16.08.2009

Body, Mind and Life Shaping - Day 6.

[Meine Ohren haben sie keine Sekunde für Rihanna oder Lady GaGa gehalten: Eva Simons (LastFM/ YouTube) - "Silly Boy" | Hier die Acoustic Version | Hier das Video.]

Wo fang' ich an?

Gefahrensituationskomplex Dresdner Stadtfest

Ugh. Meine Stadt feiert ein Fest und ich kann nicht mit ihr anstoßen.

Es begann mit mit meinem Solo- Spaziergang zum Nachmittag, vorbei an lauter bunten Ständen, der Erste verkaufte Bowle, der Zweite Bier, der Dritte Fruchtweine aus eigener Herstellung und der Vierte Kräuterlikör. Dann ging das wieder von vorne los. Unter normalen Umständen wäre ich an der Synagoge noch nüchtern und am Ende des Terassenufers stockbesoffen gewesen. Stattdessen trank ich nichts (optimale Harndrang- Prophylaxe) und hielt mich an meinem Fotoapparat fest.


Weiter ging es im Bärenzwinger zum deutsch- tschechischen Rock- Festival. Tschechien = Bier. Hat mir mein Vati so gelernt. Rockmusik = Bier. Hat mir meine Ethik- Lehrerin so gelernt. Bärenzwinger = Bier. Hat sich bei mir so eingeprägt. Und Bier = Vollbier. Stattdessen sitze ich auf den Stufen vor'm Bärenzwinger, nippe an meinem alkoholfreien Erdinger und höre dem jungen Mann neben mir zu, wie er in sein Telefon schreit, dass er sich "grad' einpegelt".

Der Abend wartete mit Peter Foxx am Elbufer auf. Leider waren die guten Plätze 19:00 Uhr schon alle vergriffen, so dass Mitbewohni und ich nur einen hässlichen Platz direkt am Fußweg bekamen. Zu Mitbewohni gesellten sich außerdem noch diverse anstrengende Gestalten, die mit der Zeit immer lauter wurden. Als Vorband schmetterte die von mir so verehrte Miss Platnum unter anderem "Give me the food" und "Mercedes Benz" und dann kam eine gefühlte Stunde nichts. Peter Foxx traut sich wahrscheinlich erst raus, wenn's dunkel ist. Knapp neben mir ein hysterischer Brüllaffe, hinter der Bühne ein wartender Stadtaffe, und ich halte mich an meinem zweiten Erdinger Alkoholfrei fest.


Dann das Feuerwerk. Das Thema hatten wir ja gestern schonmal. Was mir außerdem regelmäßig Stresspickel macht, sind Menschenmassen in engen Gassen. Oder in breiten Gassen, die durch Menschenmassen zu engen Gassen werden. Wenn mir jemand vor den Füßen rumspringt, ich permanent angerempelt werde oder mein Lauftempo ständig ausgebremst wird, werde ich cholerisch. Ohne Bier erst recht.

Und nach dem Feuerwerk Bowleparty am Kongresszentrum. Vollkommen überfüllt mit lauter aufgebrezelten Stehheten, die bereits an der Elbe eifrig das Schaulaufen trainiert und ihre lässigsten Posen einstudiert hatten. Und die Musik war auch nur so mittel. Ich hänge derweile am Ginger Ale und versuche zu tanzen. Tanzen ging auch nüchtern gut, aber durch die eben erwähnten Faktoren wenig geschmeidig.

Kurz nach 12 hatte ich dann genug vom Versuch alkoholfreier Bespaßung und trat den Heimweg an. Der Abend war, fröhlich- optimistisch gesprochen, nur so mittel. Stellt sich nun allerdings die Frage, ob Alkohol daran irgendetwas geändert hätte. Ich denke ja, dass sich das Elend mit Alkohol nur noch weiter in die Länge gezogen hätte, und ich irgendwann halb 5 stockbesoffen und frustriert nach Hause gewankt wäre, wahrscheinlich nach einem hysterischen Anfall, weil sich auf dem Stadtfest die atemberaubenden Jünglinge wieder nur so tummelten. Und jetzt würde ich wahrscheinlich so langsam aufwachen und mich fragen, wo diese höllischen Kopfschmerzen herkommen. Vielleicht wäre es mit Alkohol aber auch total lustig geworden?

Wir werden es nie erfahren..


Kommentare:

André hat gesagt…

ich glaube dich beruhigen zu können. am verzicht auf alkohol hats wenn, dann nur bedingt gelegen.

a) auch mit ner flasche wein hat peter fox die platnum angeheizte crowd eine gefühlte stunde warten lassen

b) carolabrückenseitig haben die menschen auf decken(!) gesessen. augustusbrückenseitig passte ja kein blatt umweltpapier mehr zwischen die leute

c) mutet mir deine willensstärke immer übermenschlicher an ^^ wie kann man an den weinballonständen vorbei gehen ohne hier und da wenigstens mal zu kosten :D

fazit kopf hoch. das wetter ist viel zu schön um grummelig zu sein

Your Mother hat gesagt…

ich habe carolabrückenseitig auf einer decke gesessen.. ist das schlecht?

peter fox's performance kam mir aber so von weitem gehört auch ein bisschen lustlos vor..

ich war ja auch gar nicht grummelig, ich hätte mich halt nur sehr gefreut, hätte ich einen schönen abend ohne alkohol gehabt. aber das hat blöderweise der abend nicht hergegeben.

Jetzt sind es nur noch noch 2einhalb Stunden... der Countdown läuft ^^

Octapolis hat gesagt…

Am besten war die Akustik auf johannstadtseitig noch vor der Carolabrücke! Abgesehen davo, dass immer mal einer dieser beschissenen Dixiedampfer zwischendurch zuckelte. Ansonsten war das Stadtfest scheisse wir immer, würde ich sagen. Daran ändert der Alkohol gar nichts. So viel kann kein Mensch saufen, biss er z. B. Linda Feller zu Vollplayback auf der Bühne des Heimatsenders gut findet... ;o)
Obwohl schon eine Traube drumrum stand. Nu ja, jetzt isses geschafft!

Your Mother hat gesagt…

Danke, das bestätigt mich =)

Linda Feller war aber wirklich die Pest. "Haben wir noch Zeit? Wir müssen ja pünktlich Schluss machen hier. Aber ich hätte noch einen." Und ich habe seit 22Uhr geschrien, dass es 22:45 ist, damit sie aufhört.

..und dieser Moderator? "Als ich deine CD gehört habe, musste ich alles andere weglegen, so gebannt war ich, Linda Feller."

War wirklich ein bisschen gruselig die Ecke da vorn ;)

André hat gesagt…

das deckenseitige sitzen war ja das bessere... ^^ irgendwie hatte ich deinen ausführungen entnommen, dass du bratwurststandseitig an der augustusbrücke in dieser legebatterie gekauert hast. mein fehler.

Your Mother hat gesagt…

in die legebatterie wollte ich eigentlich, aber da war halt 19uhr alles schon voll, und nachdem ich keine wiese mehr sah, blieb mir nur die carolaseite ;)

das nächste mal bin ich einfach eher da..