.

Auch wenn er auf der Liste der abgegriffenen Weisheiten wahrscheinlich ganz weit oben steht, hier noch einmal der Apell:

"Habe [bitte] Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

Kommentare:

OneofTwo hat gesagt…

... einigen sollte man aber auch ein gutes Buch lassen, aus dem sie ihre Weisheit schöpfen können, denn bei denen ist es mit dem eigenen Verstand noch weit weniger her... da kommen dann nur schlimme Sachen heraus!

Your Mother hat gesagt…

..schlimmer als vorgedruckter schwachsinn kann es nicht sein... ich meine ja auch nicht, dass man kein buch zur inspiration nutzen darf.. aber halt mal ein bisschen reflektieren... sowas kann man lernen ;)

oder man gibt ihnen einfach ein eigenes land mit einem kniehohen zaun drumrum...

Danny hat gesagt…

Mein lieber André, wenn das jetzt die groß angekündigte Christenkritik ist, dann bin ich enttäuscht.

Meinst Du wirklich, dass es etwas typisch christliches ist, sich die Meinung vorschreiben zu lassen? Da gibt es zum Beispiel ein anderes großes Buch namens „Das Kapital“. Dessen Anhänger nehmen es auch für bare Münze. Nachlaufen, nachplappern und eigenes Denken vermeiden sind wohl eher zu tiefst menschlich. Ohne dies entschuldigen zu wollen.

Ein katholischer Bischof schrieb um 1850:
[…]Und tret‘ ich dann einst aus des Grabes Tiefen
hin vor des Weltenrichters Angesicht,
so wird er meine Taten strenge prüfen,
doch meinen Glauben? Nein, das glaub‘ ich nicht!

In der Bibel wird übrigens an keiner Stelle das eigene Denken verboten (und ich habe das Machwerk in allen Teilen gelesen). Dass sie Vorschriften mitbringt stimmt, aber das tut die Straßenverkehrsordnung auch und an die muss ich mich viel öfter halten, als an die Heilige Schrift.

Your Mother hat gesagt…

..genau deswegen habe ich auch den tellerrand- abschnitt kursiv gedruckt. ich beziehe mich auf die engstirnig verbohrten. und ich kenne deine christen nicht, aber meine christen agieren zu 95% so. lassen sich zu jedem thema von einer autoritätsperson ihrer wahl die passenden bibelstellen zitieren und beten die dann runter, ohne sich jemals kritisch damit auseinander gesetzt zu haben.

und das kapital ist doch auch ein buch, wenn ich mich nicht täusche.

abgesehen davon habe ich hier überhaupt nichts groß angekündigt, wenn ich daran erinnern darf: "ist eigentlich nix besonderes, gar nicht viel und in der aussage eher banal"

...

OneofTwo hat gesagt…

... beim Zaun helfe ich ... um hier mal als Mediator kurz dazwischen zu klappern.

Ach, fast vergessen: :)

So!

Danny hat gesagt…

Meine Christen...
In meiner Zeit im St. Joseph-Stift war eine meiner Vorgesetzten eine Ordensschwester. Sie war eine der weltoffensten Menschen, die ich je kennen gelernt habe.

Deine Christen...
Da fällt mir ein, dass ich da auch Einen kenne. Ich war verblüfft, dass er vor jedem Essen betet und auch sonst das passende Zitat parat hat. Ob er vorbohrt ist, kann ich nicht sagen.

Ich habe Glauben immer als etwas positives kraftgebendes erlebt. Schade, dass Du diese Erfahrung nicht sammeln kannst.

btw...
Weißt Du was christliche Nächstenliebe ist?


Dass ist, wenn man die Eine liebt und dann zur Nächsten geht.

Your Mother hat gesagt…

Ich wollte doch auch nicht den Glauben per se mies machen. Ich ruhe mich auch gern mal auf meinem Schicksals- Glauben aus, wenn es mir zu anstrengend ist, nach den letzten Hintergründen zu suchen. Ich habe ja auch ein Bild von Jesus, der sich an den Kopf greift, eingebunden ;)

Ich finde es halt nur so schade, zu sehen, wie junge Erwachsene mit Bibelstellen um sich schmeißen, die ihnen irgendwann mal vorgelesen wurden, um dann aber sofort einzubrechen, wenn man versucht, mit ihnen darüber zu diskutieren, oder sie nach Argumenten zu befragen. "Na das ist halt so." ist denen dann das liebste "Argument". Und sowas regt mich auf.

Und wie gesagt, die Christen mussten hier nur exemplarisch herhalten, weil ich mit denen halt gerade konfrontiert bin. Jeder andere Glaube, der als unreflektierter Holzhammer angewandt wird, nervt mich genauso ;)

Und vielen Dank für's mediieren, junger Mediator.

:)

Danny hat gesagt…

Ich stelle mir das lustig vor, wenn mir mal zusammen mit Deinen Christen reden. Du mit der notwendigen Skepsis und Abgeklärtheit und ich mit dem notwendigen Fachwissen, aber auch Kritikfähigkeit. Den OneOfTwo nehmen wir auch noch mit… Würde „unterhaltsam“…

Ach so: :)

Your Mother hat gesagt…

Da müssen wir denen aber wenigstens noch unseren halbwegs diskussionsfähigen Krankenhausseelsorger an die Seite stellen, sonst fangen die an zu weinen ;)

Das machen wir mal..

OneofTwo hat gesagt…

... genau... den stellen wir in die Ecke zum Lachen und schnuckelig Gucken!

Nun denn! :)

Your Mother hat gesagt…

..Terminbekanntgabe erfolgt demnächst ;)

Samstag vor 11 schon wach, ich bin stolz auf euch...

:)

Octapolis hat gesagt…

Gäbds keine Religion, wäre die Welt kaum so schlecht, wie sie ist. Scheiss auf die Bibel!

Your Mother hat gesagt…

Eine der radikaleren Ansichten, ja ;)

Ich glaube, gäbe es keine Religion, hätten Hass, Gewalt und Diskriminierung sich einfach einen anderen Weg gesucht.

Einfach nur den eigenen Verstand gebrauchen, statt blindem WasAuchImmer- Vertrauen, das wäre die Botschaft, die mir wichtig ist.

Danny hat gesagt…

Amen, Bruder!